Im Irak sind an mehreren Orten Attentate verübt worden. Bei Bombenanschlägen wurden mindestens 26 Menschen getötet und mehr als 160 verletzt, wie Polizisten und Rettungskräfte mitteilten. Bei Angriffen auf Polizeiwachen in der westlichen Provinz Al-Anbar wurden 24 Polizisten getötet.

In den von Schiiten dominierten Bezirken der Hauptstadt Bagdad sind nach Angaben von Polizei und Sanitätern sieben Autobomben explodiert. Ein weiterer Sprengsatz detonierte am Straßenrand. Dabei wurden mindestens 20 Menschen getötet.

Bereits zuvor starben bei zwei Bombenexplosionen in der südlich gelegenen Stadt Basra mindestens elf Menschen. Die erste Detonation ereignete sich in der Nähe eines belebten Platzes mit Restaurants und Geschäften. Die zweite Autobombe zündete nach Polizeiangaben in einem Busbahnhof. Auch in Basra leben vorwiegend Schiiten.

In der nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Samarra tötete eine Autobombe zwei Männer, die gegen Al-Kaida gekämpft haben, zwölf weitere Menschen wurden verletzt. Auch in der nordirakischen Stadt Mossul detonierte ein Sprengsatz, dadurch wurden drei Menschen verletzt. Zunächst bekannte sich niemand zu den Taten.

Angriff auf Polizeiwachen

Bereits in der Nacht zu Montag wurden in der westlich von Bagdad gelegenen sunnitisch dominierten Provinz Al-Anbar 24 Polizisten bei Angriffen auf Polizeiwachen getötet. Unter ihnen waren zwölf Polizisten, die am Samstag entführt worden waren und von Sicherheitskräften befreit werden sollten.

Die anderen zwölf Polizisten starben am Sonntagabend bei Angriffen auf eine Polizeiwache in Haditha und auf eine Wache in Rawa. In der Provinz Al-Anbar leben vorwiegend Sunniten, sie zählt zu den Zentren der regierungsfeindlichen Proteste im Irak.

Die Gewalt im Irak hat im April Ausmaße angenommen, wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben im vergangenen Monat mehr als 700 Menschen bei Anschlägen und Angriffen.

Die Gewalt geht vor allem von Ablegern der extremistischen Organisation Al-Kaida und anderen sunnitischen Gruppen aus, die mit ihren Attentaten die von Schiiten dominierte Regierung schwächen wollen.

Zudem verschärft sich die Lage im Irak zunehmend durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien.