US-Generalstabschef Martin Dempsey hat russische Waffenlieferungen an die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad scharf kritisiert. Die Lieferung von Antischiffsraketen werde das Regime im Kampf gegen die Rebellen bestärken und den Bürgerkrieg im Land anheizen, sagte Dempsey. "Geringstenfalls handelt es sich um eine unglückliche Entscheidung, die das Regime ermutigen und das Leiden verlängern wird", sagte er. "Sie kommt zur Unzeit und ist sehr bedauerlich."

Die New York Times hatte berichtet, Russland habe der Regierung in Damaskus hochmoderne Raketen vom Typ Jachont geliefert, die gegen Schiffe eingesetzt werden können. Das könnte eine mögliche Seeblockade gegen Syrien erschweren.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte Kritik an Waffenlieferungen für die syrische Führung zurückgewiesen und gesagt, Moskau liefere vor allem Verteidigungswaffen. Die Regierung erhalte dadurch keinen Vorteil gegenüber den Rebellen.

"Anfälliger für Fehleinschätzungen"

"Was mir wirklich Sorgen macht, ist, dass Assad nun feststellen wird, dass er irgendwie sicherer ist, seit er diese (Waffen-)Systeme hat, und damit anfälliger wird für Fehleinschätzungen", sagte Dempsey. Die USA hätten aber nicht die Möglichkeit gehabt, die Lieferungen der Waffen zu verhindern.

Die amerikanische Regierung war zu einem früheren Zeitpunkt bereits von der Türkei gebeten worden, die syrischen Rebellen mit Waffenlieferungen zu unterstützen und eine Flugverbotszone einzurichten. US-Präsident Barack Obama hatte dem türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan diese Hilfe aber verweigert.