Taliban-Terror : Großbritannien schützt seine afghanischen Helfer

Was geschieht mit gefährdeten Übersetzern der internationalen Truppen in Afghanistan? Während Deutschland noch diskutiert, gibt Großbritannien Visa aus.
Ein britischer Soldat mit einem Übersetzer während einer Übung © Leon Neal/AFP/Getty Images

Etwa 600 afghanische Dolmetscher dürfen nach dem Ende des Einsatzes der britischen Streitkräfte in Afghanistan mit nach Großbritannien kommen. Aus dem Umfeld des britischen Premiers David Cameron verlautete: Dolmetscher, die mindestens ein Jahr an der Front gedient hätten, würden mit ihren Familien ein fünfjähriges Visum erhalten.  

Auch in Deutschland wird darüber diskutiert, welchen Anspruch auf Unterstützung afghanische Mitarbeiter der Bundeswehr bekommen sollen. Viele von ihnen befürchten, dass sie nach dem Abzug der internationalen Truppen im kommenden Jahr wegen ihrer Arbeit zum Ziel der Taliban werden. 

Innenminister Hans-Peter Friedrich hatte kürzlich gesagt, er wollen die afghanischen Helfer der Bundeswehr nach deren Abzug nach Deutschland kommen lassen. "Die Menschen, die uns geholfen haben und die jetzt deswegen gefährdet sind, kommen selbstverständlich nach Deutschland", sagte der CSU-Politiker. Wann über Anträge der Betroffenen entschieden werde, ließ er jedoch offen.

Cameron zunächst gegen Aufnahme

Der britische Premier Cameron hatte es zunächst abgelehnt, die afghanischen Übersetzer ins Land zu lassen. Er wurde aber nach einer öffentlichen Kampagne für ein Bleiberecht umgestimmt. Der Premier habe sich nun klar geäußert, sagte ein Mitarbeiter seines Büros. Man dürfe den Menschen, die ihr Leben in Gefahr gebracht hätten, um den britischen Truppen bei der Erfüllung ihres Auftrags zu helfen, nicht den Rücken zuwenden.

Mit dem Angebot des Visums erhielten die Dolmetscher die Möglichkeit, ein neues Leben in Großbritannien zu beginnen. Laut den Plänen sollen sie fünf Jahre weiter bezahlt werden, wenn sie eine Ausbildung oder ein Studium machen. Wenn nicht, bekommen sie noch 18 Monate lang Lohn. Der internationale Kampfeinsatz in Afghanistan soll Ende 2014 zu Ende gehen.

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