Korea-KriseSüdkorea besorgt über Truppenbewegungen im Norden

Plant Nordkorea eine weitere Provokation? Artillerie und Luftwaffe fahren nahe der Küste auf. Südkorea fürchtet ein Manöver, doch es gibt auch andere Erklärungen.

Nordkorea bereitet womöglich ein umfangreiches Militärmanöver im Nordwesten des Landes vor, berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungsmitglieder in Seoul. Es gebe Hinweise darauf, dass nahe der Hafenstadt Nampo eine Armeeübung geplant werde, in der die Artillerie und die Luftwaffe teilnehmen. "Es scheint so, als werde das Manöver recht groß", zitierte Yonhap einen Regierungsvertreter. Er befürchte, dass Südkorea militärisch provoziert oder während der Übung ein weiterer Raketentest unternommen werden solle.

Die Agentur zitiert allerdings auch ungenannte Quellen aus der südkoreanischen Armee, die in den Bewegungen des Militärs keine Gefahr sehen. Ein Offizier sagte Yonhap, dass zurzeit ein großer Teil des nordkoreanischen Militärs in der Landwirtschaft helfe. 

Anzeige

Der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea hatte sich in den vergangenen Wochen verschärft. Die Regierung unter Kim Jong Un kappte alle Notfallverbindungen zu Südkorea. Die gemeinsam betriebene Sonderwirtschaftszone Kaesong wurde geschlossen; mehr als 50.000 nordkoreanische Arbeiter verließen den grenznahen Industriepark. Südkorea begann daraufhin ebenfalls, alle Arbeiter abzuziehen. Die letzte Gruppe von 50 Personen wird dem Vereinigungsministerium in Seoul  zufolge voraussichtlich am Montag folgen. Einen Vorschlag des Südens zur Aufnahme von Gesprächen über Kaesong hatte das Regime in Pjöngjang abgelehnt.

Nordkorea drohte auch den USA, mit Atomwaffen anzugreifen. Trotz internationaler Warnungen führte das Land Raketenstarts und Atomtests durch. Nach einem Atomtest im Februar hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen neue Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Nordkorea kündigte daraufhin den Waffenstillstandsvertrag von 1953.


Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • ztc77
    • 28. April 2013 12:12 Uhr

    Besonnene Analytiker der nordkoreanischen Bedrohungsszenerie sagen schon seit langem:

    Ein nordkoreanischer Angriffskrieg gegenüber Südkorea & USA würde sofort zur militärischen Annektion der nordkoreanischen Regionen mit wertvollsten Bodenschätzen durch die "Freunde" China & Russland führen.

    Punkt.

    Und das ist rund die HÄLFTE des nordkoreanischen Territoriums, erstaunlicherweise als Besatzungszone von China & Russland (also NICHT von Südkorea...). Logischer Grund ist, dass ja der selbstmörderische Angriffskrieg Nordkoreas das Risiko einleitet, dass diese Bodenschätze anderen in die Hände fallen könnten.

    Südkorea & USA als Angegriffene müssen erstmal eingedrungene Truppen zurückschlagen. Ob sie dann auch noch selbst ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen, ist dann sekundär, weil schon die "wertvollere" Hälfte weg ist.

    Punkt.

    Also bitte weniger Panik auf der Titanic.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Auf welche "besonnenen" Analysen beziehen Sie sich?

    - Über Pläne für eine Annexion durch Russland oder China gibt es keine Anzeichen. Eine kurzfristige Besatzungszohne halte ich dagenen nicht für ausgeschlossen, zumal unklar ist, wie China und Russland sonst mit den riesigen Flüchtlingsströmen des Kriegen umgehen sollte.
    - Die "wertvollen Rohstoffe" existieren zwar, aber die Struktur und Investition rechnen sich nur sehr sehr langfristig. China hat ja schon entsprechende Abkommen mit N.Korea ... die aber alle im Sand verlaufen sind und nicht weiter verfolgt werden. Eine Annexion (Bürger lassen sich nichtmal in China sooo einfach umsiedeln) würde noch grössere Probleme schaffen. Ausserdem ist S-Korea auch für China wirt. extrem wichtig und die Regierung derzeit eher pragmatisch.
    - Wie sie auf die Grössenordnung der angeblich geplanten Annexion kommen ist mir ebenfalls schleierhaft.
    - Wiso ist die Besatzerzohne eigentlich erstaunlich? N-Korea ist faktisch nach dem Japan Krieg in eine Nord-Besatzungszohne (Rus+Chin) eingeteilt worden. Im Gegensatz zu SKorea und den USA haben sie diese Verpflichtung aber nie wirklich Wahrgenommen.
    - Der logische Grund für wen was wiso? Dieser Satz ist mir schleierhaft.
    - Für die USA, Rus, China und S Korea ist N Korea nur aus moralischer und menschlicher Sicht "wertvoll" rein wirtschaftlich ist es eine Bürde. Wirtschaftlich ist die Übernahme eine Katastrophe für jeden Staat.

  1. Auf welche "besonnenen" Analysen beziehen Sie sich?

    - Über Pläne für eine Annexion durch Russland oder China gibt es keine Anzeichen. Eine kurzfristige Besatzungszohne halte ich dagenen nicht für ausgeschlossen, zumal unklar ist, wie China und Russland sonst mit den riesigen Flüchtlingsströmen des Kriegen umgehen sollte.
    - Die "wertvollen Rohstoffe" existieren zwar, aber die Struktur und Investition rechnen sich nur sehr sehr langfristig. China hat ja schon entsprechende Abkommen mit N.Korea ... die aber alle im Sand verlaufen sind und nicht weiter verfolgt werden. Eine Annexion (Bürger lassen sich nichtmal in China sooo einfach umsiedeln) würde noch grössere Probleme schaffen. Ausserdem ist S-Korea auch für China wirt. extrem wichtig und die Regierung derzeit eher pragmatisch.
    - Wie sie auf die Grössenordnung der angeblich geplanten Annexion kommen ist mir ebenfalls schleierhaft.
    - Wiso ist die Besatzerzohne eigentlich erstaunlich? N-Korea ist faktisch nach dem Japan Krieg in eine Nord-Besatzungszohne (Rus+Chin) eingeteilt worden. Im Gegensatz zu SKorea und den USA haben sie diese Verpflichtung aber nie wirklich Wahrgenommen.
    - Der logische Grund für wen was wiso? Dieser Satz ist mir schleierhaft.
    - Für die USA, Rus, China und S Korea ist N Korea nur aus moralischer und menschlicher Sicht "wertvoll" rein wirtschaftlich ist es eine Bürde. Wirtschaftlich ist die Übernahme eine Katastrophe für jeden Staat.

    Antwort auf "Grund zur Panik?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ztc77
    • 28. April 2013 15:11 Uhr

    Ihre Entgegnung hat durchaus ihren Reiz, ist aber in der Formulierung noch sehr verworren, bitte drücken Sie sich klarer aus.

    Wenn ich Ihnen antworte, geschieht das aus einem anderen Grund:
    Es gibt hier Kommentarschreiber, die ganz arg ein Grundgefühl von Panik brauchen, damit sie ein Publikum für ihre kruden Auslassungen vorfinden, egal ob sie für oder gegen Nordkorea sind.

    Gehören Sie dazu?

    Bitten üben Sie Kritik an anders lautenden Ansichten mittels Argumenten und in sachlichem Tonfall. Danke, die Redaktion/fk.

    • mugu1
    • 28. April 2013 13:24 Uhr

    So "lange" keine neuen Drohgebärden? War schon fast unnatürlich. Um es mit dem Titel einer bekannten US-Komödie zu bezeichnen:

    Und täglich grüßt das Murmeltier

    Ironisch übertragen auf diese Situation heißt das: Und täglich droht das Kim-Männchen.

    Eine Leserempfehlung
  2. 4. Wieso?

    Sie selbst machen doch auch ständig "Manöver". Mit den Truppen ihres Kolonialherrn.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die südkoreanischen Übungen mit US Navy Unterstützung sind die notwendige Reaktion auf chinesische Manöver im Golf von Mexiko und vor der kalifornischen Küste.
    Oder nicht?
    Die USA verteidigen Ihre natürlichen Ambitionen an der asiatischen Ostküste, da sie schließlich ebenfalls Anlieger am Pazifik sind.
    Die nordkoreanischen Drohgebährden sind den Chinesen ein Dorn im Auge, da sie den USA eine wilkommene Begründung bieten, Stützpunkte vor der chinesische Küste auszubauen und die Chinesen von ihren Nachbarn zu isolieren.
    So ist es eben mit dem Großen Spiel.

  3. Ich verstehe nicht ganz warum Manöver von Nordkorea immer 'Provokationen' sind und von den Usa/Südkorea immer 'Übungen'. Kann mir das mal jemand erklären? Oder liegt es einfach nur daran, das es für die Zeitungsauflage (bzw Webseitenhits) fein ist einen Bösewicht im Ärmel zu haben ? Angst sells?

    2 Leserempfehlungen
    • ztc77
    • 28. April 2013 15:11 Uhr

    Ihre Entgegnung hat durchaus ihren Reiz, ist aber in der Formulierung noch sehr verworren, bitte drücken Sie sich klarer aus.

    Wenn ich Ihnen antworte, geschieht das aus einem anderen Grund:
    Es gibt hier Kommentarschreiber, die ganz arg ein Grundgefühl von Panik brauchen, damit sie ein Publikum für ihre kruden Auslassungen vorfinden, egal ob sie für oder gegen Nordkorea sind.

    Gehören Sie dazu?

    Antwort auf "Punkt aus Schluss Ende"
    • Morein
    • 28. April 2013 17:19 Uhr

    … , um sicherzustellen, dass Atomwaffen niemals wieder eingesetzt werden: sie vollständig abzuschaffen.“

    Zum Thema atomare Bedrohung der Welt hier ein guter Gastbeitrag in der .fr-online :
    http://www.fr-online.de/m...

    „In Genf haben 77 Staaten gemeinsam ein Papier eingebracht, in dem es heißt: „Auf die katastrophalen Folgen einer Atomwaffenexplosion – egal, ob unabsichtlich, aus Kalkül oder weil der Eskalationspfad einen Einsatz vorsieht – ist keine angemessene Reaktion möglich. Es müssen sämtliche Anstrengungen unternommen werden, um diese Gefahr zu beseitigen. Es gibt nur einen Weg, um sicherzustellen, dass Atomwaffen niemals wieder eingesetzt werden: sie vollständig abzuschaffen.“ Deutschland hat diese Erklärung nicht unterstützt. „

    „Großbritannien, China, Frankreich, Russland und die USA haben die Konferenz in Oslo boykottiert. „

    Ein trauriges Schauspiel was die Atommächte im Zusammenhang mit Nordkorea abziehen. Wer denkt das sich die Machtverhältnisse auf ewig einfrieren lassen irrt gewaltig. Wer auf eigene Atombomben besteht fördert die globale Verbreitung dieser Waffen.

    http://www.icanw.org/
    http://www.atomwaffenfrei...

    3 Leserempfehlungen
  4. Die südkoreanischen Übungen mit US Navy Unterstützung sind die notwendige Reaktion auf chinesische Manöver im Golf von Mexiko und vor der kalifornischen Küste.
    Oder nicht?
    Die USA verteidigen Ihre natürlichen Ambitionen an der asiatischen Ostküste, da sie schließlich ebenfalls Anlieger am Pazifik sind.
    Die nordkoreanischen Drohgebährden sind den Chinesen ein Dorn im Auge, da sie den USA eine wilkommene Begründung bieten, Stützpunkte vor der chinesische Küste auszubauen und die Chinesen von ihren Nachbarn zu isolieren.
    So ist es eben mit dem Großen Spiel.

    Antwort auf "Wieso?"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, kk
  • Schlagworte Militär | Agentur | Atomtest | Atomwaffe | Konflikt | Landwirtschaft
Service