Der nigerianische Präsident hat in drei Staaten des afrikanischen Landes den Notstand ausgerufen. Der Ausnahmezustand für den von der radikalislamischen Sekte Boko Haram geprägten Nordosten des Landes gilt für Borno, Yobe und Adamawa. In einer Ansprache kündigte Präsident Goodluck Jonathan zugleich den Einsatz von mehr Sicherheitskräften an, um die Islamisten aus ihren Verstecken zu vertreiben. Nigeria hat insgesamt 36 Bundesstaaten. 

Das Ausmaß der dort herrschenden Gewalt erfordere "außergewöhnliche Maßnahmen", sagte Jonathan. Der Notstand gelte bis auf Weiteres. Soldaten werde die Order erteilt, jedes Haus niederzureißen, in dem Islamisten vermutet würden, sagte der Präsident. Nigeria befinde sich im Krieg mit den Extremisten.

Boko Haram verbreitet seit 2009 vor allem im muslimisch geprägten Norden Nigerias Terror und verübt immer wieder blutige Anschläge unter anderem auf Kirchen, Polizeistationen und Lokale. Die Sekte kämpft für einen islamistischen Staat. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sollen bei Angriffen von Boko Haram oder Splittergruppen der Sekte seit 2009 mehr als 3.600 Menschen getötet worden sein.