EntwicklungsländerSchulz sorgt sich um Vorbildfunktion Europas in Afrika

EU-Parlamentspräsident Schulz warnt: Europa wird für afrikanische Staaten unattraktiv. Sie wenden sich lieber autoritären Staaten zu.

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), in Brüssel

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), in Brüssel  |  © Eric Vidal/Reuters

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, hat vor einer Abwendung afrikanischer Staaten von Europa gewarnt. "Die Europäische Gemeinschaft verliert mit ihrer Zerrissenheit im Vergleich zu aufstrebenden Schwellenländern wie China oder Russland politisch und ökonomisch an Attraktivität", sagte der SPD-Politiker im südafrikanischen Kapstadt.  

Als eine Ursache nannte er die vermeintlich größere Effizienz autoritär geführter Staaten im Vergleich zur EU. Vor allem aber seien die Europäer selbst dafür verantwortlich. Es sei zum Beispiel ein völlig falsches Signal, wenn die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika im EU-Haushalt bis 2020 drastisch gekürzt werden sollten. 

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Zugleich sagte Schulz, afrikanischen Staaten dürften nicht glauben, Systeme ohne demokratische Strukturen seien für die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungschancen eines Landes von Vorteil.

Der Europapolitiker erinnerte an die Arbeit des Panafrikanischen Parlaments in Johannesburg, vor dem er am Montag eine Rede gehalten hatte. Die Abgeordneten dieses Parlaments werden von den Mitgliedsländern delegiert. Schulz sagte in Kapstadt,  er hoffe, die Parlamentarier würden bald direkt gewählt.

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Leserkommentare
  1. Es spielt keine Rolle, das hunderttausende auf diesem Kontinent an der völlig korrumpierten europäischen/westlichen Kolonial-Subventions-und Abhängigkeitspolitik verhungern und dahindarben, das Propoblematische ist, dass Sie dabei nicht von Europa träumen.

    Herr Schulz, ist Ihnen vielleicht in den Sinn gekommen, dass es diese himmelschreiende Zynik und Ihr ungeheurlicher Rassismus sein könnte, dass nicht nur Afrika nichts, sondern auch der Rest der Welt auf den Westen verzichten möchte wo er nur kann?

    Zum Thema Afrika-Politik, kann ich diese sehr gute Reportage empfehlen:
    Charity, Diplomacy & Business - auf rt.com

    10 Leserempfehlungen
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    Stimme Ihnen im Prinzip vollkommen zu und habe Ihren Kommentar empfohlen.
    Nur bei RT (Russian Television) sollte man vorsichtig sein. Hier handelt es sich um einen regimetreuen, staatlich gelenkten russischen Fernsehsender, der sich auch für die ein oder andere Propagandaaktion nicht zu schade ist.

    http://en.wikipedia.org/w...

  2. Die EU, die selbst keine demokratischen Strukturen kennt, kann gar nicht Vorbild sein.

    Europa als Union hat keine eigene Exekutive, kein Zweikammersystem nach Check and Balances und keine Gewaltenteilung. Es ist nach dem Vorbild Deutschlands aufgebaut und ist undemokratisch.

    Eine Demokratie ist eben mehr als ein Parlament. Sie ist, wie der Name sagt, in erster Linie für das Volk da und nicht für sich selbst.

    Ich muss mich schon fragen, woher Sie Ihre EU-Euphorie hernehmen.

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  3. Was Afrika dringend braucht sind reelle und faire Wirtschaftliche Beziehungen. Doch was der hochmoralische und reich Westen noch zu bieten hat sind Bevormundungen der vorherrschenden Regierungen sowie der Nachruf Systeme je nach Notwendigkeit zu stützen oder zu stürzen (Lybien..Syrien..Irak usw.).

    Und jetzt kommt noch das völlig zerrissene Bild der westlichen Regierungen dazu, welches über die letzten 10 Jahre durch mangelnden Kooperationswillen beständig erodiert wurde.

    Wäre ich in dieser Situation Regierungsoberhaupt eines afrikanischen Staates würde ich mich natürlich den zuverlässigen, stärkeren und geschlossenen Staaten und Staatengemeinschaften zuwenden. Den was die wollen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit simpel und klar.

    Also Herr Schulz, betrachten sie die Welt mal außerhalb ihres Glaskastens und ohne Werteorientierung..Sie werden überrascht sein

    6 Leserempfehlungen
  4. Vielleicht haben die Afrikaner auch recht? Die meisten afrikanischen demokratischen Staaten haben das Problem, einen Rechtsstaat aufzubauen. Korruption und Vetternwirtschaft machen das demokratische System unwirtschaftlich. In einer Diktatur sitzt nur der Diktator mit seiner Kaste an den Futtertrögen. In einer (afrikanischen) Demokratie bedeutet ein politischer Posten Reichtum für sich und seine Sippe. Es hat schon einen Grund, warum Kenia eines der größten und bestbezahlten Kabinette der Welt unterhält.

    Es mag vielleicht ein bißchen gegen den politischen Zeitgeist sein, aber vielleicht braucht ein Land ein gewisses Maß an Ordnung und bestehender funktionierender Verwaltung um einen Demokratie einzuführen. Die Demokratisierungsversuche in den Entwicklungsländern der letzten 50 Jahren sind größtenteils gescheitert (Afghanistan, Südafrika, ...)

    Rußland und vor allem China sind ein gutes Beispiel, wie man ein Entwicklungsland industrialisiert und stabilisiert. Die europäischen Systeme sind über Jahrhunderte gewachsen und nicht mit der afrikanischen Situation vor Ort zu vergleichen. Eine Demokratisierung kann ja nach dem wirtschaftlichen Aufschwung erfolgen.

    http://www.spiegel.de/pol...

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  5. as"

    Ich erinnere mich noch an ein Interview mit ihm im schweizer Fernsehen, wo er doch allen Ernstes mit glühenden Augen von der Mittelmeerunion sprach. Immer wenn er redet hat er diesen gewissen cholerischen Wahnsinn in den Augen und es wunderte mich nicht zu hören, wie despotisch er mit seinen geberländerfinanzierten Untergebenen umgeht.

    Ich bin mir auch sehr sicher, dass er selbst noch nicht durchschaut hat, warum er denn tatsächlich in seinen Posten "gewählt wurde". Hier noch mal ein lustiges Zitat aus dem Text:

    "Zugleich warnte Schulz die afrikanischen Staaten vor dem Irrglauben, Systeme ohne demokratische Strukturen seien für die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungschancen eines Landes von Vorteil."

    Das ist zu niedlich, denn jemand wie Schulz würde bei tatsächlicher Demokratie (Volksherrschaft) nie gewählt werden.

    Also kommen zurück zur Frage, warum ist M.S. Präsident des Europäischen Parlamentes? Er verkörpert all die Vorurteile, die man gegen Deutsche hat, er ist unattraktiv, aufbrausend, falsch, tölpelhaft, das mag man und er hat einen noch größeren Vorteil: Er ist so antideutsch wie eine "Nie-wieder-Deutschland-Demonstration" der Grünen. Schuldenunion, Transferunion, na klar!

    Wenn er sich als Vorbild für Afrika sieht, dann muss er sich nur noch dass Gegenstück "Deutschlands" in Afrika suchen mit zugehörigem Martin Schulz.

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  6. niemals zurückziehendürfen.

    Die Amerikaner mit den Eussis im Schlepptau fabrizieren dort außer der Bevölkerungs-Reduktions-Fatwa der britischen Queen außer Hungertoten und Seuchen nur Kolonialismus unter dem Deckmäntelchen der "Hungerhilfe".

    Dabei spricht allein der Begriff "Hungerhilfe" schon für sich.

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  7. Wenn selbst die Form und das Gewicht einer Büroklammer von Europa bestimmt wird, dann weiß man wohin die Reise geht. Bürokraten an die Macht... keine Ahnung, keine Erfahrung, aber überall mitreden... Super!!! Warum sollte Europa ein Vorbild für irgendwas außer Egoismus und Leichenstarre sein? Die Afrikaner wissen, auf den erhebenen Zeigefinger Europas können sie gut und gerne verzichten.

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  8. Europa wird für afrikanische Staaten zunehmend unattraktiv. Sie wenden sich lieber autoritären Staaten zu.

    Ich gehe mal davon aus, dass damit China gemeint ist. Die EU-Länder sollten sich aber nicht wundern, das die Afrikaner lieber mit den Chinesen Geschäfte machen. Die offerieren einfach den besseren Deal in der Regel. Europäer sind jetzt nicht wirklich für ihre fairen Geschäftsbeziehungen mit Afirka berühmt. Dazu noch die Sache mit Libyen, die viele afrikanische Staaten sehr kritisch gesehen haben.

    Entwicklungshilfen, die nichts anderes sind als Wirtschaftshilfen für unsere Konzerne, Knebelkredite, unglaubliche Arroganz im Umgang mit den Afrikanern, Wirtschaftskooperationen die einseitig nur uns Vorteile bringen, militärische Einmischung, Flüchtlingspolitik, Kleinreden und kleinmachen der Afrikanischen Union...

    Wir haben es einfach versaut. Die Chinesen wissen halt, wie sie Geschäfte machen können ohne dass ihre Geschäftspartner sich ausgenommen fühlen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, jt
  • Schlagworte Martin Schulz | Europäische Gemeinschaft | Arbeit | EU-Haushalt | Präsident | Schwellenland
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