CyberspionageUSA werfen Chinas Regierung Hacker-Angriffe vor

Unverblümte Vorwürfe an die Regierung in Peking: Laut Pentagon sollen chinesische Regierungshacker die USA angreifen, um die Militär- und Außenpolitik auszuspionieren.

Die USA haben China Cyberspionage gegen die US-Regierung vorgeworfen. Peking versuche, durch Hacker-Angriffe Informationen über die Außenpolitik und die militärischen Planungen der Vereinigten Staaten zu sammeln, heißt es in einem Bericht des Pentagons. Demnach gingen Angriffe gegen die USA von der chinesischen Regierung und dem Militär aus.

Im vergangenen Jahr habe das Land eine andauernde Hacker-Kampagne geführt. China nutze die Angriffe, um Geheimdienstinformationen über die diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Aktivitäten der USA zu sammeln.

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Ziel der Angriffe sei es auch, für die chinesische Industrie Informationen über US-Rüstungsgüter zu beschaffen. Außerdem gehe es darum, herauszufinden, wie die USA China-bezogene Themen bewerteten und welche Informationen sie über das chinesische Militär habe.

Es ist das erste Mal, dass die USA China derart deutlich Cyberspionage vorwerfen. Washington hatte Peking zwar schon zuvor aufgerufen, gegen Onlinedatenklau vorzugehen, dabei ging es aber stets um Hacker-Angriffe auf Unternehmen.

China als "bedrohlichster Akteur" im Cyberspace

Chinas Militär wies die Vorwürfe als "unverantwortlich" zurück. Der Bericht enthalte "haltlose Beschuldigungen", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua einen Wissenschaftler der Militärakademie. "Auch wenn allgemein bekannt ist, dass der Ursprung von Hacker-Angriffen nicht nur durch die Internet-Protokoll-Adresse bestimmt werden kann, ziehen es einige Leute im Pentagon weiter vor zu glauben, dass sie aus China kommen, weil sie immer ein Gefühl der Rivalität haben", sagte er.

Chinas Regierungschef Li Keqiang hatte die vorherigen Beschwerden der USA als "grundlose Anschuldigungen" zurückgewiesen. Hackerangriffe seien ein weltweites Problem. China unterstütze solche Attacken nicht und lehne sie ab.

Bereits im Februar hatte die Internet-Sicherheitsfirma Mandiant berichtet, dass das chinesische Militär mit einer Hacker-Sondereinheit Unternehmen, Medien und Regierungsbehörden in den USA ausspioniert – und das mit dem Wissen und der "direkten Unterstützung" Pekings. Ein Bericht des US-Kongresses bezeichnete China im letzten Jahr als den "bedrohlichsten Akteur" im Cyberspace.

Dem Pentagon-Bericht zufolge lagen Chinas Militärausgaben im vergangenen Jahr bei umgerechnet zwischen 102 und 163 Milliarden Euro und damit deutlich höher als die von Peking offiziell gemeldeten Zahlen.

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Leserkommentare
  1. dass direkt unter diesem Artikel auf einen Bericht mit der Überschrift

    "Obama erlaubt Angriff auf fremde Netze"

    verlinkt wird...

    14 Leserempfehlungen
    • topu78
    • 07. Mai 2013 9:21 Uhr

    Als ob sich die USA nicht selbst dazu ermächtigen würde, ihren Nachrichtendiensten CIA, NSA und DIA in jedem nur erdenklichem Land herumschnüffeln zu lassen. Die NSA hat sich u.a. ein komplettes Datencenter für 600 Millionen einrichten lassen (http://www.wired.com/thre...). Wie das Ausspionieren von Daten funktioniert, wird auch die USA wissen und sicherlich anwenden - von daher: verlogene Doppelmoral

    9 Leserempfehlungen
    • Mika B
    • 07. Mai 2013 10:03 Uhr

    sondern auch einer freien unabhängigen Presse nicht würdig solche Beitrage unreflektiert abzudrucken, ich dachte die Zeiten des "großen Bruders" vor dem jeder auch die Presse ideologisch und politisch "Stramm Stehen" müsse wären vorbei.
    Die USA haben schließlich mehr staatliche Schnüffeldienste und Technik (weltweites Abhörnetz Echolon ect.) als sonnst kaum ein Land, vermutlich ist es sogar von Vorteil wenn sie hier mal etwas Konkurrenz bekommen als Welt(be)herrscher.
    Im kalten Krieg war ein gewisses Gleichgewicht auch von Vorteil.

    6 Leserempfehlungen
  2. 4. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Debatten leisten möchten. Danke, die Redaktion/jk

    • Lu-S
    • 07. Mai 2013 10:11 Uhr

    Wer hat den Iran mit Stuxnet angegriffen? Von wem stammt das Spionageprogramm Flame? Für einen Moment hätte ich gedacht, daß die USA dahinter stecken. Müssen aber wohl die bösen Chinesen gwesen sein.

    3 Leserempfehlungen
    • 可为
    • 07. Mai 2013 10:59 Uhr

    im Normalfall aber immer in allen Belangen etwas weniger, bzw. etwas harmloser...

    Das eigentliche Problem hier ist, dass die USA nicht damit zurecht kommen in absehbarer Zeit von ihrem Thron verdrängt zu werden.

    2 Leserempfehlungen
    • 可为
    • 07. Mai 2013 11:01 Uhr

    wäre es wirklich zuviel verlangt mal einen neutralen Artikel zu schreiben, der beide Seiten darstellt ?

    Eine Leserempfehlung
    • y5rx
    • 07. Mai 2013 11:10 Uhr

    Und ich hatte schon befürchtet, es würde heute nix zu lachen geben!

    Schon mal was von Echelon gehört? http://de.wikipedia.org/w...
    Das machen die Amis doch schon seit es Funk gibt. Und sich jetzt beschweren, daß die bösen Chinesen das auch machen. Und was wird da grad nochmal in Utah gebaut? http://www.heise.de/tp/bl... OK, das richtet sich vor allem gegen das eigene Volk, aber sowas haben weder die bösen Russen noch die hinterhältigen Chinesen!
    Nee, liebe Zeit-Redaktion, das war jetzt mal kein ausgewogener, neutraler Bericht!

    4 Leserempfehlungen
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    die Quelle des Artikels angegeben werden:

    http://www.defense.gov/news/

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, ff
  • Schlagworte China | Militär | USA | Außenpolitik | Cyberspace | Li Keqiang
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