GroßbritannienMargaret Thatcher ist tot

Die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher ist an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Kein Premier regierte so lang wie die "Eiserne Lady".

Die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher

Die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher  |  © Hugo Philpott/AFP/Getty Images

Die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher ist tot. Das teilte ein Sprecher der Familie mit.

"Mit großer Trauer geben Mark und Carol Thatcher bekannt, dass ihre Mutter Baroness Thatcher nach einem Schlaganfall friedlich eingeschlafen ist", teilte ihr Sprecher Lord Timothy Bell mit. Die konservative Politikerin hatte bereits mehrere Schlaganfälle erlitten und war nach Angaben ihrer Tochter seit Jahren dement. Thatcher hatte sich nur noch selten in der Öffentlichkeit gezeigt. Kurz nachdem sich die Nachricht vom Tod Thatchers verbreitet hatte, wurden vor ihrem Haus im Londoner Diplomatenviertel Belgravia bereits Blumen niedergelegt.

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Die frühere Premierministerin wird mit einer Trauerfeier mitsamt allen militärischen Ehren in der Londoner St. Paul's Cathedral geehrt werden, teilte das Büro des Regierungschefs in der Downing Street mit. Ihren eigenen Wünschen zufolge werde ihr Leichnam aber nicht öffentlich aufgebahrt werden.

Thatcherismus der "Eisernen Lady"

Die am 13. Oktober 1925 geborene konservative Politikerin regierte Großbritannien über drei Amtsperioden von 1979 bis 1990 und damit länger als jeder andere Premierminister im 20. Jahrhundert. Sie wurde vor allem durch den Falkland-Krieg gegen Argentinien, ihren Kampf gegen den Einfluss der britischen Gewerkschaften sowie durch ihre Position innerhalb der damaligen Europäischen Gemeinschaft bekannt. Der Thatcherismus der achtziger Jahre galt als beispiellos in Europa. Ihre oft unnachgiebigen Positionen brachten ihr den Spitznamen "Eiserne Lady" ein. Legendär geworden sind ihre Worte "Ich will mein Geld zurück", mit denen sie in Europa den sogenannten Britenrabatt durchsetzte.

 

Außenpolitisch wurde Thatcher eine innige politische Freundschaft mit dem früheren US-Präsidenten Ronald Reagan nachgesagt, das Verhältnis zum damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) galt dagegen als gespalten. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges hatte sich Thatcher zunächst skeptisch gegenüber einer Wiedervereinigung Deutschlands gezeigt.

 

Der britische Premierminister David Cameron äußerte auf Twitter in einer ersten Stellungnahme seine Anteilnahme. Er habe mit großer Betroffenheit von Thatchers Tod erfahren. "Wir haben eine großartige politische Führerin, Premierministerin und große Britin verloren", teilte der konservative Regierungschef mit. Er brach seine Europareise in Spanien ab, um nach London zurückzukehren.

Königin Elizabeth II. drückte ebenfalls ihre Bestürzung über Thatchers Tod aus. Die Königin sei "traurig, diese Nachricht zu hören" und werde im Laufe des Tages eine private Nachricht der Anteilnahme an die Familie Thatcher senden, sagte ein Palastsprecher.

Auf Storify haben wir die besten Zitate der verstorbenen Regierungschefin gesammelt. 

 

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Leserkommentare
    • Suryo
    • 08. April 2013 14:05 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Äußerungen und formulieren Sie Ihre Kritik respektvoll. Danke, die Redaktion/au

    9 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Äußerungen. Danke, die Redaktion/au

    Margaret Thatcher war eine Politikerin mit starkem Willen, die in ihrem Leben über viele Hürden ging und ihre Ziele mit Entschlossenheit durchsetzte. Möge sie nun —endlich— ruhen. Wir werden ihren Nachlass und das ideologische Erbe, das sie hinterlassen hat, bestimmt nicht so schnell vergessen.

  1. Über die Toten nur gutes heißt es ja,
    Obwohl die britische Finanzwirtschaft noch heute an der Regierung Thatcher zu knabbern hat.
    In Argentinien und Nordirland gab es Konflikte die auf M. Thatcher zurück gehen, auch sie handelte "Alternativlos".

    17 Leserempfehlungen
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    ...waren schon zu ihrer Zeit mehrere Jahrzehnte alt.
    Sie hätte vielleicht etwas diplomatischer sein können, aber man sollte nicht vergessen das sie gewählt worden war und das für über ein Jahrzeht und erst die eigenen Parteifreunde, nicht die Wähler sie aus Downing Street rausgeworfen haben.
    Ich teile die politischen Ansichten von Frau Thatcher in keinster Weise, aber sie war kein Diktator sondern ein frei gewählter (und wiedergewählter!) Primeminister, das sollte man bei aller berechtigter Kritik nicht vergessen.

  2. 3. [...]

    Entfernt, da kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/au

    13 Leserempfehlungen
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    Ihr Tod zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht!
    Das Böse hat eben auch nicht das "ewige Leben".

    P.S. Frau Merkel und Frau Clinton durften sich schließlich auch öffentlich über den Tod eines Menschen freuen - dies sollte auch mir zugestanden werden, oder!?

  3. ...Iron Lady

    31 Leserempfehlungen
  4. ... hat uns gelehrt, dass Regierungen, die von einer Frau geführt werden, weder sozialer noch friedfertiger sind als solche unter männlicher Führung.

    Beileid an die Familie.

    56 Leserempfehlungen
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    Schön gesagt. Wird ja auch gerade in unseren Landen bestätigt.

    einfach sehr gut formuliert.

    Grüße

    • andand
    • 10. April 2013 10:24 Uhr

    ... stehen naturgemäß meist nicht auf tragfähigem boden. denn sie sind eben ein exemplar, das pauschalisierend für das ganze ausgeben wird. und das greift meistens zu kurz.
    das einzige, was sie aufgrund des beispiels sagen können, ist dass es eine frau gibt, die nicht friedfertig etc. regiert. und vielleicht auch andere.
    es heisst aber nicht, dass alle frauen, die an die regierung kommen, exakt so sind oder wären wie diese eine.
    es gibt ja auch sehr unterschiedliche männer in regierungsverantwortung – von hitler bis gandhi und die meisten anderen liegen dazwischen.
    widersprechend zu Ihrer aussage wären ausserdem die andersartigen erfahrungen mit den regierungsfrauen, die zeigen, dass frauen sehr wohl verantwortungsbewusste, soziale und ökonomisch sinnvolle politik machen können z.B. in island johanna siguroadottir.

  5. ohne dass hier Pietätlosigkeiten verbreitet wurden.

    Ich nehme doch an, auch in diesem Fall bewahren die Forumsteilnehmer Anstand.

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    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Die Redaktion/au

    Ich schätze Ihre Besorgnis und stimme zu, Pietätslosigkeit abzumahnen. Ich halte es aber für sehr unüberlegt, Ottmar Schreiner und Frau Thatcher derart anzugleichen.

    • Suryo
    • 08. April 2013 14:15 Uhr

    Ich hoffe inständig, daß sich die britische Regierung ein Beispiel an der Verstorbenen nimmt und ihr Andenken ehrt, in dem sie kein Staatsbegräbnis fordert. Baroness Thatcher waren Staatsausgaben stets ein Übel, das es auszurotten galt. Vielleicht finden sich einige unter den erfolgreichen Geschäftsleuten Großbritanniens einige, die sich daran erinnern, wessen Reformeifer sie ihre Vermögen zu verdanken haben, und spenden entsprechend für eine angemessene Bestattung.

    Pietätvoll genug? Das "there's no such thing as society" hätte man ja auch stehen lassen können. Ist schließlich das berühmteste Zitat der Verstorbenen.

    41 Leserempfehlungen
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    Kritik und Lob an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Darüber hinaus bitten wir darum, zum konkreten Artikelthema zu diskutieren. Danke, die Redaktion/jk

    Entfernt. Bitte verfassen Sie differenzierte, sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/jp

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, tis
  • Schlagworte Margaret Thatcher | Großbritannien | CDU | Helmut Kohl | Ronald Reagan | David Cameron
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