FrankreichEx-Minister Cahuzac soll Steuerdokumente gefälscht haben

Weitere Vorwürfe gegen Frankreichs Ex-Minister Jérôme Cahuzac: Er soll gar Steuerzertifikate gefälscht haben, um die Existenz seines Schwarzgeldkontos geheim zu halten.

Frankreichs ehemaliger Haushaltsminister Jérôme Cahuzac

Frankreichs ehemaliger Haushaltsminister Jérôme Cahuzac  |  © Charles Platiau/Reuters

Der zurückgetretene französische Haushaltsminister Jérôme Cahuzac hat sein Schwarzgeldkonto laut einem Zeitungsbericht mit einem gefälschten Steuerdokument verschleiert. Die Schweizer Privatbank Julius Bär habe Cahuzac vor einigen Jahren aufgefordert, einen Beweis vorzulegen, aus dem hervorgeht, dass das französische Finanzamt über die Existenz seines Kontos in der Schweiz informiert ist. Das schreibt der Zürcher Tages-Anzeiger. Cahuzac habe daraufhin ein "gefälschtes Steuerzertifikat" vorgelegt.

Außerdem habe Cahuzac erklärt, er habe die 600.000 Euro auf dem Konto als Schönheitschirurg verdient. Die französische Zeitung Le Monde hatte am Mittwoch aufgeführt, wie Cahuzac die 600.000 Euro vor den Steuerbehörden seines Heimatlandes geheim hielt. Demnach hatte 1992 zunächst ein Freund unter seinem Namen ein Schweizer Konto für Cahuzac eröffnet. Einige Monate später sei Cahuzac nach Genf gereist und habe das Konto auf seinen Namen umschreiben lassen.

Als die Schweiz sich 2009 zur Amtshilfe in Fällen ausländischer Steuerbetrüger bereiterklärte, kam Cahuzac laut Le Monde zu dem Schluss, dass die Lage für ihn zu riskant werde. Eine Filiale von Julius Bär sollte daher sein Geld, das auf einem sogenannten Omnibus-Konto des Finanzdienstleisters Reyl & Co. geparkt war, nach Singapur transferieren.

Bank schaltet die Steuerbehörden ein

Auf Omnibus-Konten liegen Guthaben mehrerer Anleger, deren Namen nur das kontoführende Geldinstitut kennt. Julius Bär verlangte daher den Angaben zufolge eine Auskunft über den Eigentümer des Geldes, auch wenn das Bankhaus nicht dazu verpflichtet gewesen wäre. Als dadurch klar wurde, dass es sich um einen Politiker handelte, habe Julius Bär das Dokument der französischen Steuerbehörde angefordert, bevor es das Geld nach Singapur transferierte.

Der vor knapp drei Wochen von seinem Amt als Haushaltsminister zurückgetretene Cahuzac hatte am Dienstag den Besitz eines geheimen Auslandskontos zugeben müssen, nachdem er zuvor monatelang die Öffentlichkeit belogen hatte. Gegen ihn läuft inzwischen ein formelles Ermittlungsverfahren wegen "Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung". Der Fall stürzte den französischen Staatschef François Hollande und seine Regierung in eine Krise. Hollande hatte im Wahlkampf eine "vorbildliche" Republik versprochen.

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Leserkommentare
    • Lefty
    • 07. April 2013 10:52 Uhr

    dann steckt eine Menge kriminelle Energie dahinter.Doch wen würde es wundern?
    Und: Man sollte lieber nicht mit Fingern auf andere zeigen,es könnte einen selbst treffen....

  1. Ich weiß, dass NDR und SZ ihren Informantenschutz hochhalten, und das ist auch gut so:
    Aber irgendwie wäre ich schon interessiert an dem/n Namen noch lebender
    deutscher Staatsbürger, die, ich sach mal so ..., ihr Vermögen mit zumeist krimineller Energie ins Ausland drücken und mehrmals um die Welt rotieren lassen, bis keiner mehr so recht weiß, wer dahinter steckt.
    Also ich bin guter Hoffnung, dass da irgendwann sich ein Leck öffnet. Und vermutlich wird die Überraschung eine größere sein.

  2. Könntet Ihr Euch mal um die richtig großen Brocken kümmern. War nicht schon Zumwinkel mit 999.999,99 Euro dabei und hat ein harte Strafe bekommen? (Ironie off) -

    Wie wäre es mit Entzug der Banklizenz für die Deutsche Bank z.B..
    Ausserdem ein lügender Politiker? Wo bitte ist die News? Tstststss

  3. wetten, dass sich auch dieses Mal wieder ein Staatsanwalt finden lässt, der "versehentlich" versäumt rechtzeitig Anklage zu erheben, um den Kerl in den Knast zu bringen?

  4. 5. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, fz
  • Schlagworte Frankreich | Steuer | Finanzbehörde | Schweiz | Bank | Haushaltspolitik
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