Erstmals seit der Machtübernahme Kim Jong Uns Ende 2011 in Pjöngjang haben China und Nordkorea wieder Gespräche auf höherer Ebene aufgenommen. Der Leiter des politischen Büros der Volksarmee, Choe Ryong Hae, traf in Peking den Direktor der internationalen Abteilung des Zentralkomitees, Wang Jiarui. Das teilte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums mit.

"China setzt sich für eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen ein", sagte der Sprecher. Details zu den Gesprächen nannte er nicht. Choe, der auch Mitglied der mächtigen Verteidigungskommission ist, gilt als Vertrauter des Machthabers Kim Jong Un.

Die Beziehungen zwischen den beiden traditionell verbündeten Ländern hatten sich in den vergangenen Monaten angesichts der Spannungen um das nordkoreanische Atomprogramm verschlechtert. China war auf Distanz zu dem Regime in Pjöngjang gegangen. Zuletzt hatte die Bank of China ihre Zusammenarbeit mit der Außenhandelsbank Nordkoreas eingestellt. Die große Staatsbank war damit den Sanktionen der Vereinten Nationen gefolgt, die nach dem dritten Atomwaffentest Nordkoreas im Februar verhängt worden waren. 

Hardliner als neuer Generalstabschef

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un setzte am Mittwoch zudem den als Hardliner geltenden Kim Kyok Sik als neuen Generalstabschef der Streitkräfte ein. Der über 70-Jährige war zuvor Verteidigungsminister. Der Schritt überraschte Beobachter in Südkorea: Eine offizielle Verlautbarung über die Ernennung gab es nicht, die Gründe für den Personalwechsel sind unbekannt.

Kim Kyok Sik war auch zwischen 2007 und 2009 Militärchef, der in Nordkorea als mächtiger als der Verteidigungsminister gilt. Er soll für den Beschuss einer zu Südkorea gehörenden Insel im November 2010 verantwortlich sein. Erst Ende des vergangenen Jahres war er zum Verteidigungsminister ernannt worden.