Syriens Staatspräsident Baschar al Assad © Khaled al-Hariri/Reuters

Syriens Präsident Baschar al-Assad hält an seinem Amt fest. "Rücktritt wäre Flucht", sagte Assad in einem Interview mit der argentinischen Nachrichtenagentur Télam und der Tageszeitung Clarín

Die ausländischen Rücktrittsforderungen, etwa von US-Außenminister John Kerry, wies er zurück. "Ich weiß nicht, ob Kerry oder jemand anderes vom syrischen Volk die Macht bekommen hat, in seinem Namen zu sagen, wer gehen und wer bleiben soll", sagte Assad. Über die künftige Führung des Landes werde bei den Präsidentschaftswahlen 2014 entschieden.

Zugleich widersprach er dem Vorwurf, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. "Wenn diese Waffen gegen eine Stadt oder ein Viertel eingesetzt worden wären, ist es glaubwürdig, dass es nur 10 oder 20 Opfer gibt?", fragte Assad. Der Einsatz solcher Waffen hätte den Tod Zehntausender Menschen zur Folge und könnte daher kaum verheimlicht werden, sagte Assad.  

Er wertete die Anschuldigungen als Zeichen für den Beginn eines militärischen Eingreifens des Westens. US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Chemiewaffen als "rote Linie" für einen Einsatz im Syrien-Konflikt bezeichnet. Laut Kerry verfügen die USA inzwischen über "solide Beweise" für einen Chemiewaffeneinsatz durch die syrische Führung.

Assads Terrorismus

Assad zeigte sich in dem Interview offen für die Bemühungen der USA und Russlands, die eine internationale Konferenz zur Lösung des Syrienkonflikts organisieren wollen. Er glaube jedoch nicht, dass "eine politische Konferenz den Terrorismus am Boden beenden kann." Als Terroristen bezeichnet die syrische Regierung die von islamistischen Kämpfern unterstützten Rebellen im Land.

Zugleich scheint sich der Konflikt zwischen Israel und Syrien zu verschärfen. Überwachungssatelliten hätten registriert, dass die syrische Armee Boden-Boden-Raketen auf Tel Aviv ausgerichtet hätte. Das berichtet die Sunday Times. Israel hat nach Medienberichten seit Jahresbeginn bereits dreimal Ziele in Syrien bombardiert, um die Übergabe von Waffen an Hisbollah zu verhindern.