Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, hat vor einer Abwendung afrikanischer Staaten von Europa gewarnt. "Die Europäische Gemeinschaft verliert mit ihrer Zerrissenheit im Vergleich zu aufstrebenden Schwellenländern wie China oder Russland politisch und ökonomisch an Attraktivität", sagte der SPD-Politiker im südafrikanischen Kapstadt.  

Als eine Ursache nannte er die vermeintlich größere Effizienz autoritär geführter Staaten im Vergleich zur EU. Vor allem aber seien die Europäer selbst dafür verantwortlich. Es sei zum Beispiel ein völlig falsches Signal, wenn die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika im EU-Haushalt bis 2020 drastisch gekürzt werden sollten. 

Zugleich sagte Schulz, afrikanischen Staaten dürften nicht glauben, Systeme ohne demokratische Strukturen seien für die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungschancen eines Landes von Vorteil.

Der Europapolitiker erinnerte an die Arbeit des Panafrikanischen Parlaments in Johannesburg, vor dem er am Montag eine Rede gehalten hatte. Die Abgeordneten dieses Parlaments werden von den Mitgliedsländern delegiert. Schulz sagte in Kapstadt,  er hoffe, die Parlamentarier würden bald direkt gewählt.