Seit mehr als zwei Jahren dauert der Aufstand gegen das syrische Regime an, seit mehr als zwei Jahren fordern die Rebellen die Entmachtung von Baschar al-Assad. Doch der Staatschef gibt sich siegesgewiss – und bedankt sich bei seinen Unterstützern, die ihm die Macht sichern.

"Das militärische Kräfteverhältnis hat sich jetzt komplett zugunsten der Armee verschoben", sagte Assad in einem aufgezeichneten Interview mit dem Hisbollah-Fernsehsender Al-Manar, aus dem die libanesische Zeitung Al-Akhbar zitierte. Seine Truppen hätten das Schlimmste überstanden. Beigetragen hätten dazu auch russische Waffenlieferungen und Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz.

"Die ersten russischen S-300-Flugabwehrraketen hat Syrien erhalten, der Rest wird bald ankommen", wird Assad zitiert. Damit bestätigte der Staatschef die Ankündigungen Russlands, dem Verbündeten mit hochmodernen Flugabwehrraketen beizustehen. Die USA, Frankreich und auch Israel hatten die Regierung in Moskau mehrfach aufgefordert, die Lieferung zu stoppen.

"Eine Schicksalsgemeinschaft"

Die russischen Rüstungssysteme helfen den Assad-Truppen dabei, die Rebellen zurückzudrängen. Diese hoffen ihrerseits auf Waffenlieferungen insbesondere aus Großbritannien und Frankreich, die nach dem Ende des EU-Waffenembargos gegen Syrien am Freitag möglich sind. Diese stoßen auf Kritik des Kremls.

Neben der russischen Regierung kann sich Assad auch auf die Führung der libanesischen Hisbollah verlassen. Nachdem deren Führer Hassan Nasrallah jüngst dem Regime in Damaskus erstmals öffentlich seine Treue geschworen hat, zeigte sich nun Assad erkenntlich: "Syrien und die Hisbollah bilden eine Schicksalsgemeinschaft", wird er von  Al-Akhbar zitiert. Allerdings, so schränkte er ein, würden die Islamisten nur im Grenzgebiet zum Libanon kämpfen, während die Regierungstruppen "in der Schlacht gegen die bewaffneten Gruppen den Befehl führen".

Nach Angaben des französischen Außenministers wird die syrische Armee derzeit von bis zu 4.000 Milizionären unterstützt. Laut Laurent Fabius reichen die Schätzungen aber bis zu 10.000 Kämpfern, einem Vertreter der Freien Syrischen Armee zufolge sollen allein mehr als 7.000 von ihnen an der Offensive gegen die strategisch wichtige Grenzstadt Kusair beteiligt gewesen sein.

"Rebellen weiter bekämpfen"

"Das ist eine inakzeptable und extrem gefährliche Eskalation", fasste am Mittwoch eine Sprecherin des US-Außenministeriums die Befürchtungen der internationalen Gemeinschaft über eine Ausweitung des syrischen Bürgerkriegs zusammen. Um dem vorzubeugen versucht sich Washington – zusammen mit Moskau – an der Organisation einer Friedenskonferenz, die im Juni in Genf stattfinden soll. Allerdings wurde bislang weder ein genauer Termin festgelegt noch die Teilnehmerliste endgültig geklärt.    

Bislang konnte sich die Nationale Syrische Koalition nicht zu einer Zusage durchringen. Die Gruppierung, die sich als Dachorganisation aller Aufständischen versteht, macht ihre Teilnahme weiterhin davon abhängig, dass der Westen die völlige Entmachtung Assads garantiert. Dieser wiederum will das Flugzeug Richtung Schweiz ohne Vorbedingungen betreten – allerdings auch ohne den Willen zum Kompromiss. "Der Kampf ist erst vorbei, wenn alle Extremisten ausgeschaltet sind", soll er laut Al Akbhar dem Hisbollah-Sender Al Manar gesagt haben. "Ich glaube nicht an einen Erfolg des Gipfels und werde die Rebellen weiter bekämpfen."