Die syrische Opposition hat sich vom Terrorismus distanziert. Bei einem Treffen der wichtigsten Länder der Syrien-Freundesgruppe in Istanbul verpflichtete sich die Syrische Nationale Koalition auf das Ziel, einen demokratischen und pluralistischen Staat aufzubauen. Racheakte gegen jegliche Gruppen in Syrien werde sie nicht zulassen. Die Waffen der Opposition würden nicht in falsche Hände geraten.

"Wir erkennen an, dass es in Syrien radikale/extremistische Elemente gibt, die ihre eigene Agenda verfolgen. Wir weisen alle Formen von Terrorismus und jede extremistische Ideologie oder Mentalität zurück, wie es auch das syrische Volk macht", hieß es in der Erklärung. Die Opposition erfüllt damit eine wesentliche Forderung der Freundesgruppe. Diese stellte im Gegenzug weitere Hilfen in Aussicht.

Nach Aussage des britischen Außenministers William Hague werde die EU in den kommenden Wochen über Lockerungen des Embargos beraten, das die Lieferung von Waffen an syrische Rebellen untersagt. US-Außenminister John Kerry sagte eine Verdoppelung der US-Hilfen für nicht tödliche Waffen auf 250 Millionen Dollar zu. Außerdem soll es zusätzliche humanitäre Hilfe geben. Auch Deutschland will weiteres Geld zur Verfügung stellen, Außenminister Guido Westerwelle nannte aber keine Summe.

"Kein Platz für diejenigen mit Blut an den Händen"

In ihrer Erklärung teilte die syrische Opposition mit, sie garantiere "die Rechte, die Interessen und die Teilhabe aller Teile des syrischen nationalen Gefüges beim Aufbau der Zukunft Syriens". Mit der bisherigen Unterstützung zeigte sie sich unzufrieden: "Wir erwarten mehr. Die humanitäre Lage in Syrien erfordert eine stärkere Unterstützung", sagte der Vorsitzende der Nationalen Koalition, Moas al-Chatib.

Die Freundesgruppe begrüßte die Erklärung. Ziel in Syrien bleibe eine politische Lösung. "Wir sagen, genug ist genug. Dieses Massaker muss ein für allemal gestoppt werden", sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu. Kerry sagte: "Unsere Hoffnung ist, dass wir irgendwie zu Verhandlungen kommen können." Für Machthaber Baschar al-Assad gebe es in Syrien keine Zukunft, schreiben die Außenminister in einer gemeinsamen Erklärung. "Wer Blut an seinen Händen hat, für den ist kein Platz", sagte Davutoglu.

Die Opposition forderte gezielte Luftangriffe auf das Raketenarsenal des Assad-Regimes: Die internationale Gemeinschaft habe die "moralische Verpflichtung", "spezifische, präzise und unverzügliche Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten vor ballistischen Raketen zu ergreifen". Assad schieße "seine Raketen auf dicht besiedelte Gebiete", hieß es von der Übergangsregierung. Geld werde dieses Problem nicht lösen. "Was wir fordern, sind gezielte Angriffe, um die Abschussanlagen (der Scud-Raketen) so zu zerstören, dass wir wenigstens nicht mehr dieses alltägliche Risiko haben, das auf unserer Bevölkerung lastet." Die Syrer wüssten, "dass viele Länder der Gruppe der Freunde Syriens diese Fähigkeit zu gezielten Angriffen besitzen", hieß es in der Erklärung der Opposition. "Aber bisher ist nichts Ernsthaftes unternommen worden."