US-GeheimdiensteNeue Vorwürfe gegen Clinton wegen des Attentats in Bengasi

E-Mails sollen beweisen, dass der CIA-Bericht zum Anschlag in Bengasi manipuliert wurde: Das Außenministerium lieferte sich wohl einen Papierkrieg mit dem Geheimdienst.

Barack Obama und Hillary Clinton bei einer Trauerfeier für die vier in Bengasi getöteten Amerikaner in der Nähe von Washington

Barack Obama und Hillary Clinton bei einer Trauerfeier für die vier in Bengasi getöteten Amerikaner in der Nähe von Washington  |  ©Jason Reed/Reuters

Das Weiße Haus und das US-Außenministerium stehen im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf das amerikanische Konsulat im libyschen Bengasi erneut in der Kritik. Der TV-Sender ABC News warf der Regierung vor, interne Schreiben des Auslandsgeheimdienstes CIA manipuliert zu haben, um den Anschlag vom 11. September 2012 herunterzuspielen. Bei dem Angriff auf das Konsulat waren der US-Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Diplomaten ums Leben gekommen.

Die Sprecherin der damaligen Außenministerin Hillary Clinton, Victoria Nuland, habe die Änderungen initiiert, berichtet ABC News. Die umgeschriebenen Notizen hätten unter anderem UN-Botschafterin Susan Rice als Argumentationshilfe gedient. 

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ABC behauptet, E-Mails mit zwölf verschiedenen Versionen dieser "talking points" zugespielt bekommen zu haben, die den Schluss erlauben, dass es einen "intensiven bürokratischen Kampf" um die Sprachregelung zwischen dem US-Außenministerium und der CIA gegeben habe. Das Ministerium habe zahlreiche Änderungen an dem von dem Geheimdienst gelieferten Bericht durchgesetzt – offenbar aus Angst vor Kritik der Opposition im US-Kongress.

Das Attentat war erst Tage später von der Regierung ausdrücklich als gezielter Terrorangriff eingestuft worden. In einem Untersuchungsbericht wurde Clintons Ministerium angelastet, es habe nicht genug erfahrene Sicherheitsleute zur Verfügung gestellt. Mehrere hochrangige Mitarbeiter mussten deswegen ihren Posten räumen.

Weißes Haus bleibt bei seiner Darstellung

Aus den bearbeiteten Schriftstücken seien alle Hinweise aus den Originalen gestrichen worden, die auf das mit Al-Kaida verwandte Terrornetzwerk Ansar al-Sharia gewiesen hätten, berichtet ABC News. Entfernt worden seien auch Informationen darüber, dass die CIA im Vorfeld vor einem bevorstehenden Terroranschlag gewarnt habe.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, hatte solche Eingriffe bereits im November dementiert und behauptet, in den Schriften sei lediglich ein einziges Wort verändert worden. Am Freitag bekräftigte Carney diese Darstellung: Die einzige Änderung, die das Weiße Haus oder das Außenministerium vorgenommen habe, hätte sich auf die Ortsbezeichnung in Bengasi bezogen. Man habe aus einem "Konsulat" einen "diplomatischen Posten" gemacht.

Die oppositionellen Republikaner warfen Außenministerin Clinton seinerzeit vor, sie habe den Anschlag als spontanen Übergriff nach einem anti-muslimischen Schmähvideo herunterspielen wollen. In einer Anhörung vor dem Kongress verlangten sie am Donnerstag mehr Informationen über die Vorgänge rund um das Attentat.

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Leserkommentare
  1. wollte, dass in den USA wieder [...] Jagd auf Muslime macht, soll nun Clinton für "Vertuschungen" verantwortlich gemacht.
    Wieso ist es in diesem Zusammenhang überhaupt wichtig, über die vermeintliche Religionszügehörigkeit der Täter zu spekulieren?

    Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Kommentarstil. Danke, die Redaktion/sam

  2. " Man habe aus einem "Konsulat" einen "diplomatischen Posten" gemacht."

    Und das "Konsulat" war dann auch eher eine Einrichtung der CIA für lokale Operationen für dessen Tarnung eine Hand voll Mitarbeiter des State Department dort beschäftigt waren:
    http://www.telegraph.co.u...

    2 Leserempfehlungen
  3. Die Republikaner sind einfach sauer, dass sie schon zweimal die Wahl verloren haben und vermutlich auch nächstes Mal verlieren würden, falls Clinton kandidiert. Es liegt ihnen also daran, sie schon im voraus mit Schmutz zu bewerfen. Sie glaubten, Bengasi böte ihnen eine Gelegenheit hierzu, doch der Senatsausschuss fand, dass Frau Clinton unbeteiligt war.

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    sind sie CIA-Mitarbeiter, oder woher wissen Sie, dass die Darstellung von ABC falsch und die vom Weißen Haus richtig ist?

  4. 4. Ahaaa

    sind sie CIA-Mitarbeiter, oder woher wissen Sie, dass die Darstellung von ABC falsch und die vom Weißen Haus richtig ist?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sc
  • Schlagworte US-Außenministerium | Susan Rice
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