Korea-KonfliktUSA, Südkorea und Japan erhöhen Alarmbereitschaft

"Wir sind bereit": Die Militärs in Südkorea, Japan und den USA rechnen mit einem neuen Raketentest Nordkoreas in dieser Woche. Sie bringen ihre Streitkräfte in Stellung.

Ein südkoreanischer Soldat an der Grenze zum kommunistischen Norden

Ein südkoreanischer Soldat an der Grenze zum kommunistischen Norden  |  © Chung Sung-Jun/Getty Images

Die Provokationen und Drohungen aus Nordkorea bleiben auf der Gegenseite nicht unbeantwortet: Südkorea, Japan und die USA haben ihre Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Unmittelbarer Auslöser ist die Verlegung von nordkoreanischen Mittelstreckenraketen an die Ostküste des Landes, die Experten zufolge noch in dieser Woche gestartet werden könnten.

Damit rechnet auch das gemeinsame US-südkoreanische Kommando in Südkorea, das die aktuelle Situation nach Berichten südkoreanischer Medien als "lebensbedrohlich" einstuft. Der Alarmzustand sei gemäß des vierstufigen Warnsystems Watchcon von Stufe drei auf Stufe zwei angehoben worden, hieß es. Dies ist die zweithöchste Alarmstufe, Stufe eins gilt den Angaben zufolge nur in Kriegszeiten.

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Auch für die japanische Armee gilt laut Verteidigungsminister Itsunori Onodera "der absolute Alarmzustand". Regierungschef Shinzo Abe versprach seinen Landsleuten: "Wir unternehmen die größtmöglichen Anstrengungen, um das Leben unseres Volkes zu schützen und seine Sicherheit zu garantieren."

"Direkte Bedrohung für die Region"

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel gilt seit dem dritten Atomtest des kommunistischen Regimes in Nordkorea als extrem gespannt. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch- amerikanischer Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt, den USA einen atomaren Präventivschlag angedroht und den Kriegszustand mit Südkorea ausgerufen.

Jüngst hatte Nordkorea allen in Südkorea lebenden Ausländern das Verlassen des Landes nahegelegt und lässt inzwischen keine Arbeiter mehr in den gemeinsam mit Südkorea betriebenen Industriepark in Kaesong. Die Produktion in dem Gewerbekomplex in der Grenzstadt steht still.

Der Kommandeur der US-Streitkräfte im Pazifik befürchtet "unvorhersehbare, langfristige und weitreichende" Folgen für ganz Ostasien, sollte der Konflikt zwischen Nord und Süd weiter eskalieren. Nordkoreas Tests von Langstreckenraketen und Nuklearwaffen bezeichnete Admiral Samuel Locklear als "eindeutige und direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit Amerikas sowie für Frieden und Stabilität in der gesamten Region". Auf die Frage, ob die amerikanischen Streitkräfte auf einen Angriff von Diktator Kim Jong Un vorbereitet seien, antwortete er vor dem Streitkräfteausschuss des US-Senats: "Wir sind bereit."

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Leserkommentare
    • va
    • 10. April 2013 8:10 Uhr

    Gibt es noch Kanäle mit denen man mit Kim reden kann?

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    • Dr. No
    • 10. April 2013 8:49 Uhr

    aber ist das auch gewollt? Gern pflegt man doch das absolut Böse:-(

    Zumindest telefonisch dürfte Kim relativ schwer zu erreichen sein:

    "Am 27. März 2013 wurden sämtliche Telefonverbindungen seitens Nordkorea gekappt, so dass keine Kommunikation zwischen den beiden Ländern mehr möglich ist."

    http://de.wikipedia.org/w...

    Allerdings hat bisher kein Land (trotz den Drohungs NKs) sein Botschaftspersonal abgezogen, d.h. die üblichen diplomatischen Kanäle sind noch offen.

    Ob Kim allerdings mit sich reden lassen will, ist die andere Frage.

    Wobei der ganze Tamtam mMn nur Säbelrasseln "deluxe" ist:

    1. Hat SK im Februar eine neue Regierung gewählt - zum ersten Mal mit einer Frau als Präsidentin. Kim klopft also mal "auf den Busch", um zu sehen, ob jetzt eine "Eiserne Lady" oder eine "Hm-Äh-Also-Merkel" am Ruder ist.

    2. Nach div. (unbestätigten) Berichten gab es letzten November einen Attentatsversuch auf Kim, anscheinend wg. der Degradierung eines Generals. Kurze Zeit später geht Kim auf Hardliner-Kurs mit neuen Atombomben- und Raketen-Tests usw. Er versucht also, seine Machtbasis zu stärken.

    3. Steht am 15. April wieder die Feierlichkeiten zum Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung an. Wahrscheinlich schießt man dann wieder ein paar Raketen über Japan weg ins offene Meer um seine "Stärke" zu demonstrieren.

    Mehr wird sich Kim nicht trauen, insbesondere da seine besten Verbündeten schon deutlich von ihm abrücken.

    • tobmat
    • 10. April 2013 11:01 Uhr

    Ja da gibt es mehrere. Verschiedene ausländische, auch europäische, Botschaften sind noch besetzt und China findet immer ein offenes Ohr in Nordkorea. Ob Kim allerdings zuhören will ist eine andere Frage.

    • Dr. No
    • 10. April 2013 8:49 Uhr
  1. 3. Sicher

    aber ist das auch gewollt? Gern pflegt man doch das absolut Böse:-(

    Eine Leserempfehlung
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    • va
    • 10. April 2013 17:45 Uhr

    in einem 30jährigen, der kurze Zeit im Amt ist, der einer Supermacht, die über tausende von Atombomben mit zuverlässigen Interkontinentalraketen verfügt, das "absolut Böse" zu sehen. Der Mann hat einen Beraterstab , den wir nicht kennen. Wir wissen nicht wie er ihnen folgt. Nach westlichen Vorstellungen gehört so einer stationär in die Psychatrie aufgenommen. Wahrscheinlich hat er eine Vorstellungswelt, die mit der Realität sehr wenig zu tun hat. das Problem ist, dass Kim wahrscheinlich keine realistischen Vorstellungen über sein Militär hat. Mit dem "abolut Bösen" hat das alles wenig zu tun.

    • Nyuto
    • 10. April 2013 9:11 Uhr

    Jüngst hatte Nordkorea allen in Südkorea lebenden Ausländern das Verlassen des Landes nahegelegt" Ist das asiatische Höflichkeit, bevor man die Atombombe abwirft ? Also das passt doch nicht. Das ist doch nur ein Steinchen im Propagandakrieg. Fragwürdig, was dahinter steckt, dass man nun von Gelassenheit auf Panik umstellt. Oder schieben eher die (sükoreanischen) Medien Panik ? In der New York Times Online muss man suchen, bis man was über Korea findet, nicht mal unter World News steht da aktuell etwas. "Nordkoreas Tests von Langstreckenraketen und Nuklearwaffen bezeichnete Admiral Samuel Locklear als eindeutige und direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit Amerikas sowie für Frieden und Stabilität in der gesamten Region" Und was ist mit Amerikas Tests von Raketen und seiner Kriegsgeschichte ? Der nächste Krieg wieder prophylaktisch aus Angst ? Es scheint zur Zeit schwer heraus zu filtern, wie die Situation wirklich ist. Es wäre wünschenwert mehr News über die Diplomatie zu bekommen, zB USA- China. In letzter Zeit liest man in fast allen Medien immer über die neuen militärischen Bewegungen und Propagandamaßnahmen. Fraglich ist tatsächlich wie Kim nun da noch friedlich heraus kommen kann. China könnte es noch bewegen.

    2 Leserempfehlungen
  2. Wenn man sich den Atomwaffensperrvertrag ansieht, dem Nordkorea erstens nicht angehört, und zweitens die Begründung zur Erlangung des Status als "offizielle Atommacht", nämlich die Zündung einer Kernwaffe vor dem 1.1.1967, dann ist die Bedrohung und Sanktionierung Nordkoreas nichts weiter als ein Akt der politischen Willkür.
    http://de.wikipedia.org/w...

    Wieso glaubt eigentlich jedermann, dass die "offiziellen Atommächte" im Recht seien, auf der ganzen Welt anderen souveränen Staaten Vorschriften machen zu können?
    Nordkorea gehört dem Vertrag nicht mehr an und unterliegt ihm daher nicht. Die offiziellen Atommächte tun nichts, aber auch gar nichts mehr, um ihr Atomarsenal zu verkleinern und schlussendlich aufzugeben. Das nannte sich mal "Abrüstung". Wieso sollten es also andere, unbeteiligte Länder tun? Um sich von selbsternannten Weltherrschern dauerhaft bedrohen zu lassen?

    Ich mag das nordkoreanische Regime auch nicht, aber was wir hier momentan erleben ist eine Legitimationskrise der bisherigen Atomwaffen- und Abrüstungspolitik. In der sogar einem bestimmten Land, das nicht "offizielle Atommacht" ist, Atomwaffen zugestanden werden, weil es mit den USA verbündet ist.
    Es handelt sich beim strategischen Vorgehen der USA in der momentanen Krise demnach um reine Willkür, und Nordkorea legt das schonungslos offen.

    6 Leserempfehlungen
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    "Wieso glaubt eigentlich jedermann, dass die "offiziellen Atommächte" im Recht seien, auf der ganzen Welt anderen souveränen Staaten Vorschriften machen zu können?"
    Es sind nicht die offiziellen Atommächte die vorschriften machen, es sind die Länder selbst wenn sie den Atomwaffensperrvertrag unterschreiben, welcher von 190 Nationen Weltweit getragen wird, Da Nordkorea jedoch keine ordentliche Kündigung vollzogen hat (sämtlichen anderen Ländern muss nach Artikel X die kündigung mitgeteilt werden, NK teilte es nur dem Sicherheitsrat mit.) unterliegen sie noch der Sperrklausel bis drei Monate nachdem sie die Kündigung allen Vertragsstaaten mitgeteilt haben. (Indien, Pakistan und Indien haben dies korrekt gemacht und werden deshalb auch nicht von offizieller seite sanktioniert. Also ist NK position eher rechtlich eher zweifelhaft

  3. Zumindest telefonisch dürfte Kim relativ schwer zu erreichen sein:

    "Am 27. März 2013 wurden sämtliche Telefonverbindungen seitens Nordkorea gekappt, so dass keine Kommunikation zwischen den beiden Ländern mehr möglich ist."

    http://de.wikipedia.org/w...

    Allerdings hat bisher kein Land (trotz den Drohungs NKs) sein Botschaftspersonal abgezogen, d.h. die üblichen diplomatischen Kanäle sind noch offen.

    Ob Kim allerdings mit sich reden lassen will, ist die andere Frage.

    Wobei der ganze Tamtam mMn nur Säbelrasseln "deluxe" ist:

    1. Hat SK im Februar eine neue Regierung gewählt - zum ersten Mal mit einer Frau als Präsidentin. Kim klopft also mal "auf den Busch", um zu sehen, ob jetzt eine "Eiserne Lady" oder eine "Hm-Äh-Also-Merkel" am Ruder ist.

    2. Nach div. (unbestätigten) Berichten gab es letzten November einen Attentatsversuch auf Kim, anscheinend wg. der Degradierung eines Generals. Kurze Zeit später geht Kim auf Hardliner-Kurs mit neuen Atombomben- und Raketen-Tests usw. Er versucht also, seine Machtbasis zu stärken.

    3. Steht am 15. April wieder die Feierlichkeiten zum Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung an. Wahrscheinlich schießt man dann wieder ein paar Raketen über Japan weg ins offene Meer um seine "Stärke" zu demonstrieren.

    Mehr wird sich Kim nicht trauen, insbesondere da seine besten Verbündeten schon deutlich von ihm abrücken.

    2 Leserempfehlungen
    • ztc77
    • 10. April 2013 9:52 Uhr

    Heute ist der 10.03.13. In Nordkorea neigt er sich bereits dem Abend zu. Die Drohung dort war, dass am 10.03.13 ein Angriff (atomarar Art) gegen Südkorea und USA stattfinden wird. Was ist passiert?

    Auch wenn Mr. Hansen behauptet, wir Deutschen sehnten uns nichts besseres als den 3. Weltkrieg herbei, bleibt, dass wir eine exakte Analyse der kriegsgeografischen Situation formuliert haben:
    Der Norden von Nordkorea ist reich an Bodenschätzen, Uran, seltene Erden, Kohle, Eisen, Stahlveredler,... Solange Nordkorea und die südkoreanische Allianz in Kampfhandlungen verstrickt sind, warten diese Reichtümer auf die gemütliche Annexion durch China und Russland, beide werden die möglichst hochgradige Verstrickung der Kampfparteien abwarten und dann vorrücken. Ich habe als Annahme eine neue Grenzlinie bei Hamhung-Simch'on vorausgesagt.
    Weil der Süden erstmal eingedrungene militärische Verbände zurückschlagen muss, rückt er später auf nordkoreanisches Gelände vor. Die chinesisch/russische Annexion wird für ihn zur Entschuldigung, dass auch er ein Stück Nordkorea einverleibt: etwa bis zur Linie Namp'o-Wonsan.
    Für die Pufferfunktion des Staates Nordkorea zwischen China und Südkorea bleibt ein schmaler Streifen Nordkorea übrig. So sind (fast) alle zufrieden, China, Russland, Südkorea/USA, außer Kim. Trotzdem hat er argumentativ "recht behalten": Der riesige Verlust im Norden wird verschwiegen, der im Süden gibt ihm recht, die Hungernden unter ihm sind weniger.
    Seine Generäle lesen dies und?

    • ztc77
    • 10. April 2013 10:20 Uhr

    Noch einmal, wer unter den Kommentraschreibern voller Panik schreibt, um eine Krieg zu vermeiden, verschließt die Augen vor der Situation in Ostasien. Der Krieg von Nordkorea wird nicht "befürchtet", ihm wird "mit Interesse entgegengesehen". Dies aus den oben (#7) genannten Annexionsmöglichkeiten.
    Warum sollte z.B. China um den Besitz von weit entfernten Paracel- und Spratly-Inseln streiten, wenn es bequem Nord-Nordkorea annektieren kann? Warum sollte Russland vereiste Nordpolarmeer-Inseln anbohren, wenn es das Gleiche in Nord-Nordkorea billiger haben kann?
    Warum wundert sich keiner, wenn China und Russland ihre Warnungen nur geruhsam "in den Bart brummeln", warum sind Soldaten in Südkorea noch immer so gelassen?
    Das ist die Realität. Punkt.

    Die hier in Deutschland gezeigte Panik ist Produkt der journalistischen Überspitzung des gelesenen Blattes. Lernen wir daraus!

    2 Leserempfehlungen
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    Dass Russland und China einem Zusammenbruch des jetzigen Nordkoreas mit Interesse entgegen sehen, dem stimme ich zu.
    Aber warum soll man das Wagnis eingehen ganze Landstriche militärisch zu besetzen und zu annektieren, wenn man sich damit der Gefahr neuer ethischer Konflikte und möglicher Guerilliakriegen aussetzt.
    Dem jetzigen Regime scheint es an Stabilität zu fehlen, dass ist schlecht, wenn man Bodenschätze ausbeuten will. Aber eine neue Regierung in (Nord-)Korea mit oder ohne Wiedervereinigung braucht Geld, jede Menge davon um sich zu stabilisieren und Geld ist Macht. Der Süden und die USA werden nicht alles bezahlen können.
    Also kann China und Russland auch bequem als Gegenleistung für Aufbauhilfen Schürf- und Förderrechte erwerben. Auch als "Abfindung" um einer Wiedervereinigung zuzustimmen könnte man solche Rechte aushandeln.
    Gut, vielleicht marschiert Russland und China vorübergehend zur "Grenzsicherung und Stabilisierung" in den Norden ein, aber auch dann kann es für einen Abzug erwähnte Rechte aushandeln - also warum so etwas antiquiertes wie dauerhafte Annexion!

    Allerdings - alles erstmal reine Spekulation...Fell des Bären... und so weiter...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP, kg
  • Schlagworte Japan | Südkorea | Ausländer | Atomtest | Drohung | Kim Jong Un
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