Nordkorea-KonfliktChina fordert nukleare Abrüstung auf koreanischer Halbinsel

US-Außenminister Kerry wirbt in China um Unterstützung im Nordkorea-Konflikt – mit einem ersten Erfolg: Peking rief zur Denuklearisierung in der Region auf.

US-Außenminister John Kerry (links) trifft Chinas Präsidenten Xi Jinping.

US-Außenminister John Kerry (links) trifft Chinas Präsidenten Xi Jinping.  |  ©REUTERS/Yohsuke Mizuno/Pool

Chinas Außenminister Wang Yi hat zur nuklearen Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel aufgerufen. Das sagte er nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Yi forderte Denuklearisierung, Frieden und Dialog in der Region.

Kerry warb bei seinem Antrittsbesuch in Peking um die Unterstützung Chinas im Nordkorea-Konflikt. Er traf auch den neuen Präsidenten Xi Jinping. Anschließend sprach der US-Minister von einer konstruktiven und zukunftsweisenden Unterredung. Kerry hielt zudem in der Großen Halle des Volkes eine Rede. Darin sprach er von einer "kritischen Zeit", in der "einige große Herausforderungen" zu meistern seien.

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Zuvor hatte Kerry Südkorea besucht. China habe wie kein anderes Land einen großen Einfluss auf Nordkorea, sagte er vor seiner Weiterreise nach Peking. China habe diesbezüglich ein "enormes Potenzial", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung Kerrys und der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye.


US-kritische Kommentare in Staatsmedien

Chinesische Staatsmedien kritisierten die USA scharf für ihre Position bei den Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. "Während die USA Nordkorea eine rücksichtslose Provokation und das Ignorieren internationaler Wünsche vorwerfen, facht Washington selbst die Flammen an", schrieb Xinhua in einem Kommentar.

Die US-Führung sende mehr Flugzeuge, Bomber und Raketenabwehrschiffe nach Ostasien. Außerdem unternehme Washington gemeinsame Militärmanöver mit seinen Verbündeten in der Region "in einer dramatischen Darstellung seiner präventiven Macht", hieß es in dem Kommentar weiter.

Die Lage in der Region gilt nach dem dritten Atomtest durch Nordkorea im Februar als extrem angespannt. Angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanischer Militärübungen hatte das Regime von Machthaber Kim Jong Un den Waffenstillstandsvertrag von 1953 gekündigt, den USA mit einem präventiven Atomschlag gedroht und im Verhältnis zu Südkorea den "Kriegszustand" ausgerufen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, rav
  • Schlagworte John Kerry | Abrüstung | Atomtest | Außenminister | China | Flugzeug
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