Militärausgaben : Schwellenländer gewinnen Rüstungswettlauf

Die Rüstungsausgaben sind erstmals seit 1998 weltweit gesunken. Doch während die USA und die Länder in Europa sparen, investieren China und Russland mehr in ihre Armeen.

Im vergangenen Jahr sind weltweit 1,75 Billionen Dollar für Waffen, Panzer und Kampfflugzeuge ausgegeben worden  – damit nach Angaben des internationalen Friedensforschungsinstituts Sipri 0,5 Prozent weniger als noch 2011. Die Wirtschafts- und Schuldenkrise sowie die daraus resultierenden Sparzwänge verursachen laut Sipri-Rüstungsexperte Sam Perlo-Freeman eine "Verschiebung des Gleichgewichts bei den globalen Rüstungsausgaben von den reichen westlichen Staaten hin zu den Schwellenländern".

Freemans Institut kann diese Entwicklung mit Zahlen untermauern. Demnach schränkten die USA ihre Rüstungsausgaben um sechs Prozent ein, und die Nato-Mitglieder in Europa verringerten ihre Militäretats um zehn Prozent. China dagegen steigerte die Investitionen in seine Wehrhaftigkeit seit 2003 um 175 Prozent; allein 2012 waren es 7,8 Prozent. Russland gab sogar 16 Prozent mehr für sein Militär aus.

Auch in anderen konfliktreichen Gebieten stiegen die Militärausgaben: So gab der Nahe Osten 8,4 Prozent mehr Geld für Militärgüter aus als noch im Jahr 2011.

USA noch immer Spitzenreiter

Absolut gesehen sind aber weiterhin die reichen Länder des Westens die Spitzenreiter. Dies gilt allen voran für die USA. Zwar macht deren Militäretat erstmals seit Ende der Sowjetunion weniger als 40 Prozent der globalen Rüstungsausgaben aus. Dennoch wenden die USA immer noch rund fünf mal so viel für militärische Zwecke auf wie China: Das KP-Regime in Peking gab im vergangenen Jahr 166 Milliarden Dollar für Militärgüter aus – die Regierung von US-Präsident Barack Obama 682 Milliarden Dollar.

Die Stockholmer Friedensforscher erwarten allerdings, dass sich dieses Ungleichgewicht in den nächsten zwei bis drei Jahren verringert: Die Militärausgaben der Schwellenländer werden weiter steigen und die der Industriestaaten weiter fallen – "zumindest bis die Nato ihren Abzug aus Afghanistan Ende 2014 abgeschlossen hat", so Perlo-Freeman.

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Kommentare

18 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Konventionelle Rüstung ist...

...immer noch sehr relevant - siehe Syrien.

Hier bedienen sich die USA und ihre "Freunde" bestimmter "Gruppen" um ein Land zu infiltrieren, und mittels Terror zu Fall zu bringen. Dieses Konzept von "Proxy-Kriegen" erfordert konventionelle Rüstung.

Wir alle wissen, daß nach diesem Konzept auch noch weitere Kriege in der Zukunft "angefacht" werden. Details können wir uns sparen.

P.S. Mir ist natürlich auch klar das die USA relativ kriegsmüde sind, aber deshalb läßt man die "schmutzige Arbeit" mittlerweile gerne von anderen erledigen.

Ergänzung zu 4.)

Die Bezeichnung "Schwellenland", wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch sehr unterschiedlich betrachtet und benutzt, d.h. es gibt hier keine einheitliche und vollumfassende Regelung:

"Eine verbindliche Liste der Schwellenländer gibt es nicht, ihre Zahl schwankt je nach Liste zwischen 10 und 30. Die Festlegung, ob ein Land ein Schwellenland ist, ist eine politische. Eine verbindliche Übersetzung in die englische Sprache gibt es zudem nicht, da unterschiedliche englische Fachbegriffe verwendet werden und diese unterschiedlich als 'Schwellenland' übersetzt werden."
http://de.wikipedia.org/w...

Mitnichten

Aber....aber...dann würden ja jegliche Existenzprobleme nicht mehr existieren und wir alle müssten uns wieder aus Langeweile abschlachten; wäre doch total doof und unfair.
Das Geld und die damit einhergehende Macht liefern uns immerhin genügend Gründe & Rechtfertigungen für unser herrlich, tierisches Verhalten.
Hören Sie doch bitte endlich auf damit, so etwas tolles schlecht zu reden.
Die Person, die sich am geschicktesten anstellt, besitzt eben am meisten.
...sprach das dekadente Wesen aus dem Westen.

Sie, werter Herr Mitforist oder werte Frau Mitforistin können ja Ihr Geld gerne ein paar Obdachlosen überlassen, damit die Welt -zumindest auf diesem Fleck- wieder ein Stückchen gerechter wird.