TerrorismusAnschlag auf französische Botschaft in Tripolis

Die Sicherheitslage in Libyen bleibt fragil: In der Hauptstadt Tripolis wurde die französische Botschaft attackiert. Zwei Wachmänner wurden durch eine Autobombe verletzt.

Trümmerhaufen vor der französischen Botschaft in Tripolis

Trümmerhaufen vor der französischen Botschaft in Tripolis  |  © Ismail Zitouny/Reuters

Auf die französische Botschaft in Tripolis ist ein Anschlag verübt geworden. Nach Angaben von Botschafts- und Sicherheitskreisen detonierte eine Autobombe. Dabei wurden zwei französische Wachmänner teils schwer verletzt. Durch die Wucht der Explosion wurde das Gebäude erheblich beschädigt.

Augenzeugen berichten von zwei ausgebrannten Fahrzeugen vor dem Botschaftsgelände. Ein Teil der Mauer sei zerstört worden.

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Die Sicherheitslage in Libyen ist eineinhalb Jahre nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi noch immer fragil. Im September 2009 war das US-Konsulat in Bengasi angegriffen worden. Dabei wurden der US-Botschafter sowie drei weitere Diplomaten getötet.

Nach dem Ende der Gaddafi-Ära sollen in Libyen in diesem Jahr die ersten echten Parlamentswahlen stattfinden. Der langjährige Machthaber Gaddafi war am 20. Oktober 2011 auf der Flucht gefasst und getötet worden.

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Leserkommentare
  1. Eine Umfrage zur arabischen öffentlichen Meinung des Zogby International und der Universität Maryland für die Brookings Institution von 2010, durchgeführt in relativ moderaten Ländern ( Ägypten, Jordanien, dem Libanon, Marokko, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emirate) ergab einen leidenschaftlichen Hass auf den Westen und das Fehlen von Verständnis für Demokratie und Liberalismus. Danach gefragt, welchen Auslandsführer sie am meisten bewundern, nennen fast 70 Prozent einen Islamisten oder einen Unterstützer der Kräfte dieser Bewegung.

    Noch schockierender ist eine 2005 veröffentlichte und in palästinensischen Zeitungen berichtete Umfrage. Diese stellte fest, dass 65% der Palästinenser „Al-Qaida-Aktionen in den USA und Europa unterstützen“ (Quelle: Wordpress.com).

    Leider finden solche Information sowie Berichte über einen extremen Antisemitismus in der Region über unsere Medien nur sehr selten den Weg an die Öffentlichkeit.

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  2. Die Medien zeigen kaum Interesse an den Menschenrechtsverletzungen in Libyen:

    The second anniversary of Nato's intervention on the side of the Libyan rebels and against Muammar Gaddafi passed with scarcely a mention by foreign governments and media who were so concerned about the security and human rights of the Libyan people in 2011. This should be no surprise, since Libya today is visibly falling apart as a country and Libyans are at the mercy of militiamen who prey on those whom they formerly claimed to protect.

    http://www.independent.co...

    Libyen – in der Hand der Milizen:

    More than 18 months since the end of Libya's civil war, the most attractive job for many of the young is still to join a militia. In fact, just under a tenth of Libya's labor force may be working as gunmen.

    Saad al-Arily, a veteran Libyan economist, estimated that the government spent the equivalent of nearly $1 billion on militias in 2012. Each militiaman gets a salary ranging from $400 to $2,300 a month.

    http://www.usatoday.com/s...

    Wer muss um sein Leben fürchten:

    Schwarzafrikaner

    Frauen, die für ihre Rechte eintreten

    Sufis und Christen

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    Es gibt auch andere Meldungen.
    http://www.libyaherald.co...
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    http://www.tripolipost.co...
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    Mein Augenschein sagt mir, dass langsam aber sicher mehr Ordnung einkehrt im Lande auch wenn es manchen Extremisten nicht in den Kram zu passen scheint.

    • FLH80
    • 23. April 2013 12:22 Uhr

    sind diese Ergebnisse schockierend.
    Allerdings nur dann, wenn man diese Fakten zuvor ignoriert, wie es die westliche Presse dauernd tut.
    Dann sind Staaten wie Saudi-Arabien oder Bahrain und Katar "Partner" und "Freunde" - ohne dass man erkennt, dass es einen himmelweiten Unterschied gibt zwischen der Staatsführung und der "Straße".
    Und genau aus dieser Ignoranz - die leider nicht nur in den Medien, sondern (weit schlimmer!!) auch in der Politik unseres Landes zu finden ist - erwächst eine immense Gefahr, wenn wir nach solch simplen und jederzeit umkehrbaren Freund-Feind-Mustern die Staaten auch noch bewaffnen, ohne zu wissen, was mit diesen Waffen passiert, wer sie weitergeliefert bekommt usw.
    Was den Antisemitismus anbetrifft, so wächst der, je mehr die "arabische Straße" erkennt, dass die Politik Europas und der USA zugunsten Israels und zu Lasten der arabischen "Brüder" in Gaza und den besetzten Gebieten ausfällt.
    Die Führung der arabischen "Partner" schert sich eher einen Dreck um die Meinung des Volkers, veranstaltet lieber Formel 1-Rennen und Fußball-WMs und schlägt Aufstände der Bevölkerung wie in Bahrain genauso brutal nieder wie Assad.
    Dann braucht man sich über langfristige, antiwestliche und -semitische Reaktionen wie die zitierten eigentlich nicht zu wundern!!

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    @FLH80, Sie irren. Der Judenhass in der Region ist älter als Israel und selbst wenn Israel von der Landkarte verschwindet, würde das das Ansehen der Juden nicht verbessern.
    Und der Selbsthass des Westens bestärkt die Islamisten in der Region noch in Ihrer Überzeugung der moralischen Überlegenheit. Vermutlich wird das aber noch etwas dauern, bis sich die Erkenntnis hierzulande rumgesprochen hat.

    Übrigens, Ägypten hat jetzt einen Präsidenten, der seine Landsleute aufforderte "unsere Kinder und Enkelkinder zum Hass auf die Juden und Zionisten zu erziehen" und der Juden als "Nachfolgen von Affen und Schweinen" bezeichnet (Quelle: MEMRI TV).

  3. @FLH80, Sie irren. Der Judenhass in der Region ist älter als Israel und selbst wenn Israel von der Landkarte verschwindet, würde das das Ansehen der Juden nicht verbessern.
    Und der Selbsthass des Westens bestärkt die Islamisten in der Region noch in Ihrer Überzeugung der moralischen Überlegenheit. Vermutlich wird das aber noch etwas dauern, bis sich die Erkenntnis hierzulande rumgesprochen hat.

    Übrigens, Ägypten hat jetzt einen Präsidenten, der seine Landsleute aufforderte "unsere Kinder und Enkelkinder zum Hass auf die Juden und Zionisten zu erziehen" und der Juden als "Nachfolgen von Affen und Schweinen" bezeichnet (Quelle: MEMRI TV).

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    Antwort auf "In der Tat"
  4. Es gibt auch andere Meldungen.
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    Mein Augenschein sagt mir, dass langsam aber sicher mehr Ordnung einkehrt im Lande auch wenn es manchen Extremisten nicht in den Kram zu passen scheint.

    2 Leserempfehlungen
    • gooder
    • 23. April 2013 15:20 Uhr

    Frankreich hat sich bei der Unterstützung der sogenannten lOpposition ja besonders hervorgetan, der Einsatz der NATO kam besonders auf Drängen der französichen Regierung unter Sarkozy zu Stande. Wenn man solche Personen nach oben bombt, bzw. bomben lässt, muss man sich nun nicht wundern.

  5. Es war bisher eher verwunderlich, dass bei der riesigen Menge an Waffen und Explosivstoffen, die in Libyen kursieren und bekanntermassen die gesamte Region überschwemmen, in Libyen selbst relativ wenig passierte. Es konnte nur eine Frage der Zeit sein, bis selbsternannte Heilsbringer und/oder Syrien-Rückkehrer mit geschultem Blick die Möglichkeit sahen, grossen Schaden anzurichten.

    In diesem Fall war immenses Glück im Spiel: Kurze Zeit später wäre genau dieser Strassenabschnitt voller Schulkinder gewesen. - Es wird kein Weg daran vorbei führen, die Umgebung sensibler Gebäude in Tripolis mit Kameras zu überwachen und das Parken an nicht verstärkten Mauern zu kontrollieren. - Ob die Situation sich so verschärfen wird wie in Algerien, wo es seit langem weite Sicherheitsperimeter um alle möglichen Gebäude gibt, bleibt abzuwarten.

    Und der Schlendrian der libyschen Verwaltung, von denen die Feuerwehr nach einer, die Polizei erst nach zwei Stunden vor Ort waren, hat sich bisher gegenüber Gaddafi-Zeiten auch noch nicht gebessert. Aber wenigstens muss man sie heutzutage nicht mehr mit dem eigenen Fahrzeug in der Wache abholen...

    Aber ist gilt weiterhin: Es gibt noch viel zu tun in Libyen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, kg
  • Schlagworte Anschlag | Botschaft | Diplomat | Fahrzeug | Gebäude | Libyen
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