AtomwaffenNordkorea will Reaktor von Yongbyon reaktivieren

Neue Verschärfung des Atomstreits: Das Regime in Pjöngjang will den Reaktor Yongbyon wieder hochfahren und so seine Atomstreitmacht stärken. China mahnt zur Mäßigung.

Ein Satellitenbild zeigt frühere Aufnahmen der Atomanlage von Yongbyon in Nordkorea.

Ein Satellitenbild zeigt frühere Aufnahmen der Atomanlage von Yongbyon in Nordkorea.

Nordkorea will den Atomreaktor von Yongbyon wieder in Betrieb nehmen. Sämtliche Anlagen dort, eingeschlossen des Reaktors und einer Anlage zur Urananreicherung, sollen "angepasst und neugestartet" werden, zitieren Staatsmedien die Generalabteilung für Atomenergie. Demnach soll die Atomstreitmacht in Qualität und Quantität verstärkt und zugleich die akute Stromknappheit behoben werden.

Der Fünf-Megawatt-Reaktor wurde im Zuge einer Vereinbarung von 2007 mit den USA, China, Südkorea, Japan und Russland abgeschaltet, in Teilen abgerissen und unbrauchbar gemacht. Bis dahin hatte Nordkorea in der Anlage waffentaugliches Plutonium hergestellt – und könnte diese Produktion nun wieder aufnehmen und damit seine Bestände zum Bau von Atomwaffen weiter vergrößern.

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Experten vermuten, dass Nordkorea ausreichend spaltbares Material hat, um bis zu acht Atombomben zu bauen. Neben Plutonium eignet sich dafür auch Uran, für dessen Anreicherung auch die Zentrifuge in Yongbyon genutzt werden kann. Sollte dies der Fall sein, rechnet etwa das Institute for Science and International Security in Washington damit, dass der Norden Koreas bis 2016 über genug waffenfähiges Uran für 21 bis 32 Nuklearwaffen verfügt.

"Ruhe bewahren"

Die jüngste Ankündigung folgt in einer Reihe von Verlautbarungen und militärischen Drohungen, mit denen das nordkoreanische Regime in den vergangenen Wochen vor allem Südkorea und die USA provoziert hatte. Nachdem Nordkorea den Kriegszustand ausgerufen hatte, drohte Südkorea dem kommunistischen Norden im Falle eines Angriffs mit einem massiven und raschen militärischen Gegenschlag. Die mit dem Süden verbündeten USA verlegten Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge in die Region. Am Sonntag bezeichnete Machthaber Kim Jong Un Atomwaffen als Garant für die Souveränität des Landes.

Als erstes reagierte China auf die Reaktormeldung. Die Volksrepublik, bislang ein enger Verbündeter der nordkoreanischen Führung nahm die Neuigkeiten "mit Bedauern" zur Kenntnis. "Wir rufen alle beteiligten Seiten auf, Ruhe zu bewahren und Zurückhaltung zu üben", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Die derzeitige Lage auf der koreanischen Halbinsel sei "kompliziert" und "sensibel".

Hilflose internationale Gemeinschaft?

Der außenpolitische Sprecher der SPD, Rolf Mützenich, charakterisierte die Reaktion der Chinesen als eine "fast verzweifelte". Die Führung in Peking müsse offenbar feststellen, dass sie keinen Einfluss mehr auf ihren einstigen Schützling in Pjöngjang habe. Auch wenn es nicht zum angedrohten Atomschlag komme, sei ein militärischer Zusammenstoß nicht auszuschließen, sagte Mützenich. "Die Grenze zwischen Süden und Norden starrt nur so vor Soldaten und Waffen auf beiden Seiten."

CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz sieht dabei kaum wirksame Einflussmöglichkeiten von außen. "Ich fürchte, von diesem Weg, Nuklearmacht zu sein, wird sich Nordkorea kaum noch abbringen lassen", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags im ZDF. Zwar werde die internationale Gemeinschaft dies versuchen. Aber: "Ich bin sehr skeptisch, ob das in diesem Fall gelingt." Nordkoreas wirtschaftliche Fähigkeiten reichten nicht mehr aus, um seine großen konventionellen Streitkräfte aufrechtzuerhalten. "Deshalb verlegt man sich stärker auch auf die nukleare Komponente."
 

 
Leser-Kommentare
  1. da sei einfach mal an Grenada erinnert.

    "Am 25. Oktober 1983 starteten die USA mit der Organisation Ostkaribischer Staaten eine Invasion (Operation Urgent Fury), in deren Folge die Regierung der NJM gestürzt wurde. Die Intervention wurde unter anderem von den US-Verbündeten Großbritannien und Kanada sowie von der UN-Vollversammlung kritisiert. " Wikipedia

    Antwort auf "eine halbe Moehre?"
  2. Wir erleben ein sehr gutes Beispiel, weshalb man menschliche Tragödien niemals vergessen darf.
    Kriege wurden - und werden weiterhin - zumeist aufgrund von Ressourcen geführt. Sei es aus der Not heraus oder gänzlich aus wirtschaftlichen Aspekten. Zuwenig wird darüber diskutiert, dass Sanktionen die zwischenstaatlichen Verhältnisse verschärfen solange man keine vernünftigen Perspektiven für die Zukunft des anderen eröffnet.
    Dauerhafter Ausschluss und Isolation führt zwangsläufig zu Konflikten und Misstrauen, sodass bei jedem Gespräch ein Gefühl des Betruges einhergeht und weitere Optionen für Lösungen unmöglich machen (da sie nicht für Wahr erachtet werden).

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    Dauerhafter Ausschluss und Isolation führt zwangsläufig zu Konflikten und Misstrauen

    Richtig. Die Sanktionspolitik ist extrem kontraproduktiv. Man hatte ja schon eine Einigung gefunden mit Nordkorea. Aufgabe des Atomprogramms für Lockerung der Sanktionen. Doch dann kam Libyen und die Erkenntnis der Nordkoreaner, dass dieser Deal die Schaufel für ihr Grab sein könnte. Dann wurde das Programm wieder aufgenommen.

    Übrigens hat Libyen nicht nur in Nordkorea zu dieser Erkenntnis geführt. In vielen Ländern wird seitdem aufgerüstet. Die letzten vom Imperium unabhängigen Länder wissen nun, dass das einzige auf was man vertrauen kann die eigene militärische Stärke ist. Und sie haben recht.

    Dauerhafter Ausschluss und Isolation führt zwangsläufig zu Konflikten und Misstrauen

    Richtig. Die Sanktionspolitik ist extrem kontraproduktiv. Man hatte ja schon eine Einigung gefunden mit Nordkorea. Aufgabe des Atomprogramms für Lockerung der Sanktionen. Doch dann kam Libyen und die Erkenntnis der Nordkoreaner, dass dieser Deal die Schaufel für ihr Grab sein könnte. Dann wurde das Programm wieder aufgenommen.

    Übrigens hat Libyen nicht nur in Nordkorea zu dieser Erkenntnis geführt. In vielen Ländern wird seitdem aufgerüstet. Die letzten vom Imperium unabhängigen Länder wissen nun, dass das einzige auf was man vertrauen kann die eigene militärische Stärke ist. Und sie haben recht.

  3. Dauerhafter Ausschluss und Isolation führt zwangsläufig zu Konflikten und Misstrauen

    Richtig. Die Sanktionspolitik ist extrem kontraproduktiv. Man hatte ja schon eine Einigung gefunden mit Nordkorea. Aufgabe des Atomprogramms für Lockerung der Sanktionen. Doch dann kam Libyen und die Erkenntnis der Nordkoreaner, dass dieser Deal die Schaufel für ihr Grab sein könnte. Dann wurde das Programm wieder aufgenommen.

    Übrigens hat Libyen nicht nur in Nordkorea zu dieser Erkenntnis geführt. In vielen Ländern wird seitdem aufgerüstet. Die letzten vom Imperium unabhängigen Länder wissen nun, dass das einzige auf was man vertrauen kann die eigene militärische Stärke ist. Und sie haben recht.

    2 Leser-Empfehlungen
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    2002 wurde Nordkorea von den USA beschuldigt Uran für Waffen anzureichern. Daraufhin trat Nordkorea aus dem Antiatomwaffenvertrag aus.

    Wie sich 2007 herausstellte, waren die Beschuldigungen der USA 2002 falsch (diese waren auf CIA Informationen basierend) und Nordkorea hat erst nach dem Austritt angefangen ein Atomwaffenprogramm zu starten.

    Quelle: Wikipedia, Reuters, Washington Post, NYT

    Da kann man sich schon fragen, ob System dahinter steckt, einfach so mal Länder zu beschuldigen, wenn es einem in den Kram passt.

    2002 wurde Nordkorea von den USA beschuldigt Uran für Waffen anzureichern. Daraufhin trat Nordkorea aus dem Antiatomwaffenvertrag aus.

    Wie sich 2007 herausstellte, waren die Beschuldigungen der USA 2002 falsch (diese waren auf CIA Informationen basierend) und Nordkorea hat erst nach dem Austritt angefangen ein Atomwaffenprogramm zu starten.

    Quelle: Wikipedia, Reuters, Washington Post, NYT

    Da kann man sich schon fragen, ob System dahinter steckt, einfach so mal Länder zu beschuldigen, wenn es einem in den Kram passt.

  4. Nordkorea sollte von unserem Verbündeten USA umgehend in die Schranken verwiesen werden. Dies käme auch unseren berechtigten Sicherheitsinteressen zugute, denn Atomstaaten ausserhalb des Sperrvertrages darf die Welt nicht tolerieren. Heute stehen diese Waffen in Nordkorea, aber vielleicht morgen schon in Teheran, von wo aus sie, auf Langstrecken montiert, in jeder europäischen Grosstadt einschlagen könnten.
    Raketenschirm jetzt, Regime Change jetzt.

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    denn Atomstaaten ausserhalb des Sperrvertrages darf die Welt nicht tolerieren. Heute stehen diese Waffen in Nordkorea, aber vielleicht morgen schon in Teheran

    Nein, heute stehen Sie in Israel. Mit 99%iger Mehrheit hat die UN Israel erst vor kurzem aufgefordert, sein Atomprogramm offenzulegen. Israel hat garnicht erst reagiert und diese offizielle Aufforderung einfach ignoriert. Nichtmal ein Statement gab es dazu.

    Mal ganz davon abgesehen, dass der Iran Mitglied des Atomwaffensperrvertrages ist ist ihre Argumentation absurd.

    Haben Sie überhaupt eine Ahnung, welche Dimensionen ein solcher Krieg hätte? Nordkorea hat Grenzen mit China und Russland!

    Los, vollgas ab an die Front und freiwillig melden! Kanonenfutter können die Amis immer gebrauchen.

    Na, dann sollten wir aber eher mit Israel, Indien und Pakistan anfangen.
    Hardliner wie sie merken es leider nichtmal wenns zu spät ist...

    denn Atomstaaten ausserhalb des Sperrvertrages darf die Welt nicht tolerieren. Heute stehen diese Waffen in Nordkorea, aber vielleicht morgen schon in Teheran

    Nein, heute stehen Sie in Israel. Mit 99%iger Mehrheit hat die UN Israel erst vor kurzem aufgefordert, sein Atomprogramm offenzulegen. Israel hat garnicht erst reagiert und diese offizielle Aufforderung einfach ignoriert. Nichtmal ein Statement gab es dazu.

    Mal ganz davon abgesehen, dass der Iran Mitglied des Atomwaffensperrvertrages ist ist ihre Argumentation absurd.

    Haben Sie überhaupt eine Ahnung, welche Dimensionen ein solcher Krieg hätte? Nordkorea hat Grenzen mit China und Russland!

    Los, vollgas ab an die Front und freiwillig melden! Kanonenfutter können die Amis immer gebrauchen.

    Na, dann sollten wir aber eher mit Israel, Indien und Pakistan anfangen.
    Hardliner wie sie merken es leider nichtmal wenns zu spät ist...

  5. 2002 wurde Nordkorea von den USA beschuldigt Uran für Waffen anzureichern. Daraufhin trat Nordkorea aus dem Antiatomwaffenvertrag aus.

    Wie sich 2007 herausstellte, waren die Beschuldigungen der USA 2002 falsch (diese waren auf CIA Informationen basierend) und Nordkorea hat erst nach dem Austritt angefangen ein Atomwaffenprogramm zu starten.

    Quelle: Wikipedia, Reuters, Washington Post, NYT

    Da kann man sich schon fragen, ob System dahinter steckt, einfach so mal Länder zu beschuldigen, wenn es einem in den Kram passt.

  6. denn Atomstaaten ausserhalb des Sperrvertrages darf die Welt nicht tolerieren. Heute stehen diese Waffen in Nordkorea, aber vielleicht morgen schon in Teheran

    Nein, heute stehen Sie in Israel. Mit 99%iger Mehrheit hat die UN Israel erst vor kurzem aufgefordert, sein Atomprogramm offenzulegen. Israel hat garnicht erst reagiert und diese offizielle Aufforderung einfach ignoriert. Nichtmal ein Statement gab es dazu.

    Mal ganz davon abgesehen, dass der Iran Mitglied des Atomwaffensperrvertrages ist ist ihre Argumentation absurd.

    Haben Sie überhaupt eine Ahnung, welche Dimensionen ein solcher Krieg hätte? Nordkorea hat Grenzen mit China und Russland!

    Los, vollgas ab an die Front und freiwillig melden! Kanonenfutter können die Amis immer gebrauchen.

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    Antwort auf "Auch uns droht Gefahr"
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    Israel? Was haben die denn jetzt wieder damit zu tun? Ihresgleichen landen häufig bei Isarel, ist Ihnen das schon einmal aufgefallen? Meiner Meinung nach besteht keine Gefahr, dass israelische Nuklear-Waffen in die Hände von Terroristen gelangen könnten und überhaupt kann man das gar nicht ergleichen, weil den Juden permanent mit der Auslöschung gedroht wird.
    Aber gut, fangen wir bei Israel an. Greifen wir den Judenstaat an, unter Inkaufnahme der totalen Zerstörung des jüdischen Volkes. Merken Sie was?

    Israel? Was haben die denn jetzt wieder damit zu tun? Ihresgleichen landen häufig bei Isarel, ist Ihnen das schon einmal aufgefallen? Meiner Meinung nach besteht keine Gefahr, dass israelische Nuklear-Waffen in die Hände von Terroristen gelangen könnten und überhaupt kann man das gar nicht ergleichen, weil den Juden permanent mit der Auslöschung gedroht wird.
    Aber gut, fangen wir bei Israel an. Greifen wir den Judenstaat an, unter Inkaufnahme der totalen Zerstörung des jüdischen Volkes. Merken Sie was?

  7. 23. Achso

    Na, dann sollten wir aber eher mit Israel, Indien und Pakistan anfangen.
    Hardliner wie sie merken es leider nichtmal wenns zu spät ist...

    Antwort auf "Auch uns droht Gefahr"
  8. Entfernt, bitte beteiligen Sie sich mit Argumente. Danke, die Redaktion/se

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