TerrorismusTaliban drohen mit Anschlägen zur Wahl in Pakistan

Vor den Parlamentswahlen in Pakistan kündigen die Taliban massive Gewalt an. Über 400.000 Einsatzkräfte sollen die Wähler vor den Terroristen schützen.

Bereits die Belieferung der Wahllokale in Pakistan wird von Soldaten gesichert.

Bereits die Belieferung der Wahllokale in Pakistan wird von Soldaten gesichert.  |  ©REUTERS/Akram Shahid

Die radikalislamischen Taliban haben nach eigenen Angaben Selbstmordanschläge für die Wahl am Samstag in Pakistan vorbereitet. Taliban-Führer Hakimullah Mehsud habe die Anschläge persönlich befohlen, sagte ein Kommandeur der Extremisten. 

Mehrere Attentäter seien entsandt worden, um die Anschläge zu verüben. "Du kümmerst Dich um Anschläge in Punjab und Sindh, ich übernehme Khyber Pakhtunkhwa und Baluchistan", hieß es in einem Brief, der offenbar von Mehsud an Taliban-Sprecher Ehsanullah Ehsan adressiert war, aus dem die Nachrichtenagentur AFP zitierte. Auch die Geheimdienste rechnen mit einer Welle von Anschlägen.

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Überall im Land bereiten sich Einsatzkräfte auf den Wahltag am Samstag vor. Allein in der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab sollen rund 300.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz sein. Weitere 96.000 Einsatzkräfte sollen im Nordwesten des Landes die Wähler vor den Taliban schützen.  

Bereits der Wahlkampf war von Gewalt geprägt. Bei Anschlägen auf Politiker und Parteien wurden seit Mitte April bereits 113 Menschen getötet. Am heutigen Donnerstag, dem letzten Wahlkampftag, entführten bewaffnete Männer einen Sohn des früheren Premierministers Yousuf Raza Gilani. Syed Ali Haider Gilani kandidiert für die Volkspartei PPP von Präsident Asif Ali Zardari.

Die letzten Wahlkundgebungen wurden abgesagt

Wegen der Gewalt haben die Kandidaten der drei großen Regierungsparteien weitere Großkundgebungen abgesagt. Die Parlamentswahl gilt dennoch als Meilenstein in der Geschichte des Landes, weil mit ihr erstmals eine Zivilregierung eine volle Legislaturperiode abschließt.

Die Taliban wollen ein Ende der militärischen Zusammenarbeit von Pakistan mit den USA erzwingen. Die Regierung von Islamabad ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen islamistische Extremisten in Afghanistan. Neben seiner geografisch wichtigen Lage spielen auch Pakistans Atomwaffen eine wichtige Rolle. Diese dürfen aus Sicht der USA nicht in die Hände einer radikal-islamischen Regierung fallen.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, rav
    • Schlagworte Wahl | Pakistan | Taliban | Terrorismus | Hakimullah Mehsud | AFP
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