Die neue isländische Regierung setzt die Beitrittsverhandlungen mit der EU aus. Zunächst solle es über den EU-Beitritt ein Referendum geben, heißt es in der am heutigen Mittwoch unterzeichneten Koalitionsvereinbarung der konservativen Unabhängigkeitspartei und der zentristischen Fortschrittspartei. 

Die Parteien hatten bei der Wahl Ende April einen klaren Sieg errungen, die Sozialdemokraten der scheidenden Regierungschefin Johanna Sigurdardóttir fuhren eine deutliche Niederlage ein. Sigurdardóttir hatte die Sparauflagen im Zusammenhang mit dem internationalen Hilfspaket für Island umgesetzt und die Annäherung an die EU vorangetrieben.

Die Unabhängigkeitspartei hatte im Wahlkampf den Abbruch der Beitrittsverhandlungen gefordert. Island hatte die Aufnahme in die EU 2009 beantragt. Die Gespräche mit der EU laufen seit dem Sommer 2010. Als Grund für den Abbruch der Verhandlungen hatte der konservative Parteichef Bjarni Benediktsson im Wahlkampf bessere wirtschaftliche Chancen ohne eine EU-Mitgliedschaft genannt.