Kämpfer der syrischen Rebellen in der Stadt Deir al-Zor © Khalil Ashawi/Reuters

Das Militär des syrischen Machthabers Baschar al-Assad ist nach Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND) wieder erstarkt. BND-Chef Gerhard Schindler habe Sicherheitspolitiker in geheimer Sitzung informiert, dass in diesem Jahr mit einem Vorrücken der Armee im Kampf gegen die Rebellen zu rechnen sei, berichtete Spiegel Online

Das syrische Militär sei derzeit so stark sei wie seit Langem nicht mehr. Der deutsche Auslandsgeheimdienst habe sein Lagebild des Bürgerkriegs revidiert. Im Dezember hatte sich Schindler noch überzeugt gezeigt, dass sich die Herrschaft der syrischen Führung dem Ende neige.

Nach Ansicht des BND haben Assads Truppen wieder funktionsfähige Nachschubwege für Waffen, hieß es in dem Bericht weiter. Auch die Versorgung mit Sprit für Panzer und die Luftwaffe sei wieder angelaufen. Damit könne die Armee verlorenen Boden zurückgewinnen. Allerdings kann Assad dem BND zufolge die Aufständischen zwar in Schach halten, das Regime habe aber kaum Chancen, die Oppositionskräfte zu besiegen.

Am Wochenende hatten Assads Truppen eine Großoffensive gegen die Rebellen-Stadt Kusair an der Grenze zum Libanon gestartet. An der Seite der Regierungstruppen kämpften auch Soldaten der libanesischen Islamisten-Miliz Hisbollah.

In den Bürgerkrieg werden zunehmend auch Nachbarländer hineingezogen. Der Syrien-Konflikt dehnt sich inzwischen auf den Libanon aus. Bei Ausschreitungen zwischen Unterstützern und Gegnern von Syriens Staatschef Assad in der nordlibanesischen Stadt Tripoli wurden am Dienstag mindestens vier Menschen getötet und 35 verletzt, teilten libanesischen Behörden mit. Die Armee entsandte Soldaten, um die Gewalt zu stoppen.

In Tripoli gibt es seit einem Jahr immer wieder blutige Zusammenstöße zwischen Bewohnern verschiedener Stadtviertel und Religionsrichtungen. Unter den Toten von Dienstag waren den Angaben zufolge zwei Männer aus dem sunnitischen Viertel Bab al-Tebanneh, dessen Bewohner die Aufständischen in Syrien unterstützen. Zudem wurden ein Mann aus einem weiteren sunnitischen Stadtteil getötet sowie ein Bewohner des Viertels Dschabal Mohsen, in dem Alawiten leben. Dieser Abspaltung des schiitischen Islam gehört auch Assad an.