Schwule und Lesben in Kiew sind zum ersten Mal in einer Homosexuellen-Parade durch die Hauptstadt der Ukraine gezogen. An dem Marsch "KyivPride 2013" unweit des Stadtzentrums beteiligten sich etwa hundert Aktivisten. Die Teilnehmer schwenkten Regenbogenflaggen und hielten Transparente mit Aufschriften wie "Homosexualität ist keine Krankheit" hoch. 

Auch eine Delegation aus Kiews Partnerstadt München mit dem dritten Bürgermeister Hep Monatzeder marschierte mit – ebenso Homosexuelle aus den Niederlanden, Dänemark und Norwegen. Mindestens zehn Demonstranten, die eine Rauchbombe warfen, wurden festgenommen. Der Protestzug sei nach 20 Minuten friedlich zu Ende gegangen. 

Die Kundgebung wurde von einem großen Polizeiaufgebot geschützt. Ein Gericht hatte die ursprünglich geplante Route wegen eines Stadtfests aus Sicherheitsgründen untersagt. Die Organisatoren des "Marsches der Gleichheit" vereinbarten mit der Verwaltung eine Alternativroute außerhalb des Zentrums, die bis zuletzt geheim gehalten wurde.

Flache Schuhe aus Angst vor Angreifern

"Dies kann als ein historischer Tag betrachtet werden", sagte die Mitorganisatorin Elena Semjonowa. Die Organisatoren der Parade hatten den Teilnehmern zu bequemer Kleidung und flachen Schuhen geraten, damit sie leichter vor Angreifern fliehen könnten. In der ehemaligen Sowjetrepublik ist Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit weit verbreitet.

Bei der Kiewer Stadtverwaltung gingen mehr als 500 Beschwerden über die geplante Homosexuellen-Parade ein. Mehr als 60 Parlamentarier unterzeichneten einen Aufruf für ein generelles Verbot von Homosexuellen-Veranstaltungen im Mai und Juni.

Auch in Russland riefen Aktivisten für Samstag zu zwei nicht genehmigten Kundgebungen für die Rechte Homosexueller auf. Bei dem Versuch, sich vor dem Parlament und dem Bürgermeisteramt in Moskau zu versammeln, wurden die Demonstranten festgenommen.