AtomstreitNordkorea verbietet Südkoreanern Zutritt zu Industriekomplex

Nordkorea lässt Südkoreaner nicht mehr in die gemeinsame Wirtschaftszone reisen. Der Süden droht mit Militäreinsatz, sollten die verbliebenen Arbeiter nicht frei kommen.

Fahrzeuge auf dem Weg von Kaesong zur südkoreanischen Grenze

Fahrzeuge auf dem Weg von Kaesong zur südkoreanischen Grenze

Nordkorea hat südkoreanischen Arbeitern den Zugang in die gemeinsame Sonderwirtschaftszone Kaesong verweigert. Ein Sprecher des südkoreanischen Vereinigungsministeriums rief das Regime in Pjöngjang auf, das Verbot unverzüglich aufzuheben.

Südkorea hatte mitgeteilt, dass die bislang täglich erteilte Einreiseerlaubnis für 484 Arbeiter nicht vorliege. Nordkorea ließ nur die Ausreise von Südkoreanern zu, die sich bereits in dem Komplex auf der nordkoreanischen Seite der Grenze aufgehalten hatten. Nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums befanden sich mehr als 860 Südkoreaner in dem Komplex. Ob Nordkorea mit dem Verbot den Industriepark wie angedroht komplett schließen will, blieb vorerst offen.

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Die südkoreanische Regierung will die in Kaesong verbliebenen Staatsbürger notfalls mit einer Militäraktion befreien. Sollte sich eine "ernste Lage" ergeben, sei auch eine Militäraktion denkbar, um die Sicherheit der südkoreanischen Arbeiter zu gewährleisten, sagte Verteidigungsminister Kim Kwan Jin. Es sollte allerdings versucht werden, zu vermeiden, dass sich die Situation "zum Schlimmsten" zuspitze.

Damit verschärft das Regime in Pjöngjang die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel weiter. Am vergangenen Samstag hatte der Norden den "Kriegszustand" im Verhältnis zu Südkorea erklärt. Ein Sprecher des Industriekomplexes in Kaesong hatte dem Süden zudem vorgeworfen, "ernsthaft unsere Würde" zu verletzen: Südkorea würde behaupten, dass Nordkorea die Einrichtung nur betreibe, weil diese eine Devisenquelle für das Land sei.

Letzte Quelle für US-Devisen

Über den Industriekomplex in Kaesong betreiben die beiden Länder einen grenzüberschreitenden Handel im Umfang von rund zwei Milliarden Dollar im Jahr und 80 Millionen Dollar an Löhnen, die direkt an die Regierung fließen. 123 südkoreanische Firmen beschäftigen dort rund 50.000 nordkoreanische Mitarbeiter. Dies ist eine der wenigen Möglichkeiten für das völlig verarmte Land, an US-Devisen zu gelangen. Bisher wurde die Sonderwirtschaftszone selten in Konflikte hineingezogen.

Die USA forderten Nordkorea auf, zurück an den Verhandlungstisch zu kehren. Außenminister John Kerry sagte jedoch zugleich, die USA würden "Nordkorea nicht als Atomstaat akzeptieren". Sein Land sei bereit, "sich selbst und Südkorea" zu verteidigen, sagte Kerry nach einem Gespräch mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Yun Byung Se. Die nordkoreanische Kriegsrhetorik sei provokativ und gefährlich. Ein Neustart des vor Jahren abgeschalteten Kernreaktors Yongbyon wäre eine klare Verletzung internationaler Vereinbarungen, sagte Kerry mit Bezug auf die entsprechende Ankündigung Nordkoreas.

Leser-Kommentare
  1. Es handelt sich wohl primär um Schiffe (McCain und Fitzgerald) die an den Manövern mit der südkoreanischen Flotte beteiligt sind/waren und deshalb eigentlich schon länger vor Ort sind.

    Offenbar ist es derzeit aber beliebt zu suggerieren die Amerikaner würden massiv in der Gegend aufrüsten.

    3 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Na besser so..."
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    Bericht, Juni 2012:
    http://www.zeit.de/politi...

    • zeie
    • 03.04.2013 um 11:23 Uhr

    mit der USA. Jedenfalls bei jeder kleinsten noch folgenden Provokation.
    ICH NICHT.

    Wer die Originalquellen aus Nordkorea (Englisch) lesen möchte:
    http://www.kcna.kp/* kcna.user.home.retrieveHomeInfoList.kcmsf;jsessionid=210365127CA0F8DD8CB5B3BC91BEF282?lang=eng (Nachrichtenagentur)
    * http://www.rodong.rep.kp/... (Parteizeitung)
    * weitere:
    * http://en.wikipedia.org/w...
    * http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Medien_(Nordkorea

    1) Ich halte 99,999...% der Nordkoreaner, incl. 99,999... der Millitärangehörigen für strikt von der Außenwelt abgeriegelt. D.h. alles was die wissen können, steht in obigen Quellen.

    2) Nordkoreaner werden (nicht Orginal-geprüft...) ständig aufs absurdeste belogen. Geht ja auch leicht, wenn das KZ droht (?!). Allerdings: Wie oft hat Nordkorea schon auch seine Millitär über Krieg&Frieden so absurd belogen? Für so extreme Diktatoren gibt es glaube ich nichts gefährliches als unzufriedene Millitärs.
    3) Nordkorea steht am Abgrund,l oder nicht?.
    Das hiesse: NIEMAND braucht dort zur Kriegs-Motivation ernsthafte Gewinnchancen. Eine gewisse Chance den "Alleinverursacher" ... wenigstens noch ansatzweise mit in den Abgrund zu reissen / mit zu schädigen, reicht vollkommen aus.
    4) Falls die Atombomben nicht aufs Festland reichen, kann mir jemand sagen, ob Puerto Rico ein Ziel wäre? Und dann gäbe es die USA noch, aber Kuba, Nigaragua, Mexiko, ... diese Imperialisten ;-), nicht mehr?
    5) ... keine Zeichen mehr ;-)

    ODER NICHT???

    Bericht, Juni 2012:
    http://www.zeit.de/politi...

    • zeie
    • 03.04.2013 um 11:23 Uhr

    mit der USA. Jedenfalls bei jeder kleinsten noch folgenden Provokation.
    ICH NICHT.

    Wer die Originalquellen aus Nordkorea (Englisch) lesen möchte:
    http://www.kcna.kp/* kcna.user.home.retrieveHomeInfoList.kcmsf;jsessionid=210365127CA0F8DD8CB5B3BC91BEF282?lang=eng (Nachrichtenagentur)
    * http://www.rodong.rep.kp/... (Parteizeitung)
    * weitere:
    * http://en.wikipedia.org/w...
    * http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Medien_(Nordkorea

    1) Ich halte 99,999...% der Nordkoreaner, incl. 99,999... der Millitärangehörigen für strikt von der Außenwelt abgeriegelt. D.h. alles was die wissen können, steht in obigen Quellen.

    2) Nordkoreaner werden (nicht Orginal-geprüft...) ständig aufs absurdeste belogen. Geht ja auch leicht, wenn das KZ droht (?!). Allerdings: Wie oft hat Nordkorea schon auch seine Millitär über Krieg&Frieden so absurd belogen? Für so extreme Diktatoren gibt es glaube ich nichts gefährliches als unzufriedene Millitärs.
    3) Nordkorea steht am Abgrund,l oder nicht?.
    Das hiesse: NIEMAND braucht dort zur Kriegs-Motivation ernsthafte Gewinnchancen. Eine gewisse Chance den "Alleinverursacher" ... wenigstens noch ansatzweise mit in den Abgrund zu reissen / mit zu schädigen, reicht vollkommen aus.
    4) Falls die Atombomben nicht aufs Festland reichen, kann mir jemand sagen, ob Puerto Rico ein Ziel wäre? Und dann gäbe es die USA noch, aber Kuba, Nigaragua, Mexiko, ... diese Imperialisten ;-), nicht mehr?
    5) ... keine Zeichen mehr ;-)

    ODER NICHT???

  2. 3 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Schiffe"
    • tb
    • 03.04.2013 um 10:49 Uhr

    Nordkorea ist ein kimistisches Regime, das seine Bevölkerung terrorisiert und am Rande des Hungertodes hält, um seine Rüstung zu finanzieren.
    Schlimmer noch, es bedroht seinen Nachbarstaat mit Krieg, dem Einsatz von Atomwaffen und nimmt dessen Bürger als Geiseln.

    Südkorea ist ein demokratischer Rechtsstaat.

    Unsere Solidarität müsste Südkorea gelten.

    Augenscheinlich scheint uns das aber sehr schwer zu fallen.

    3 Leser-Empfehlungen
  3. als andersrum, er wäre für die sk Arbeiter sicherlich um einiges unangenehmer wenn sie nicht ausreisen dürften.

    Wenn die Amerikaner so weitermachen steht bald ihre gesamte Flotte vor der koreanischen Halbinsel und die Fische fühlen sich bedrängt...

    Wo das noch hinführt, man darf gespannt sein.

    2 Leser-Empfehlungen
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    Es handelt sich wohl primär um Schiffe (McCain und Fitzgerald) die an den Manövern mit der südkoreanischen Flotte beteiligt sind/waren und deshalb eigentlich schon länger vor Ort sind.

    Offenbar ist es derzeit aber beliebt zu suggerieren die Amerikaner würden massiv in der Gegend aufrüsten.

    Es handelt sich wohl primär um Schiffe (McCain und Fitzgerald) die an den Manövern mit der südkoreanischen Flotte beteiligt sind/waren und deshalb eigentlich schon länger vor Ort sind.

    Offenbar ist es derzeit aber beliebt zu suggerieren die Amerikaner würden massiv in der Gegend aufrüsten.

  4. Was man den Stalinisten vorwerfen muss, ist das sie ihre politischen Optionen immer bis an den Rand der Vernunft treiben müssen.
    Nordkorea wird wohl aber auch diesmal bekommen was es haben will.

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  5. Hier kündigt sich also doch der nächste Krieg an. Den Menschen im Land muss es sehr schlecht gehen und die Führung mehr als gefährdet.

    Statts seine Schutzmacht-Rolle zu betonen, sollten die diplomatischen Kanäle nach Peking glühen. Oder vielleicht ist das Verhalten sogar Folge dieses Glühens (Umzingelt von Feinden).

    Schwarz-Weiß-Denken von Mächtigen war noch nie ein gute Ratgeber.

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    • APGKFT
    • 03.04.2013 um 7:55 Uhr

    als einmal schiessen. Diese Erkenntnis fehlt auf der von Ihnen bewunderten Seite.

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    • Nyuto
    • 03.04.2013 um 9:32 Uhr

    Scheint fast so, als ob die USA einen willkommenen Grund suchen um die Atomanlage Yongbyon zu zerstören. Da wird der Druck erhöht, bis der erste Funken springt. Die Sorge vor einem irgendwann unberechenbaren Gegner könnte hier mal wieder in einen Krieg münden. Die Besonnenheit Chinas macht Hoffnung, das es glimpflich ausgeht.

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