Nordkorea : Deutschland soll Botschaft in Pjöngjang räumen

Das Regime von Kim Jong Un provoziert erneut: Nordkorea hat mehreren Ländern nahegelegt, die Botschaften in Pjöngjang zu verlassen. Deutschland gehört dazu.
Nordkoreas Führer Kim Jong Un © Reuters

Das Außenministerium in Nordkorea hat mehreren Ländern das Verlassen ihrer Botschaften empfohlen. Auch der Bundesregierung legte das Regime von Kim Jong Un nahe, die Botschaft in der Hauptstadt zu räumen. Offiziell hieß es vom Auswärtigen Amt: "Die Sicherheit und Arbeitsmöglichkeit unserer Botschaft in Pjöngjang wird angesichts der Eskalation laufend überprüft."

Auch Russland, Großbritannien, Bulgarien und Tschechien haben entsprechende Schreiben aus Nordkorea erhalten. Man habe eine Mitteilung bekommen, in der stehe, dass Nordkorea "im Falle eines Konflikts nach dem 10. April" nicht in der Lage sei, Botschaften und internationale Organisationen zu schützen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in London. Russlands Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich besorgt: "Wir klären gerade die Einzelheiten, dann treffen wir eine Entscheidung."

Russland, das eine gemeinsame Grenze mit Nordkorea hat, stehe im engen Kontakt mit seinen internationalen Partnern, sagte Lawrow. Ein Mitarbeiter des russischen Außenministeriums schloss die Räumung der Botschaft nicht aus. "Vorrang hat die Sicherheit unserer Bürger", sagte der Diplomat. Er warnte vor "unüberlegten Schritten" im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm. "Das Überschreiten der roten Linie kann verhängnisvoll sein", sagte er. Keine Seite dürfe die Kriegsgefahr auf der Halbinsel weiter schüren.

Das bulgarische Außenministerium teilte mit, die Botschafter der in Nordkorea vertretenen EU-Staaten würden sich am Samstag in Pjöngjang treffen, um über die Situation zu beraten. Eine EU-Diplomatin sagte: "Wir stehen in engem Kontakt mit den Mitgliedsstaaten und diese haben engen Kontakt miteinander." Nordkorea gehört zu den wenigen Ländern, in denen die Europäische Union nicht mit einer eigenen diplomatischen Vertretung präsent ist. Auch von den 27 EU-Mitgliedern sind aktuell nur sieben in Pjöngjang mit Botschaftern vertreten, darunter Polen, Schweden und Rumänien.

Nordkoreanischer Botschafter einbestellt

Die Bundesregierung bestellte den nordkoreanischen Botschafter in Berlin ein und warnte vor einer weiteren Verschärfung des Konflikts mit Südkorea und den USA. "Ihm wurde deutlich gemacht, dass die jüngsten Eskalationsschritte Nordkoreas in keiner Weise für die Bundesregierung akzeptabel sind", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Er verwies darauf, dass beim Treffen der Außenminister der acht führenden Industrie- und Schwellenländer (G8) am Donnerstag in London die Lage auf der koreanischen Halbinsel Thema sein werde. Es werde darum gehen, eine entschlossene und geschlossene Reaktion auf einen "unverantwortlichen Drohkurs" Nordkoreas zu finden.

Das kommunistische Land hat in den vergangenen Wochen wiederholt mit einem Krieg gegen Südkorea und die USA gedroht. Hintergrund sind neue Spannungen nach dem Test eines Atomsprengsatzes.

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Kommentare

152 Kommentare Seite 1 von 18 Kommentieren

#61 aber ja

natürlich muß man auf Provokationen antworten ,nur wie???. Ihre Auflistung der milit. Aktion Nordkoreas halte ich zwar im Detail für falsch,aber darum geht es ja nicht. " militärische Präsenz" ist in Süd Korea seit dem Krieg massiv vorhanden,da brauch es nicht noch mehr. Allein daran können Sie erkennen ,daß das nichts gebracht hat. Niergens wo sonst herrscht mehr gegenseitige Abschreckung,ohne Erfolg. Wie sagte doch der Computer in "Wargames " am Ende so schön,"wollen Sie nicht lieber eine Runde Schach spielen?..." jap...genau so...oh ,und als Empörungsgesellschaft wurde ich wirklich zum ersten Male bezeichnet...mal was neues...merci...

Vielleicht will

klein Kim alles destabilisieren um egal ob er nun verliert , die halbinsel wieder zu vereinigen und dabei sein Gesicht irgendwie zu wahren. Ganz egal wie mand as hierzulande sieht, ist es vielleicht aus seiner Warte die einzige reale Moeglichkeit.

Wer weiß, vielleicht will er auch einfach nur drohen wie frueher sein vater

Was Nordkorea von dem ganzen Säbelrasseln hat?

Denen ist, wie es jeder Terrorgruppe klar ist, dass wenn sie am Ende angekommen sind und sie sich nicht durchsetzen konnten, das alle vernichtet werden müssen!

Siehe Adolf Hitler, Saddam Hussein, Al Kaida, etc.

Da Kim Jong Un, der u.a. im Westen studiert hat, weiß m.E. sehr wohl:
- sein Land verhungert
- mit der kleinsten Öffnung des Landes risikiert er sein eigenes Leben, er wird als Veräter seines Vaters und Großvaters gehandelt
- bei einer Öffnung wird er vermutlich Druck aus China bekommen
- er eigentlich unfähig ist zu regieren

Folglich Flucht nach Vorne und Untergang mit wehenden Fahnen!

Vielleicht knickt der Westen ein und es gibt eine Möglichkeit.....

Profilierung

ich schätze nach allem was in den letzten Wochen vorgefallen ist, dass Kim massive Probleme hat, den ganzen Apparat mit 24 Millionen Teilnehmern noch stabil zu halten. Der Unterdrückungsapparat funktioniert nicht mehr deshalb die ständigen Drohungen, die letztendlich nur dazu gedacht sind, die eigene Bevölkerung hinter sich zu einen. Dazu kommt noch - mit 30 Lenzen ist Kim blutjung und unerfahren. Das wächst ihm über den Kopf. Die einzige Gefahr ist jetzt, dass er in seiner Unerfahrenheit und Jugendlichkeit Schritte unternimmt, die tödlich sind. -- Ruhe!