London : Cameron wertet Mord an Soldat als Terrorakt

Zwei Männer haben in London einen britischen Soldaten mit einer Machete ermordet. Die Regierung berief den nationalen Sicherheitsrat ein.
Die britische Polizei untersucht den Tatort im Londoner Stadtteil Woolwich. © Stefan Wermuth/Reuters

Der britische Premierminister David Cameron hat nach der Ermordung eines Mannes im Londoner Stadtteil Woolwich den nationalen Sicherheitsrat Cobra einberufen. Es gebe "starke Anzeichen", dass es sich um einen terroristischen Anschlag handele, sagte er. Cameron beendete seinen Paris-Besuch vorzeitig, um nach London zurückzukehren. Innenministerin Theresa May sagte, Großbritannien werde gegenüber dem Terrorismus nicht einknicken.

Bei dem Ermordeten handelt es sich nach noch unbestätigten Berichten um einen Soldaten, der in einer Kaserne in Woolwich stationiert war. Medien zufolge wurde er von zwei Männern auf offener Straße ermordet. Die Angreifer sollen verschiedene Waffen bei sich gehabt haben, darunter auch eine Machete. Es gebe Hinweise darauf, dass die Angreifer "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") ausgerufen hätten, berichtete die BBC unter Berufung auf Regierungskreise.

Die mutmaßlichen Täter wurden später von der Polizei angeschossen und ins Krankenhaus gebracht. Einer der beiden soll in Lebensgefahr schweben.

Der britische Sender ITV veröffentlichte ein Video, das einen mutmaßlichen Angreifer zeigen soll. Der dunkelhäutige Mann, bekleidet mit Jeans, grauer Jacke und Wollmütze, hält ein Fleischerbeil und ein Messer in seinen offenbar blutverschmierten Händen. Der Gefilmte gibt sich in dem Video als Angreifer aus – und entschuldigt sich, dass Frauen die Tat mitansehen müssten. "Aber in unserem Land müssen Frauen dasselbe ansehen", sagt er.

Zuletzt war im Juli 2005 in London ein Terroranschlag verübt worden. Damals hatten sich vier Selbstmordattentäter in U-Bahnen und Bussen gesprengt. Dabei starben 52 Menschen.

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Kommentare

120 Kommentare Seite 1 von 13 Kommentieren

die friedlichen Christen

"Für uns Europäer ist der auf Trennung von Religion und Politik seit Jahrhunderten bewährte Religionsfriede"

wir zahlen ja auch keine Kirchensteuer, die CDU hat schließlich auch überhaupt nichts mit dem Christentum zu tun und die damaligen Anschläge der IRA wurden mit Wattebäuschen durchgeführt.
Anders Drevik und das NSU Trio sind selbstverständlich einsame verirrte,
die durch die Gewaltbereitschaft Des Islam gezwungen waren sich zu radikalisieren.
im Stürmer Forum hätte ihr Pamphlet Standing ovations erhalten.

Mann kann doch an der noch nicht Zensierten Aussage erkennen das die Radikalisierung dieses Mannes und der anschließende Mord durch eine imaginäre Bedrohungslage, "der Westen führt krieg gegen den Islam Auge um Auge etc." hervorgerufen wurde.
Ganz Ähnlich also wie Brevik der die gesamte weise Rasse in Gefahr sah und sich deswegen aufgefordert fühlte zu töten.

Treffen tut es natürlich immer die falschen wie in diesem Fall ein Soldat der in einer Befehlskette die eventuell ungerechtfertigte Tötungen in anderen Ländern durchführt überhaupt keine rolle spielt.

Schuld gebe ich den Islamischen und europäischen Medien und Politik die sich darum bemühen immer mehr Öl ins Feuer zu gießen, um die Annäherung von Muslimen und Christen aus politischem Kalkül zu verhindern.

Ich empfinde jetzt keinen Hass gegen Muslime genau so wie ich kein Moslem kenne der mich persönlich für die verbrechen die in Afghanistan und dem Irak begangen worden sind verantwortlich macht.

Es gibt in der BRD keine wirkliche Trennung von Kirche und Staat

das ist richtig und wird oft vergessen, aber ich kann ihren Ausführungen nicht ganz folgen.

Was haben beispielsweise die NSU, Anders Brevik oder der Nordirland Konflikt mit der Trennung von Staat und Kirche oder mit Religion überhaupt zu tun.

Brevik handelte aus nicht-religiösen Motiven, die NSU allem Anschein nach auch und der Nordirland-Konflikt ist ethnisch-kultureller Natur.

Verhältnismäßigkeit

"Aber Sie, Sie gehen nicht auf die Straße, wenn so ein Mann, wie in London, getötet wurde. Wo ist Ihre Identifizierung?"

Dieser Mann ist auch keine mystische Sagenfigur.
Außerdem ist das recht unverhältnismäßig, sie vergleichen hier eine Zeichnung (Ein Blatt Papier mit Farbe) mit einem barbarischen, religiös motivierten Mord.
Des weiteren würde ich bei diesem Mord auch so angewidert reagieren wenn der Mörder Protestant, Katholik oder meinetwegen auch Scientologe wäre.

Schauen sie doch andere Mahnveranstaltungen an, U-Bahnanschlag auf London, 9/11, Zuganschlag in Madrid, man hat immer den Opfern gedacht, und es lief immer friedlich ab.
Und sie können davon ausegehen das der Soldat mit aller höchsten Ehren des Landes, und der Bevölkerung beigesetzt wird.