Am Ort des Anschlags in Bakuba © Stringer/Reuters

Trotz aller Bemühungen der irakischen Polizei und internationaler Helfer zünden Extremisten im Irak derzeit so viele Bomben wie lange nicht mehr. Bei Anschlägen und Selbstmordattentaten starben allein am Freitag fast 60 Menschen.

Eine Autobombe vor einer Moschee tötete in der Stadt Bakuba 38 Menschen, wie Polizisten und Krankenhausärzte in der nordöstlich von Bagdad gelegenen Stadt schilderten. Ihren Angaben nach erlitten mehr als 55 Menschen Verletzungen. Der Sprengsatz detonierte in einem geparkten Fahrzeug, als Gläubige nach dem Freitagsgebet aus der sunnitischen Sarija-Moschee traten.

In der südlich von Bagdad gelegenen Ortschaft Al-Madain detonierte ein Sprengsatz neben einem Trauerzug. Das Gedenken galt einem Schiiten, der am Vortag in Bagdad einem Anschlag zum Opfer gefallen war. Zehn Menschen starben. Augenzeugen zählten 32 Verletzte.

Eine weitere Autobombe explodierte in Bagdad in der Nähe einer Trauerfeier für den ermordeten Bruder eines irakischen Politikers. Die Polizei zählte dort sieben Todesopfer und zehn Verletzte. Mahmud al-Masari war am Vortag in Bagdads Viertel Al-Bajaa Opfer eines Attentates geworden. Er war der Bruder des sunnitischen Parlamentsabgeordneten Ahmed al-Masari.

So viele Tote wie seit 2008 nicht mehr

Am Donnerstag hatte ein Selbstmordattentäter während einer Trauerfeier von Schiiten in der nördlichen Stadt Kirkuk zwölf Menschen getötet. In Bagdad starben Donnerstagnacht insgesamt 18 Menschen, mehr als 100 wurden verletzt. Ein weiterer Selbstmordattentäter zündete am Freitag in Kirkuk seinen Sprengstoffgürtel, als er von der Polizei umzingelt wurde.

Als Folge des Streits zwischen den Sunniten-Parteien und dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki gibt es seit Monaten mehr Anschläge als bisher. Auch am Freitag demonstrierten in Falludscha und Samarra nach dem islamischen Gebet wieder viele Angehörige der sunnitisch-arabischen Minderheit gegen Al-Maliki. In Samarra führten sunnitische Geistliche den Protest an.

Nach UN-Angaben starben im April mehr als 700 Menschen. Eine derart hohe Opferzahl gab es im Irak seit 2008 nicht mehr.