Nach der Enttarnung eines mutmaßlichen CIA-Agenten in Moskau hat der russische Geheimdienst FSB auch die Identität des örtlichen CIA-Büroleiters aufgedeckt. Bereits 2011 sei dieser offiziell vor "provokanten Schritten zur Rekrutierung russischer Sicherheitskräfte" gewarnt worden, sagte ein FSB-Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Interfax. Dabei nannte er den vollen Namen des Mannes – das widerspricht den diplomatischen Gepflogenheiten. 

Er nannte auch den Namen eines weiteren angeblichen Agenten des US-Auslandsgeheimdiensts CIA, der im Januar ausgewiesen worden sein soll. Eine US-Außenamtssprecherin wollte die Berichte nicht kommentieren.

Die Beziehungen zwischen Russland und den USA sind angespannt: Erst kürzlich hatte Moskau bekannt gegeben, man habe einen CIA-Agenten bei dem Versuch enttarnt, einen Angehörigen der russischen Sicherheitskräfte anzuwerben. Er hätte unter einer falschen Identität an der US-Botschaft in Moskau gearbeitet. Nach seiner Enttarnung war er zur "unerwünschten Person" erklärt worden und sollte das Land unverzüglich verlassen.

Russischen Medienberichten zufolge soll er im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Bostoner Marathon recherchiert haben. Er habe versucht, Kontakt zu einem russischen Agenten im Kaukasus aufzunehmen. Dort lebt die Familie der Brüder Zarnajew, die für das Boston-Attentat am 15. April mit drei Toten und mehr als 260 Verletzten verantwortlich gemacht werden.