Bürgerkrieg : Syrische Opposition beschuldigt Regime Massakers an Zivilisten

In einem Ort nahe der Küstenstadt Banias sollen 150 Menschen getötet worden sein. Ein Oppositionsbündnis spricht von toten Frauen und Kindern, das Regime von Terroristen.

Regierungstruppen sollen in einem Dorf in der syrischen Provinz Tartus mindestens 150 Menschen getötet haben. Bei den Opfern des angeblichen Massenmordes in dem Dorf Al-Baidha handelt es sich nach Angaben der Nationalen Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte (NKSRO) vorwiegend um Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.

Das NKSRO ist eines der führenden Oppositionsbündnisse im syrischen Bürgerkrieg. Seine Führung warf der internationalen Gemeinschaft vor, sie sehe untätig zu, wie das Regime von Präsident Baschar al-Assad Kriegsverbrechen verübe.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldet dagegen, die Armee habe "Terroristen" getötet und Waffen in mehreren Dörfern in der Umgebung der Küstenstadt Banias sichergestellt. Die Angaben beider Seiten lassen sich wegen des Bürgerkrieges im Land nicht unabhängig überprüfen.

Wie die New York Times berichtet, starben bei dem Massaker ganze Familien. Unter den Opfern sind demnach auch der Bürgermeister von Al-Baidha und seine Kinder. 

Dörfer von Sunniten

Die Bewohner der Region Tartus sind überwiegend Alawiten – sie gehören derselben islamisch-schiitischen Glaubensrichtung an wie Machthaber Baschar-al Assad. Im Süden von Banias gibt es jedoch mehrere Dörfer, darunter auch Al-Baidha, in denen sunnitische Muslime leben. Die Aufständischen gegen das Assad-Regime sind größtenteils Sunniten.

Die Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte gründete sich im November 2012 in Istanbul. Im März wählte sie den regimekritischen Geschäftsmann Ghassan Hitto, der der islamistischen Bewegung nahesteht, zum Ministerpräsidenten ihrer Übergangsregierung. Seit ihrer Gründung ist das Bündnis eine wichtige Kraft in der sich immer stärker zersplitternden syrischen Opposition.

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