Die kolumbianische Regierung und die marxistischen Farc-Rebellen haben sich auf eine Agrarreform geeinigt und damit einen wichtigen Fortschritt im Friedensprozess erzielt. Beide Seiten verkündeten, dass sie sich über die Landverteilung an Vertriebene und Rebellen geeinigt haben. Nach der Landreform sollen Opfer von Landraub und Vertreibung entschädigt werden.  

Die Frage nach der Agrarreform ist der erste von fünf Punkten der vereinbarten Friedensagenda und gilt als zentraler Punkt für den weiteren Erfolg der Gespräche. Daneben geht es in den Verhandlungen um die politische Beteiligung der Rebellen, dem Ende des Drogenhandels, die Entwaffnung der Rebellen und die Entschädigung der Opfer des Konflikts. Der jetzige Friedensdialog hatte im November vergangenen Jahres begonnen und findet unter der Schirmherrschaft Kubas und Norwegens statt. Seit Beginn der Gespräche verhandelten die Regierung und die Farc fast ausschließlich über die Landreform. Nach einer mehrtägigen Pause soll als nächstes das Kapitel politische Beteiligung der Rebellen angegangen werden.

Die Farc wollen vor allem die Tätigkeit von internationalen Bergbaukonzernen in Kolumbien stärker reglementieren und fordern mehr Rechte für die Landbevölkerung. In den vergangenen Wochen war in Kolumbien die Ungeduld aufgrund mangelnder Ergebnisse in den Friedensverhandlungen gestiegen. Die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos forderte diese Woche erneut, die Gespräche noch vor Ende 2013 zum Abschluss zu bringen.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) sind die größte und älteste Guerilla-Gruppe des südamerikanischen Landes. Sie wurden 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer gegründet. Kritiker werfen der Farc jedoch vor, kaum politisch motiviert zu sein.  

Seit 2002 drängte das Militär die Farc weitgehend in zumeist unzugängliche Dschungelgebiete zurück. Zwar stellt die Farc weiterhin einen Machtfaktor dar, wurde allerdings 2008 durch den Tod ihres langjährigen Führers Manuel Marulanda stark geschwächt. In den vergangenen Jahren wurden die Rebellen für Bombenanschläge in mehreren kolumbianischen Städten verantwortlich gemacht. In dem knapp 50 Jahre dauernden Konflikt mit der Regierung wurden Schätzungen zufolge 600.000 Menschen getötet und fast vier Millionen Menschen vertrieben.