EUDie Vereinigten Staaten von Krautropa

Die Franzosen haben die Ideen, die Deutschen das Geld und das Sagen: Kolumnist Eric T. Hansen malt sich die Vereinigten Staaten von Europa aus. von 

Frankreichs Präsident Hollande und Kanzlerin Merkel begrüßen sich bei einem deutsch-französischen Festakt Ende September 2012 in Ludwigsburg.

Frankreichs Präsident Hollande und Kanzlerin Merkel begrüßen sich bei einem deutsch-französischen Festakt Ende September 2012 in Ludwigsburg.  |  © Michaela Rehle/Reuters

In der vergangenen Woche hat der französische Präsident François Hollande angekündigt, er strebe schon in den kommenden zwei Jahren "eine echte Wirtschaftsregierung" für die Euro-Zone an. Sie soll die Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten regeln und das Steuerrecht angleichen. Gleichzeitig sollen "die Umrisse einer politischen Union" entstehen.

Eine politische Union? Das kommt für einige vielleicht überraschend, ist aber keine neue Idee. Auch keine französische. Winston Churchill sprach schon 1946 von den "Vereinigten Staaten von Europa", und Helmut Kohl hatte die Idee sicher im Hinterkopf, als er mit den Franzosen die EU und den Euro vorantrieb – damit bildeten sie die Grundlage einer politischen Union. Auch Wolfgang Schäuble sprach davon, als er 2012 dieselbe Forderung stellte wie Hollande in diesen Tagen.

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So könnte es jetzt etwas werden: Ein gemeinsamer EU-Wirtschaftsminister und eine wirkliche Zentralbank mit echten supranationalen Befugnissen wären die nächsten Schritte. Hat die EU erst mal einen gemeinsamen Minister, werden schnell weitere folgen, angefangen mit einem gemeinsamen Außenminister.

Dann wird endlich die EU-Verfassung, die seit 2004 in der Schublade liegt, revidiert und überall ratifiziert werden. Irgendwann ist es dann nur noch logisch, dass die EU auch einen in einer Direktwahl gewählten Präsidenten hat, der die einzelnen Länderchefs ablöst.

Eric T. Hansen

Eric T. Hansen ist Amerikaner, Buchautor (Planet Germany) und Satiriker, der sein halbes Leben in Deutschland lebte, heute in Berlin. Sein aktuelles Buch ist Die ängstliche Supermacht: Warum Deutschland endlich erwachsen werden muss. Auf ZEIT ONLINE erklärt er einmal in der Woche die Eigenheiten seiner Heimat – und der Deutschen.

Ist es aber wirklich möglich, aus der kriselnden Wirtschaftsunion EU innerhalb von zwei Jahren die "Vereinigten Staaten von Europa" zu schaffen? Aber ja: Es ist allein eine Frage des politischen Willens.

Die Euro-Krise kann dabei sogar behilflich sein: Wenn Angela Merkel frech (und mit Recht) behauptet, Europa komme nur aus der Krise, wenn die Nationalbanken zugunsten einer verstärkten Europäischen Zentralbank abgeschafft werden, haben die planlosen europäischen Oberhäupter kaum eine andere Wahl, als zuzustimmen. Sie brauchen ja das europäische (und deutsche) Geld.

Bayern als Texas der EU

Wie diese Vereinigten Staaten von Europa konkret aussehen würden? Ob in 2 oder 50 Jahren, so stelle ich mir das Europa der Zukunft vor:

Deutschland als Nationalstaat gibt es nicht mehr, auch Frankreich nicht. Es gibt überhaupt keine Nationalstaaten mehr, sondern nur noch Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Europa, wie Texas ein Bundesstaat der USA ist. Eine eigene Polizei und ein eigenes Schulwesen hat Deutschland noch, genau wie der Freistaat Bayern heute, aber keinen Außenminister, auch keinen Pass: Es gibt nur noch europäische Pässe und EU-Bürger.

Deutschland hat nicht einmal mehr eine eigene Bundeskanzlerin: Im Reichstag regiert lediglich eine Gouverneurin, und diese macht keine internationale Politik, sondern kümmert sich um neue Brücken und Steuererleichterungen für zugezogene Großkonzerne und dergleichen. Und sie droht natürlich regelmäßig damit, aus dem EU-Länderfinanzausgleich auszusteigen, eben wie Bayern das heute tut (und Texas übrigens auch). 

Leserkommentare
  1. Eine schöne Vision, Mr. Hansen! Ich würde gerne in den Vereinigten Staaten von Europa leben und meinen deutschen Pass gegen einen europäischen eintauschen. Ich war von Anfang an überzeugter Europäer und habe den Euro von der ersten Sekunde an geliebt. Jetzt wird es Zeit die wirtschaftliche und politische Verschmelzung zu vollenden. Ich wär dabei!

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    Ein banaler Artikel ohne neue Ideen, der den Zeitgeist der letzten Monate und Jahre komplett verfehlt. Wer die aktuelle "Germanophobie" (siehe "Ce soir ou jamais - l'amitié franco-allemande" auf youtube, übertragen von France 2) in Europa, überwältigend in Spanien und anderen südeuropäischen Staaten aber auch in Frankreich (!), verfolgt, dem sollte Bewusstsein sein, dass die Idee eines "Krauteuropa" unter der Führung eines "pragmatischen", reichen Deutschlands von dem Großteil der europäischen Bevölkerung außerhalb Deutschlands auf tiefste Verachtung stößt.
    Eine ignorante, germano-zentristische und destruktive Vision, die die Kernprobleme einer Intensivierung der europäischen Einigung, nämlich die eines geeinten europäischen Volkes und NICHT bloß einer mehr oder minder geeinten politischen Elite, vollkommen außer Acht lässt.

    • Bashu
    • 22. Mai 2013 18:40 Uhr

    Warum ein zentralistischer Superstaat wie die USA?

    Gibt es keinen anderen Weg, der den regionalen kulturellen Unterschieden und der Pluralität Europas gerecht wird? Unsere Unterschiede machen uns auch stark, ja Platitüde aber da ist was dran, warum sollten wir alle gleichschalten.

    Wir haben mit dem jetzigen Konzept nämlich einen potentiellen Vorteil gegenüber dem Zentralismus-Staat: Die Nationalstaaten sowie die EU kontrollieren einander. Das ist eine zusätzliche demokratische Säule, die das Abdriften in eine Autokratie Gesamteuropas erschwert. Ganz gut sieht man das zur Zeit an Ungarn; oftmals hat Orban auf Druck noch eingebogen und Gesetze abgeschwächt, weil der politische Druck hoch war. Jetzt droht vielleicht sogar Stimmenentzug der EU.

    Wenn nun, in einem zentralistischen Europa, ein Orban europäischer Präsident ist und Fidesz seine Partei.
    Wer hält ihn dann noch auf?
    Wenn wir sind wie die USA: Wer beschützt uns dann vor undemokratischen Gesetzen wie "unlimited detention without trial"?

    In einem pluralistischen Europa wird die Stimme der Vernunft nie verklingen, war in einem zentralistischen Superstaat passieren kann, kann man gut an den USA seit 9/11 nachvollziehen.

    Haben Sie nicht vergessen, die anderen zu fragen, ob sie mit Ihnen eine gemeinsame Staatsbürgerschaft für erstrebenswert halten?
    Sicher gibt es in allen EU-Ländern Minderheiten, die Ihren Traum teilen. Ich hoffe, Sie finden einen Platz, wo Sie mit diesen zusammen ihren Traum verwirklichen können. Wenn Sie ihren Traum tatsächlich in Europa verwirklichen möchten, dann müssen Sie sich zuerst fragen, was Sie mit den Menschen machen, die ihren Traum nicht teilen.

  2. von der Nordsee in die Berge fließt, dann gibt es die Vereinigten Staaten von Europa, und erst dann.

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    Darin führt dessen alter Freund Harry Lee, der "Gründer" von Singapur und ebenso ein Kenner internationaler Verflechtungen aus, dass wir auf lange Sicht ohne politische Union untergehn.

    Wir versinken in der Bedeutungslosigkeit und damit einher kommt Verarmung und Not. Vermutlich in den nächsten 20 - 30 Jahren.

    Davon bin auch ich überzeugt angesichts des Aufkommens der nächsten Wirtschaftsriesen China, Brasilien, Indien.

    Sie sollten ihre Haltung überdenken!

  3. Die Krise hat gezeitgt das ein starres Diktat ein contra ist gegenüber eine humanen und gemeinschaftlichen Union.

    Profiteure wie Unternehmen die längst keine Grenzen im Kopf haben werden weiterhin an Europa verdienen und die Wirtschaft und Arbeitsplätze stärken.

    Eine NAchhaltige und Ökologische Zukunft sollte trotzalledem dezentral gefärdert werden.

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    "Warum denn dieser Hyperstaat erstrebenswert sein soll. Warum genau soll Deutschland sich Dutzende von maroden und korrupten Staaten um den Hals hängen?"

    1. Deutschland hat mit seiner Lohnpolitik der letzten 10 – 15 Jahren maßgeblich zum Bankrott vieler ausländischer Unternehmen, die dem Wettbewerbsdruck nicht standhalten konnten, beigetragen.

    2. Wer sagt, dass es in Deutschland keine oder kaum Korruption gibt? (Vor allem indirekte politische Korruption!) > a. Spitzenpolitiker bringen von Lobbies ausarbeitete Gesetze auf den Weg und wechseln nach ihrer politisch aktiven Zeit in genau diese Unternehmen > b. Die Geschichte mit den Parteispenden brauche ich ja nicht ausführen...

  4. Entfernt, bitte verfassen Sie konstruktive Kritik. Danke, die Redaktion/se

    Eine Leserempfehlung
  5. Ach es wäre eine schöne Utopie, wären da nur nicht die lästigen Bürger mit ihren lästigen Bedenken. So denken und dachten Politiker und Monarchen zu allen Zeiten. So dachten und denken auch die Denker und Lenker von Europa. Das Problem ist, dass wir die Vorstellung der Vereinigten Staaten von Europa in Europa relativ exklusiv haben. Alle Erhebungen in den Ländern deuten darauf hin, dass niemand einen riesigen Superstaat möchte und man sich lieber als Italiener, Franzose, Grieche (usw.) definiert und erst sekundär als Europäer. Es wäre auch ein Wunder, wenn es anders wäre. Es ist eben nicht so, dass nationale und kulturelle Unterschiede über Nacht angeglichen werden können. Uns Europäer verbindet eine Jahrhunderte Alte Freund- und Feindschaft. Vielen Deutschen sind Franzosen heute noch so fremd wie Thailänder und übrigens auch umgekehrt.

    Man kommt ja immer wieder gern mit dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika. Aber auch hier bedurfte es erst einer externen Bedrohung (britische Krone) um den Bund zu schmieden und es bedurfte des bis dato opferreichsten Krieges um die Union auch zu bewahren.

    Die Vereinigten Staaten von Europa müssen aus den Köpfen und Herzen der Menschen in Europa kommen und nicht von oben diktiert werden. Ansonsten wird es nicht gelingen. Damit Europa in den Herzen der Menschen ankommt, sollte es endlich anfangen zu arbeiten und sich nicht mit Olivenölverboten in Restaurants und Gurkenformvorgaben hervortun.

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    Das beginnt schon am Beginn. Die USA wurden als Handelskolonie geboren, die Kolonisten fühlten sich erklärtermaßen, siehe Biographien der Gründerväter der USA, weiterhin als Briten - kulturell - fühlten sich aber vom Mutterland ausgebeutet. Dann führte eins zum anderen. Und diese Kolonien waren nicht die heutigen USA. Da wurden nicht zig Völker in einem Schmelztigel vereint sondern das waren zuvorderst einfach erstmal "abtrünnige Briten", denen es natürlich gut gefiehl keine Aristokratie mehr im Rücken zu haben die sie ausfinanzieren müssen und auch manche neue Idee aus der Epoche der Aufklärung umsetzen zu können. Trotzdem blieben es Briten, kulturell und im Bewusstsein. Dann breiteten sich diese Kolonien langsam aus, verleibten sich in Kriegen Gebiete von anderen Staaten ein, kaufen gar von Frankreich einen großen Teil des heutigen Staatsgebietes. Und dann breiteten sie sich von der Ostküste kommend zur Westküste aus, die "frontier". Dabei, wie auch beim Kampf gegen die Ureinwohner, ging es nie um Multikulti sondern darum sich, seine Interessen und seine Lebensweise durchzusetzen und auszubreiten.

    Eine ganz andere Geschichte als die Europas, in jeglicher Hinsicht. Und Europa ist ein Kontinent vieler Völker. Selbst innerhalb Deutschlands, aus historischen Gründen ein Volk was zu "Anti-Patriotismus" erzogen wurde von klein auf, finden sich keine strukturellen Mehrheiten für sowas wie die Vereinigten Staaten von Europa. Mehr noch, überall in Europa keimt Regionalismus auf.

    Was reden Sie denn da? Welchen Europäer unter 30 ist ein Franzose denn so fremd, wie ein Thailänder? Der Opa-Generation vielleicht, uns sicher nicht. Wir haben Jahre unseres Lebens im europäischen Ausland verbracht, wir haben Freunde und Liebschaften von Schweden bis Portugal und definieren uns ganz sicher nicht als "Deutsche".

    Die einzigen, die der VSE im Wege stehen, sind bornierte alte Dinosaurier, die unsere Zukunft verfeiert haben und von uns nun erwarten, dass wir ihren Dreck wegmachen. Aber die Zeit spielt für uns, nach und nach sterben die Dinosaurier weg und ihre Enkel werden Europa zu dem machen, was es sein muss: einem einheitlichen Staat. Da können Sie und andere noch so sehr dagegen stänkern. Schon jetzt findet eine große Vermischung durch die Einwanderung spanischer, portugiesischer und griechischer Fachkräfte statt. In einer Generation wird man dann hoffentlich nicht mehr in dämlichen nationalen Kategorien denken.

    Der aufkeimende Regionalismus ist doch die Chance für EIN Europa, keine Starke Staaten wie Deutschland geben den Ton an (kann es ja garnicht da Bayern usw. eine eigen Verwaltungseinheit bilden würden) das vom Volk gewählte Parlament ist das wichtigste Gremium, Parteien müssten sich nicht mehr daran messen wie gut sie Nationale Interessen verteidigt haben. Der Rat ist nur noch "pro forma" da (siehe Bundesrat Österreich, Deutschland).
    Nationalistischen Umtrieben wäre Einhalt geboten, Unrechtsgrenzen beseitigt und Minderheiten keine mehr sein da ja jede Volksgruppe Minderheit ist!
    Ich freue mich auf EIN Europa denn dann gibt es auch zu EIN Tirol, viersprachig ohne auf Nationalismen achten zu müssen!

  6. warum denn dieser Hyperstaat erstrebenswert sein soll. Warum genau soll Deutschland sich Dutzende von maroden und korrupten Staaten um den Hals hängen?

    Wären Sie als Amerikaner darauf erpicht, Mexiko, Kolumbien usw in die USA einzugliedern? Sicher nicht.

    Schauen wir kleine und erfolgreiche Länder im Norden an. Size doesn't matter.

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    • y5rx
    • 22. Mai 2013 16:07 Uhr

    In einer Welt, in der selbst der Dümmste langsam begreift, daß die meisten Probleme nicht regional sind und deshalb nicht national gelöst werden können, ist eine Intergration Europas nur ein Schritt in Richtung einer geeinten Welt.
    Wir sehen es doch gerade an der Steuer-Debatte. Die Steuervermeidung wäre mit weltweit gleichem Steuerrecht so nicht denkbar. Die Probleme der Verschmutzung der Weltmeere kann man nicht angehen, solange egoistisch jede Nation ihr eigenes Süppchen kocht. Es gibt noch jede Menge weiterer Gründe.
    Selbstverständlich kann es nicht Sinn und Zweck sein, alles gleichzuschalten. das ist auch weder nötig, noch durchsetzbar. Das Zauberwort heißt Subsidiarität. Zugegebenermaßen kommt die zur Zeit etwas zu kurz. Statt sinnfrei gegen die EU und für eine Renationalisierung zu schwadronieren, wäre es besser dafür zu kämpfen die Zukunft in diese Richtung zu gestalten.
    Leute wie Nigel Farage mögen ja oft richtigerweise den Finger in die Wunden der EU legen, aber zukunftsträchtige Lösungen bieten sie keine an. Ich bin alt genug, um erlebt zu haben, wie schlecht Europa funktioniert hat, bevor es die EU gab. Zugegeben: Der Euro ist in seiner aktuellen Ausführung ein Irrweg gewesen. Das muß schnellstmöglich korrigiert werden! Aber das Gesamtprojekt Europa ist mehr als nötig, um auch in Zukunft Frieden und Wohlstand auf dem Kontinent zu gewährleisten.

    Freier Autor

    Das habe ich in ausgerechnet Deutschland gelernt: Seitdem ich hier bin, höre ich die Deutschen darüber nöllen, dass Amerika ihnen die Wirtschaft, Kultur und Politik aufzwingt. Das ist die bedauernswerte Opfer-Mentalität eines kleinen Landes, das zu Spielball der Großen wird (auch wenn es ihm faktisch dabei gut geht – Deutschland hat ja faktisch immer nur Vorteile von Amerika gehabt).

    Das wird auch in Zukunft weitergehen: Aller Voraussicht nach werden im 21. Jahrhundert viele Aspekte der Wirtschaft, Politik und Kultur der Welt von zwei Supermächten bestimmt: Von China und den USA, und Kleindeutschland und die anderen hilflosen Ferner-liefern-Staaten Europas werden weiterhin Spielbälle der Großen bleiben. (Mehr dazu in meinem Buch “Die ängstliche Supermacht”).

    Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nichts dagegen, wenn wir Amis neben China keinen zweiten Rivalen auf der Weltbühne haben. Uns gehts gut, wenn die Europäer sich klein halten. Ob das aber in Interesse der Europäer ist, das ist eine andere Frage.

    Nun hat Deutschland und Europa die einmalige Chance (was heißt hier Chance? Die halbe Arbeit ist schon getan worden), sich zu vereinen und in der Liga der Großen zu spielen. Haben sie den Mumm dazu? Oder wollen sie lieber klein, fein, hilflos und selbstmitleidig bleiben?

    Aloha, ETH

    Kleine und erfolgreiche Länder im Norden?
    Da fällt mir (jedenfalls gebietsmäßig klein) nur Dänemark ein, und das kann wohl kaum in seinem Konzept 1:1 als Vorbild herangezogen werden!

    Europa besteht aus mehr als zwei Staaten.

    Während Deutschland das Geld für was auch immer gibt und Frankreich gute Ideen (?) produziert - was machen dann die 61 Mio. Italiener? Pasta kochen?

    47 Mio. Spanier kochen Paella. Sind ja eh Arbeitslos.

    ETH schafft es in seiner kindlichen Vision mal eben 108 Mio. Einwohner zweier großer europäischen Staaten unterm Tisch fallen zu lassen.

    Das haben wie gerade im Moment! Politik ala Merkel. Schon vergessen?

    Als Zukunftsvision wünsche ich mir das nicht.

    Und sicher auch kein Italiener, Spanier, Portugiese, Holländer, usw., usf.

    • tobmat
    • 23. Mai 2013 16:45 Uhr

    "Schauen wir kleine und erfolgreiche Länder im Norden an. Size doesn't matter."

    Das Größe eine Rolle spielt haben diese kleinen erfolgreichen Länder und alle anderen kleinen Ländern gelernt, als es in großen Konflikten hieß Flagge zu bekennen.
    Und wenn es darum geht internationale Regeln zu finden spielt nur Einfluss und Bedeutung eine Rolle und die geht Hand in Hand mit Size.

    Auch das immer wieder angeführte Beispiel Schweiz musste lernen, das die USA über die Macht verfügen ihr Bankgeheimnis auch gegen ihren Willen zu brechen.

  7. Afrika, Asien und Europa bilden eine gemeinsame Landmasse, der größte Kontinent der Welt. Die Grenzziehung auf den Landkarten ist rein willkürlich und menschgemacht und es ist ähnlich absurd so zu tun als wären die natürlichen Grenzen einer EU die Fläche dieses "Europas" wie es in der Zeit des Imperialismus in Mode war "Gebietsarrondierungen" vorzunehmen. Damit der Umriß des eigenen Staatsgebiets an den Rändern nicht gar so zerfranzt ausschaut, dementsprechend war es auch lange erklärte französische Politik dass der Rhein eine 'natürliche Grenze' zu Deutschland sei und alles linksrheinisch auf kurz oder lang zu Frankreich gehören müsse. In gewisser Weise fühle ich mich schon daran erinnert. Und einmal mehr wird am "Grünen Tisch" weltmännisch der eigenen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Was die Leute denken und wollen, was ihnen auch ganz pragmatisch nützt, spielt dabei keine Rolle.

    Besonders erstaunt bin ich wie leicht die Menschen scih die Gleichsetzung der EU-Institutionen mit der europäischen Einigung verkaufen lassen. Die Versöhnung und Einigung ist ein Prozess der Menschen, freundschaftliches und offenes alltägliches Miteinander war und ist dazu der Schlüssel. Die Politik ist dem immer nur hinterhergehechelt und hat sich dann im Nachgang immer als "treibende Kraft" dargestellt. Das absurde ist nun, das institutionalisierte Europa ist der größte Spaltpilz unter Europas Völkern seit dem Krieg. Die Antwort darauf soll "jetzt erst recht" sein? Ich begreifs nicht.

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    • PGMN
    • 22. Mai 2013 16:18 Uhr

    ... was Sie schreiben, ist völliger Quark.
    1. Dass Europa und Asien ein Kontinent sind, ist nichts neues. Und trotzdem ist sogar Ihnen klar, was gemeint ist, wenn von Europa gesprochen wird.
    2. Die Versöhnung und Einigung und all das, was Sie schreiben, haben dazu geführt, dass die europäischen Institutionen gegründet wurden. Viele Menschen können das nicht verstehen, und sehen daher zwei verschiedene Prozesse, die eigentlich dasselbe sind, weil sie nicht mehr der Gründergeneration angehören. Sie, und Menschen wie Sie, weigern sich, an der Stelle weiterzumachen, an der uns die Initiatoren der europäischen Einigung verlassen haben.
    3. "Das absurde ist nun, das institutionalisierte Europa ist der größte Spaltpilz unter Europas Völkern seit dem Krieg. Die Antwort darauf soll "jetzt erst recht" sein? Ich begreifs nicht."
    Das ist wohl díe, Entschuldigung, dämlichste Behauptung, die ich seit langem gelesen habe. Zunächst einmal existiert das institutionalisierte Europa fast seit dem zweiten Weltkrieg und zu behaupten, man wüsste, es wäre alles Friede Freude Eierkuchen, gäbe es die EU nicht, ist Anmaßung sondergleichen. Und Weiter: Schonmal was vom Kalten Krieg gehört?

    [...]

    Seit wann gehört Afrika und Europa zusammen ?

    Gekürzt. Bitte gehen Sie sachlicher auf andere Beiträge ein. Danke, die Redaktion/se

  8. Ich stimme völlig zu: Europa müsste sich seiner Rolle als 3. Weltmacht stellen und zwar vereint, dann kann man sich auch weniger produktive aber schöne und kulturell wichtige Peripherien leisten.

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    Da kommen wir wohl auf des Pudels Kern. Großmachtgelüste. Dafür bin ich nicht zu haben, tut mir leid. Da finde ich die Schweiz oder Norwegen wesentlich sympathischer - und lebenswerter. Die haben nur Vorteile davon auf jegliches weltpolitisches Ego zu verzichten.

    dass alles immer größer werden muss.
    im gegenteil, vielleicht sind hier ansätze zum umdenken zu suchen, staaten und konzerne als kleinere einheiten könnten mehr stabilität bedeuten, sie könnten ein wirtschaften und regieren an den eigenen bedürfnissen bedeuten.
    das schließt eine gute zusammenarbeit und die einigung auf ein paar grundlegende gemeinsame regeln und gesetze unter einer gemeinsamen dachorganisation ja nicht aus.

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