AfghanistanSoldaten töten Attentäter nach Anschlag auf UN-Gebäude

Zehn Stunden dauerte es, bis die Sicherheitskräfte den Terror-Angriff auf ein UN-Gebäude in Kabul abwehren konnten. Die Attentäter hatten zuvor eine Autobombe gezündet.

Soldaten der Schutztruppe Isaf untersuchen den Tatort nach dem Angriff von Taliban auf ein UN-Gebäude in Kabul.

Soldaten der Schutztruppe Isaf untersuchen den Tatort nach dem Angriff von Taliban auf ein UN-Gebäude in Kabul.  |  ©Omar Sobhani/Reuters

Nach zehn Stunden schwerer Gefechte haben Sicherheitskräfte den Angriff eines Taliban-Kommandos in der afghanischen Hauptstadt Kabul beendet. Sie töteten fünf Terroristen, die sich in einem Haus verschanzt hatten.

Die Taliban-Kämpfer hatten am Freitag gegen 16 Uhr Ortszeit ein Gebäude der Vereinten Nationen attackiert, berichteten die afghanischen Behörden. Als die nepalesischen Wachmänner das Feuer erwiderten, hätten sich die Taliban in ein benachbartes Haus zurückgezogen und ein stundenlanges Gefecht eröffnet.

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Die radikalen Islamisten hatten zunächst eine Autobombe gezündet und waren dann in das Bürogebäude der Internationalen Organisation für Migration (IOM) gestürmt. Norwegische Spezialkräfte kamen ihren afghanischen Kollegen zu Hilfe und umstellten das Gebäude. Die Schusswechsel waren bis in die Nacht zu hören.

Mindestens drei IOM-Mitarbeiter wurden nach UN-Angaben verletzt, darunter eine Italienerin schwer. Auch ein Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sei verletzt worden. Der Sprecher des afghanischen Innenministeriums sprach von sieben Verletzten, darunter zwei Polizisten und fünf Zivilisten. Ein Polizist sei bei der Explosion der Autobombe getötet worden.

Hauptziel war ein Gästehaus

Ein Sprecher der Taliban sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Angriff sei koordiniert gewesen. Ein Selbstmordattentäter habe sich in einem Auto in die Luft gesprengt, danach hätten andere Mudschaheddin Stellung in dem Gebäude bezogen und von da aus mit leichten und schweren Waffen gefeuert. Hauptziel war demnach ein Gästehaus, das nach Angaben des Sprechers von Mitgliedern der CIA und des afghanischen Geheimdienstes genutzt wird.

Vor knapp einem Monat hatten die Aufständischen den Beginn ihrer "Frühjahrsoffensive" verkündet. Ziel sollten unter anderem Militärflughäfen der Nato-geführten Truppen sowie diplomatische Einrichtungen sein. Am 16. Mai waren bei einem Selbstmordanschlag auf einen ausländischen Militärkonvoi in Kabul 15 Menschen getötet worden, darunter fünf US-Bürger.

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Leserkommentare
    • Lefty
    • 25. Mai 2013 14:38 Uhr

    trotzdem komme ich mir nach Lesen Ihres Artikels wie in einem Wild West Film vor.Das Video sehe ich mir bestimmt nicht zweimal an.
    Wären Deutsche dabei,würden trotz allem die "Gutmenschen" mit dem Strafgesetzbuch wedeln.

    3 Leserempfehlungen
  1. »nepalesische Wachmänner«
    Offensichtlich ist das Vertrauen in die einheimischen Hilfstruppen so gering, dass man sich lieber nicht von ihnen bewachen lässt.
    Vermutlich ist das sehr vernünftig.
    Schon Varus wurde das Vertrauen in seine germanischen Hilfstruppen zum Verhängnis.
    Einen Hamid Karzai ist durchaus zuzutrauen, das ein kleiner Hermann in ihm steckt.

    Etwas seltsam mutet auch die Beschwerde der Isaf an, »dass „der Feind“ keinen Respekt vor menschlichem Leben habe«.
    „der Feind“ befindet sich im Krieg und kämpft todesmutig.
    Das sollte er anscheinend nicht tun.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    daß unter den einheimischen Wachleuten Schläfertaliban sind, wäre mir als Sicherheitschef auch zu groß. Da ist die nepalesische Gurkhatruppe eine relativ sichere Bank. (Un-)Friendly fire ist bei gefallenen Zivilisten ja noch eine wirksamere Schlagzeile, als wenn gegnerische Soldaten fallen. Die Soldaten sind für das Risiko ausgebildet und ausgerüstet...jedenfalls theoretisch.

    http://www.n24.de/n24/Nac...

    http://www.spiegel.de/pol...

    http://www.sueddeutsche.d...

    Seit Jahresbeginn ( 2012 ) wurden mehr als 50 ausländische Soldaten von afghanischen Soldaten und Polizisten getötet. Nach Angaben der ISAF wird etwa ein Viertel dieser Innenangriffe von Spionen der Taliban verübt, während der Rest auf interne Konflikte zurückgeht.

  2. daß unter den einheimischen Wachleuten Schläfertaliban sind, wäre mir als Sicherheitschef auch zu groß. Da ist die nepalesische Gurkhatruppe eine relativ sichere Bank. (Un-)Friendly fire ist bei gefallenen Zivilisten ja noch eine wirksamere Schlagzeile, als wenn gegnerische Soldaten fallen. Die Soldaten sind für das Risiko ausgebildet und ausgerüstet...jedenfalls theoretisch.

    http://www.n24.de/n24/Nac...

    http://www.spiegel.de/pol...

    http://www.sueddeutsche.d...

    Seit Jahresbeginn ( 2012 ) wurden mehr als 50 ausländische Soldaten von afghanischen Soldaten und Polizisten getötet. Nach Angaben der ISAF wird etwa ein Viertel dieser Innenangriffe von Spionen der Taliban verübt, während der Rest auf interne Konflikte zurückgeht.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Merkwürdigkeiten"
  3. ...wenn es sich um offensichtlich militärische Aktionen handelt?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, sc
  • Schlagworte CIA | Vereinte Nationen | Taliban | Kabul
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