Korea-KonfliktNordkorea verlegt Raketenrampen an die Küste

Der Westen rechnet mit neuen Raketentests, nun bringt die nordkoreanische Armee weitere Abschussrampen in Stellung. Von ihnen könnten Scud-Raketen abgefeuert werden.

Nordkoreaner vor den Statuen von Staatsgründer Kim Il-Sung (links) und seinem Sohn Kim Jong-Il in Pjöngjang

Nordkoreaner vor den Statuen von Staatsgründer Kim Il-Sung (links) und seinem Sohn Kim Jong-Il in Pjöngjang  |  ©Reuters/KCNA

Nordkoreas Streitkräfte haben zwei weitere mobile Raketenabschussrampen an die Ostküste verlegt. Die beiden Plattformen könnten dem Abschuss von Scud-Raketen mit Reichweiten von 300 bis 500 Kilometern dienen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärkreise. Ihre Installation in der Provinz Süd-Hamgyong sei auf Satellitenbildern zu erkennen gewesen, hieß es. Sie könnte ein Anzeichen dafür sein, dass das kommunistische Land neue Raketentests vorbereitet.

Die USA und Südkoreas haben seit Längerem Hinweise darauf, dass Nordkorea neue Raketen starten könnte. Das würde den Konflikt in der Region vermutlich weiter verschärfen.

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Nordkorea hatte sich grundsätzlich zu Abrüstungsverhandlungen mit den USA und Südkorea bereit erklärt, aber Gespräche über seine Atomwaffen ausgeschlossen. Das war eine der Bedingungen, die der Süden und die USA bei ihrem Gesprächsangebot gestellt hatten.

Bereits Anfang April habe Nordkorea sieben Abschussrampen an die Ostküste verlegt. Experten hatten damit gerechnet, dass das Militär zum 101. Geburtstag des "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung am 15. April Raketen abschießen würde – was nicht der Fall war.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist angespannt, seit Nordkorea im Februar zum dritten Mal Atomtests durchgeführt hatte und dafür von den Vereinten Nationen mit Sanktionen belegt wurde. Den USA, Südkorea und Japan hatte die nordkoreanische Führung unter Machthaber Kim Jong Un in den vergangenen Wochen immer wieder mit Angriffen gedroht. Die USA reagierten darauf mit der Verlegung von Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen in die Region.

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Leserkommentare
  1. ... beschießt doch den Süden mit ein paar Scudraketen. Dann ist der ganze Spuk vorbei. Ich weiß, das ist zynisch, aber das wäre die Erlösung für alle von diesen unmenschlichen Irren.

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    • ztc77
    • 21. April 2013 19:09 Uhr

    An der Westküste von Nordkorea würden diese Raketen viel zu leicht chinesisches Terrirotium treffen, die Abstände z.B. zur chinesischen Shandong-Halbinsel sind nur rund 188 km. Ein Fehler im Steuerungssystem der Nordkoreaner könnte also beim engsten Verbündeten China Schaden anrichten. So scheint ein Vertrag zu bestehen, der Nordkorea vorschreibt, seine Raketen an die Ostküste zu transportieren, wo viel Meer drumherum ist. Dies tut es brav.

    Der Sinn solcher Presseartikel wird eher sein, dass man Nordkorea und der Öffentlichkeit zeigen will, dass man alle militärischen Bewegungen in Nordkorea frühzeitig mitbekommt. Mehr nicht.

    Und wie gesagt: Bei Kriegsausbruch würde Nordkorea im Norden die Hälfte an China & Russland, im Süden ein Viertel seiner Fläche an ... verlieren, das ist sein Risiko.

    "Dann ist der ganze Spuk vorbei. Ich weiß, das ist zynisch, aber das wäre die Erlösung für alle von diesen unmenschlichen Irren."

    Daß man im 21 Jahrhundert noch nicht gelernt hat, Kriege nicht mehr nur mit Regierungen oder Diktatoren, sondern vor allem mit betroffenen Soldaten und Zivilisten zu identifizieren, ist ein Armutszeugnis für unsere Weltsicht.

    Die jenigen, die diese "Erlösung" bitter nötig hätten, würden unter einem unbedacht angezettelten Krieg am meisten leiden, im Gegensatz zu uns hier, die wir nur abstrakte Strategiespiele anstellen.

    • ztc77
    • 21. April 2013 19:09 Uhr

    An der Westküste von Nordkorea würden diese Raketen viel zu leicht chinesisches Terrirotium treffen, die Abstände z.B. zur chinesischen Shandong-Halbinsel sind nur rund 188 km. Ein Fehler im Steuerungssystem der Nordkoreaner könnte also beim engsten Verbündeten China Schaden anrichten. So scheint ein Vertrag zu bestehen, der Nordkorea vorschreibt, seine Raketen an die Ostküste zu transportieren, wo viel Meer drumherum ist. Dies tut es brav.

    Der Sinn solcher Presseartikel wird eher sein, dass man Nordkorea und der Öffentlichkeit zeigen will, dass man alle militärischen Bewegungen in Nordkorea frühzeitig mitbekommt. Mehr nicht.

    Und wie gesagt: Bei Kriegsausbruch würde Nordkorea im Norden die Hälfte an China & Russland, im Süden ein Viertel seiner Fläche an ... verlieren, das ist sein Risiko.

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    Antwort auf "Ach bitte, bitte ..."
    • Morein
    • 21. April 2013 19:40 Uhr

    Hatte ich schon vermisst, den Koreakonflikt. Seit dem 15.04 war ja Totenstille bei dem Thema wo es sonst mindestens 2 News am Tag zu gab. Aber man will den Bürger auch nicht zuviel auf einmal zumuten. Geht doch.
    Aber die Lage ist unverändert, Nordkorea sucht das direkte Gespräch mit den USA was in dem Stadium des Konfliktes sicherlich auch das beste ist. Ich hoffe das die USA nicht etwa aus wirtschaftlichen Interessen den Konflikt künstlich am leben erhalten. Verlockungen gibt es viele, nur eine der letzten Zeit hier in das Bewusstsein gebracht :

    „Grossauftrag für Boeing
    Südkorea kauft Kampfhelikopter für 1,6 Milliarden Dollar“
    http://www.nzz.ch/aktuell...

    Und so verdienen einige sich Goldene Nasen bei diesem Konflikt. Das ist das Problem.

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    • ztc77
    • 21. April 2013 21:17 Uhr

    die Kriegserklärung Nordkoreas wird von Ihnen "Gesprächsbereitschaft" genannt?

    Über sein Atomprogramm jedenfalls nicht.
    Vielleicht über Hilfslieferungen oder den Abzug aller Amerikaner.
    Ich habe bislang nur über Forderungen gelesen, nicht aber über ernsthafte Zugeständnisse.
    Aber das scheint ein übliches Verhaltensmuster zu sein: Man stellt unhaltbare Forderungen und bezichtigt dann die Gegenseite nicht verhandlungsbereit zu sein.

  2. Dass Chinas bissiger Pudel immer wieder Fremde attackiert, ist bedauerlich. Die Fremden können sich natürlich wehren, aber nur China kann seinen unfolgsamen Pudel zurück rufen.

  3. "Dann ist der ganze Spuk vorbei. Ich weiß, das ist zynisch, aber das wäre die Erlösung für alle von diesen unmenschlichen Irren."

    Daß man im 21 Jahrhundert noch nicht gelernt hat, Kriege nicht mehr nur mit Regierungen oder Diktatoren, sondern vor allem mit betroffenen Soldaten und Zivilisten zu identifizieren, ist ein Armutszeugnis für unsere Weltsicht.

    Die jenigen, die diese "Erlösung" bitter nötig hätten, würden unter einem unbedacht angezettelten Krieg am meisten leiden, im Gegensatz zu uns hier, die wir nur abstrakte Strategiespiele anstellen.

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    Antwort auf "Ach bitte, bitte ..."
    • ztc77
    • 21. April 2013 21:17 Uhr

    die Kriegserklärung Nordkoreas wird von Ihnen "Gesprächsbereitschaft" genannt?

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Goldene Nasen"
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    • isback
    • 21. April 2013 21:29 Uhr

    ... gibt es ausser der Atomrüstung Nordkoreas mit diesem Staat nichts zu besprechen.

    • isback
    • 21. April 2013 21:29 Uhr

    ... gibt es ausser der Atomrüstung Nordkoreas mit diesem Staat nichts zu besprechen.

    Antwort auf "Ach ja,"
  4. Über sein Atomprogramm jedenfalls nicht.
    Vielleicht über Hilfslieferungen oder den Abzug aller Amerikaner.
    Ich habe bislang nur über Forderungen gelesen, nicht aber über ernsthafte Zugeständnisse.
    Aber das scheint ein übliches Verhaltensmuster zu sein: Man stellt unhaltbare Forderungen und bezichtigt dann die Gegenseite nicht verhandlungsbereit zu sein.

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    Antwort auf "Goldene Nasen"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, ff
  • Schlagworte Militär | Vereinte Nationen | Atomtest | Atomwaffe | Gespräch | Konflikt
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