Präsidentschaftswahl ItalienMarini scheitert im zweiten Wahlgang

Bei der Wahl des Nachfolgers von Präsident Napolitano hat der sozialdemokratische Kandidat Marini die nötige Mehrheit erneut verfehlt. Die Parteichefs bitten um Zeit.

Im italienischen Parlament während der Präsidentschaftswahl

Im italienischen Parlament während der Präsidentschaftswahl  |  © Tony Gentile/Reuters

Die Regierungsbildung in Italien zieht sich bereits hin – nun auch die Wahl eines neuen Präsidenten. Der frühere Senatspräsident Franco Marini verfehlte nach dem ersten Wahlgang auch im zweiten Anlauf die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit.

Abgeordnete der großen Parteien wie Silvio Berlusconis Volk der Freiheit (PdL) und Pier Luigi Bersanis Demokratische Partei (PD) gaben leere Stimmzettel ab. Nach seinem überraschend schwachen Abschneiden in der ersten Runde brauchten die Parteien Zeit für neue Überlegungen, hieß es zur Begründung.

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Die Amtszeit von Staatschef Giorgio Napolitano endet Mitte Mai. Marini war vom Chef des Mitte-Links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani, in die Wahl geschickt worden.

Bersanis sozialdemokratische PD hatte sich über die Kandidatur des 80-jährigen Marini intern zerstritten. Er gehört zum christdemokratischen Flügel der PD. Die Bewerbung des Katholiken werteten Bersanis Kritiker als Versuch eines Brückenschlages zum politischen Gegner Silvio Berlusconi, der das Mitte-Rechts-Bündnis anführt. Bersanis parteiinterner Widersacher, der 38-jährige Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi, lehnte Marini als "Kandidat aus dem vergangenen Jahrhundert" ab.

Die italienischen Parteien vermochten es nicht, sich nach der Parlamentswahl vor etwa sieben Wochen auf eine Regierungskoalition zu einigen. Nun hoffen viele auf den neu gewählten Präsidenten, der eine Neuwahl ansetzen könnte.

Zur Wahl des Präsidenten kamen in Rom das Abgeordnetenhaus und der Senat sowie 58 Vertreter der Regionen zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. In der Wahlversammlung sollen täglich zwei Wahlgänge stattfinden. Erst ab dem vierten Durchgang reicht die einfache Mehrheit der 1.007 Wahlleute.

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Leserkommentare
  1. zu grün hinter den Ohren.

    Italien, das gerne das gerne die Dynamik eines Ferraris für sich in Anspruch nimmt kommt in der Politik nur bis zum Rollator.

    Eine Leserempfehlung
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    Die Kompetenz hat mit dem Alter nichts zu tun. Der ausscheidende Präsident Giorgio Napolitano ist ein hervorragender Mann und die Mehrheit der Italiener wäre sehr dankbar, wenn er weiter machen würde.

    Damit Sie auch wissen worüber Sie schreiben, anbei der C.V. von Giorgio Napoletano:

    http://www.quirinale.it/q...

  2. Die Bevölkerung möchte Marini nicht als Präsident und schon gar nicht die PD Wähler! Wenn Marini für Berlusconi akzeptabel ist dann stimmt schon mal nichts! Der "Inciucio" zwischen Bersani und Berlusconi ist schon wieder voll im Gange! Zum schämen für die PD Partei.
    Bersani, sollte es Neuwahlen geben dann erreichst du max 10%! Berlusconi lacht sich jetzt schon kaputt...Matteo Renzi auf was wartest du??

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  3. Die Kompetenz hat mit dem Alter nichts zu tun. Der ausscheidende Präsident Giorgio Napolitano ist ein hervorragender Mann und die Mehrheit der Italiener wäre sehr dankbar, wenn er weiter machen würde.

    Damit Sie auch wissen worüber Sie schreiben, anbei der C.V. von Giorgio Napoletano:

    http://www.quirinale.it/q...

    2 Leserempfehlungen
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    ein 87jähriger Präsident soll durch einen
    80jährigen mann ersetzt werden und ein
    76jähriger "Politiker" (Berlusconi) treibt die itlaiensische Politik von einer Blamage in die Nächste.

    Diese Leute hätten bei einer Papstwahl aus Altersgründen Sendepause - aber Italien sollen sie reformieren - im Ernst?

    Welches Land der Welt hat so alte Politiker in Schlüsselrollen?

    In der kurzen Biografie fehlen leider einige Informationen. Zum Beispiel wie Napolitano 1956 den Einmarsch der Roten Armee in Ungarn begrüßt hat.

    Oder dass er ohne zu Zögern Berlusconis verfassungsmäßig bedenkliche Gesetze unterschrieben hat.

    Ich bin froh, dass er bald weg ist. Und ich freue mich schon auf Crozzas Interpretation von Prodi.

  4. 4. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  5. ein 87jähriger Präsident soll durch einen
    80jährigen mann ersetzt werden und ein
    76jähriger "Politiker" (Berlusconi) treibt die itlaiensische Politik von einer Blamage in die Nächste.

    Diese Leute hätten bei einer Papstwahl aus Altersgründen Sendepause - aber Italien sollen sie reformieren - im Ernst?

    Welches Land der Welt hat so alte Politiker in Schlüsselrollen?

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    was hat das mit dem Alter zu tun? Bitte sparen Sie sich die gleiche Antwort...

  6. was hat das mit dem Alter zu tun? Bitte sparen Sie sich die gleiche Antwort...

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    erlaubt.

    Mir sind die alter Herren in Italiens Politik suspekt.

    Muß Ihnen ja nicht gefallen.

  7. erlaubt.

    Mir sind die alter Herren in Italiens Politik suspekt.

    Muß Ihnen ja nicht gefallen.

    Antwort auf "Und? So what? "
    • Lefty
    • 18. April 2013 20:17 Uhr

    Italiens Politik ist unergründlich.Ich stehe jedoch nicht zur Verfügung.
    Ceterum censeo Unionem Europaeam esse delendam (frei nach Cato)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, tst
  • Schlagworte Italien | Franco Marini | Silvio Berlusconi | Giorgio Napolitano | Abgeordnetenhaus | Bewerbung
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