Korea-KonfliktUSA beschwichtigen – und schicken Waffen

Die Regierung in Washington sieht keine Anzeichen für eine militärische Mobilmachung in Nordkorea. Gleichwohl verstärken die USA ihre militärische Präsenz in der Region.

Der US-Zerstörer "USS Fitzgerald" Anfang Oktober 2011 im Hafen von Wladiwostok

Der US-Zerstörer "USS Fitzgerald" Anfang Oktober 2011 im Hafen von Wladiwostok

Die militärischen Drohungen aus Pjöngjang sind für die US-Regierung nichts als pure Provokation. Es gebe bei der Aufstellung des nordkoreanischen Militärs keine Hinweise auf "umfangreiche Mobilisierungen und Positionierung von Truppen", sagte der Sprecher des Weißen Haus, Jay Carney. Deshalb gehe man davon aus, dass das Regime von Nordkoreas Führer Kim Jong Un seine verbalen Attacken gegen Südkorea und die USA nicht in die Tat umsetzen wird.

"Wir haben keine Taten gesehen, die die Rhetorik untermauern", fügte der Sprecher von Präsident Barack Obama hinzu. Er überlasse es den Experten zu beurteilen, warum Äußerungen und Taten der nordkoreanischen Führung voneinander abwichen.

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Das kommunistische Nordkorea hatte am Samstag den Kriegszustand mit Südkorea erklärt und mit einem Atomkrieg gedroht. Daraufhin kündigte der Süden für den Ernstfall Vergeltung an. Auf militärische Provokationen des Nachbarlandes werde man "ohne Rücksicht auf jede politische Abwägung" prompt und strikt reagieren, sagte die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye. Beide Länder befinden sich formal ohnehin im Kriegszustand, der Korea-Krieg endete im Jahr 1953 lediglich mit einer Waffenruhe.

Mehr US-Kampfjets in der Region

Trotz der beschwichtigenden Äußerungen tragen die USA den wachsenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel Rechnung und verstärken dort ihre militärische Präsenz. So bezog das mit Raketen bestückte Zerstörerschiff USS Fitzgerald vor der Südwestküste Stellung, statt wie geplant nach einem Militärmanöver mit Südkorea wieder in seinen Heimathafen in Japan zurückzukehren.

Zudem kündigten die USA an, ein schwimmendes Überwachungsradar näher an die Küste Nordkoreas zu bringen, und gaben bekannt, weitere hochmoderne Kampfflugzeuge in die Region zu entsenden. Dabei handelt es sich um zwei Tarnkappenbomber des Typs F-22 Raptor. Bereits in der vergangenen Woche hatten die USA zwei Tarnkappenbomber und zwei atomwaffenfähige B-52-Bomber nach Südkorea geschickt.

Nordkorea zur Urananreicherung fähig?

Das Regime in Nordkorea gibt sich derweil weiter unnachgiebig. Machthaber Kim Jong Un bezeichnete Atomwaffen als Garant für die Souveränität des Landes. "Sie dienen  der Abschreckung und sind Grundlage für Wohlstand", sagte er am Sonntag in einer Rede vor dem Zentralkomitee der Arbeiterpartei. "Die Atomstreitmacht der Volksrepublik stellt das Leben der Nation dar." Laut Staatsmedien verabschiedete die Oberste Volksversammlung in Pjöngjang – das Parlament in Nordkorea – inzwischen ein Gesetz "zur Festigung der Position des Landes als Atomwaffenstaat zur Selbstverteidigung".

Medienberichten zufolge ist das Regime in seinem Atomwaffenprogramm einen entscheidenden Schritt weiter. Wie die Washington Post unter Berufung auf US-Regierungskreise berichtet hatte, könnte Pjöngjang bei seinem jüngsten Nuklearversuch im Februar eine Atombombe mit hoch angereichertem Uran gezündet haben. Dies würde bedeuten, dass das Regime zur Urananreicherung fähig ist und dabei eventuell mit dem Iran zusammenarbeitet.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich weiß zwar nicht ganz genau worauf Sie hinauswollen, wenn Sie von Aggressoren sprechen, aber Sie können es auch historisch betrachten.

    Ein Bomber, oder sein Vorgänger, das Luftschiff wurde entwickelt um den Gegner am Boden anzugreifen. Danach hat man das Jagdflugzeug gebaut, um sich gegen feindliche Bomber (oder Luftschiff) verteidigen zu können. Erkennen Sie da den Unterschied zwischen Offensiv (Angriff) und Defensiv (Verteidigung)?

    Stealtheigenschaften? Mmh, schon mal darüber nachgedacht, dass ein Bomber auch Radar und Abwehrfähigkeiten hat? Ein Jagdflugzeug mit Tarneigenschaften ist also fähig sich unerkannt an das Ziel heranzupirschen. Hätte Vorteile, oder?

    Boden- Luftraketen? Sie formulieren dies als Frage, aus Ihrer Sicht mit einem vermeintlich intelligenten Unterton, aber gerade diese Waffe ist quasi ein Paradebeispiel einer Defensivwaffe, nahezu kein Graubereich zur Offensivwaffe. Zum Angriff nicht einsetzbar.

    Aus der Sicht eines Schulkinds mag diese einfache Logik zwar mangelhaft sein, denn Rakete ist böse und ein Schießgewehr auch. Und der Ami ärgert den kleinen, dicken Kim. Aber realistisch betrachtet belustigt mich Ihre, oder wahrscheinlich lieber deine Bewertung eher.

    2 Leser-Empfehlungen
    • vonDü
    • 02.04.2013 um 14:18 Uhr

    "Oh man bemerkt schon Widersprüche....nun wird die offensichtliche militärische Bedrohung der KDVR durch den US-Imperialismus mit einem "nervösen Südkorea" gerechtfertigt. Absurd."

    Absurd ist wohl eher die Annahme, dass ein Kriegsschiff und ein paar Flugzeuge mehr, militärisch entscheidend ins Gewicht fallen. Absurd ist auch der Gedanke, dass die USA ein gesteigertes Interesse daran haben, das "sozialistische Paradies" Nordkorea in ihr "Imperium" einzugliedern. Nicht nur bei den Formulierungen, auch beim holzschnittartigen Weltbild scheinen Sie mir im kalten Krieg hängen geblieben zu sein.

    Eine Leser-Empfehlung
  2. mich mit ihren interessanten Theorien zu beschäftigen. Es sei Ihnen gesagt, dass ich mich durch nordkoreanische Freunde durchaus bestens informiert fühle. Ich persönlich empfehle Ihnen einen Blick bei:
    http://nordkoreainfo.word...
    dort auf "Links zur Selbstrecherche" und nicht vergessen die ideologischen Scheuklappen abzulegen. Die hindern beim sinn entnehmenden Lesen.

    Antwort auf "Absurd ist"
  3. F22 Raptor sind keine Bomber, wie im Artikel behauptet.

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