KarachiFührende Oppositionspolitikerin in Pakistan ermordet

Die Vizepräsidentin der Reformpartei von Imran Khan ist erschossen worden. Kurz vor einer teilweisen Nachwahl macht Khan seine politischen Gegner verantwortlich.

Pakistanische Rettungskräfte tragen die Leiche von Zahra Shahid Hussain.

Pakistanische Rettungskräfte tragen die Leiche von Zahra Shahid Hussain.  |  © Asif Hassan/AFP/Getty Images

In Pakistan ist eine führende Reformpolitikerin einen Tag vor der teilweisen Wiederholung der Parlamentswahl ermordet worden. Zahra Shahid Hussain von der Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI) des früheren Cricket-Spielers Imran Khan wurde vor ihrem Haus in Karachi von mehreren Männern erschossen. Das Motiv für den Angriff war laut Polizei zunächst unklar.

PTI-Chef Khan beschuldigte die Partei Muttahida Qaumi Movement (MQM) und deren in London im Exil lebenden Vorsitzenden Altaf Hussein. "Ich mache Altaf Hussein direkt für den Mord verantwortlich, da er Mitarbeiter und Repräsentanten der PTI im öffentlichen Rundfunk bedroht hat", schrieb Kahn auf Twitter. Die Tötung von Zahra Hussain sei ein Terrorakt. 

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Der britischen Regierung gab Khan eine Mitschuld: "Ich mache auch die britische Regierung verantwortlich, weil ich sie wegen der offenen Drohungen ihres Staatsbürgers Altaf Hussein, Mitglieder der PTI zu töten, gewarnt hatte", sagte Khan.

Seit der Parlamentswahl vom 11. Mai haben sich die Spannungen zwischen der PTI und der MQM verschärft. Die PTI wirft der MQM vor, die Abstimmung manipuliert zu haben. Die MQM wies die Vorwürfe zurück. Die Partei hatte 18 der 19 Sitze in Karachi gewonnen.  Die Vergabe des 19. Sitzes stand noch aus, nachdem dort viele Stimmlokale am eigentlichen Wahltermin nicht geöffnet hatten.

In 43 von 250 Wahlbüros in Karachi soll am heutigen Sonntag die Wahl auf Anordnung der Wahlkommission wiederholt werden. Die MQM will die erneute Wahl boykottieren.

Sieger der Parlamentswahl war die Pakistanische Muslimliga (PML-N) von Nawaz Sharif. Die Mitte-Rechts-Partei verdrängte die bisher regierende Pakistanische Volkspartei PPP auf den zweiten Platz. Die PTI wurde drittstärkste Kraft.

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    • Quelle ZEIT ONLINE
    • Schlagworte Pakistan | Nawaz Sharif | Parlamentswahl | Twitter | Ass | Drohung
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