Baschar al-Assad nennt es die "Schlacht der Entscheidung", in den Worten der Aufständischen hingegen sind es die "Schicksalsstunden für die Revolution":  Das Regime in Syrien ist militärisch in die Offensive gegangen und auch politisch demonstriert es den Willen, zu bleiben. Assad wies zwei Wochen vor der geplanten internationalen Syrien-Konferenz einen Rücktritt erneut kategorisch von sich.

Rund um die Uhr greift seine Armee seit dem Wochenende mit schwerer Artillerie, Hubschraubern und Kampfflugzeugen die strategisch wichtige Stadt Al-Kusair an, die nahe der Grenze zum Libanon liegt und sich in den letzten zwölf Monaten in der Hand der Aufständischen befand.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei den erbitterten Gefechten bisher mindestens zwei Dutzend Hisbollah-Kämpfer getötet und über hundert verletzt. Das wären die schwersten Verluste für die schiitische Kampforganisation seit dem Krieg gegen Israel im Jahre 2006. Die Angaben sind allerdings nicht überprüfbar, die Aktivisten der Beobachtungsstelle befinden sich in London und stehen der Opposition nahe. 

Die Zahl der toten und verletzten Zivilisten in Al-Kusair geht mittlerweile in die Hunderte. 25.000 Bewohner sind nach Angaben von lokalen Augenzeugen in dem heftigen Bombardement gefangen und können nicht fliehen.

Gleichzeitig schloss Präsident Baschar al-Assad in einem seiner seltenen Interviews, diesmal mit der argentinischen Zeitung Clarin, erneut einen Rücktritt aus. "Wir haben in den letzten Wochen wichtige Erfolge erzielt. Der Kampf ist lang, aber wir machen gute Fortschritte", sagte er und verglich sich mit einem Kapitän auf hoher See. "Das Land befindet sich in einer Krise. Wenn ein Schiff in schweren Sturm gerät, haut der Kapitän nicht einfach ab, sondern versucht, es in einen sicheren Hafen zu steuern."

Er werde bei den nächsten Präsidentschaftswahlen 2014 erneut als Kandidat antreten, sagte Assad und fügte ironisch hinzu: "Ich weiß nicht, ob John Kerry und andere vom syrischen Volk das Mandat bekommen haben, in seinem Namen zu sprechen und zu erklären, wer abtreten muss und wer bleiben darf."

Auf die Frage, ob er auch Kritik am eigenen Vorgehen habe, antwortete Assad: "Es ist unlogisch, Selbstkritik zu üben, bevor die Ereignisse zu einem Ende gekommen sind. Wenn Sie sich einen Film ansehen, fangen sie ja auch nicht mit der Kritik an, bevor Sie alles angeschaut haben."