Bedrohung : Nordkorea provoziert mit neuen Raketentests

Nordkorea hat wieder Raketen abgefeuert. Sie landeten im Japanischen Meer. Südkorea reagierte besorgt, UN-Generalsekretär Ban fordert Gespräche über das Atomprogramm.

Die neuen Raketenstarts von Nordkorea lassen Verantwortliche über die Hintergründe rätseln. Militärs vermuteten, dass die Armee des kommunistischen Landes Boden-Boden-Raketen mit Reichweiten von 120 bis 160 Kilometern oder eine neue Art von Raketen startete, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete.

Nordkorea hatte am Wochenende mehrere Raketen abgefeuert. Am Sonntag testete das Regime offenbar eine Kurzstreckenrakete: Laut einem Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums versank sie am Sonntagnachmittag (Ortszeit) im Japanischen Meer. Es blieb offen, um welche Art von Rakete es sich handelte, ebenso der Zweck des Abschusses.

Schon am Samstag hatte Nordkorea drei Lenkraketen von kurzer Reichweite in Richtung Japanisches Meer abgeschossen. Diese seien offenbar als Teil einer Militärübung abgefeuert worden, hatte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums gesagt.

Als Reaktion auf die Abschüsse verlangte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon von dem kommunistischen Land, auf weitere Tests zu verzichten. "Ich hoffe, dass Nordkorea von weiteren derartigen Aktionen absieht", sagte er der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Ban forderte die Führung in Pjöngjang auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um über das Nuklearprogramm des Landes zu beraten.

Die Vereinten Nationen seien bereit, den Dialog zu unterstützen. Er hoffe, dass Russland "seine Kontakte dazu nutzen" werde, "die Spannungen zu senken und den Dialog mit Nordkorea zu stärken". Ban hielt sich in Moskau auf, nachdem er am Freitag in Sotschi Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt hatte.

Seit 60 Jahren im Kriegszustand

Das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung bedauerte den neuen Test und forderte den Norden auf, zum Abbau der Spannungen beizutragen. Die beiden koreanischen Staaten sind auch 60 Jahre nach Ende der Kampfhandlungen noch immer im Kriegszustand.

Der Konflikt mit Nordkorea hatte sich seit dem dritten Atomtest des Landes im Februar zugespitzt. Die Regierung in Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt, den USA einen atomaren Erstschlag angedroht und den Kriegszustand mit Südkorea erklärt.  

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Kommentare

33 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

@V.Uljanov

> Witzig finde ich auch Kommentare die unterstellen, Suedkorea
> wolle einen Krieg beginnen

Wieso der Aufbau solcher Projektionsflächen? Wer behauptet das? Im Mittelpunkt der Kritik standen immer die USA und etwaig das kriegslüsterne Japan.

Des weiteren sollten Sie schon die genauen Stellen der Seite aufzeigen. Eine prophezeite Selbstzerstörung der USA ist etwas anderes als eine Zerstörung durch einen geplanten Angriffskrieg.

Den Untergang der westlichen Kultur insbesondere der USA in Vormachtstellung haben schon viele (westliche) Autoritäten prophezeit. Und nun? Hier Unterschiede zu machen ist nur Doppelmoral der wertgeschätzten (westlichen) "Meinungsfreiheit".

@Skeiron
> Eben mal KCNA angeschaut, in der Tat recht unterhaltsam, da
> kann auch Bild noch was lernen
> [...]
> Naja da sich die USA laut KCNA demnächst wohl eh selbstzerstört
> braucht sich hier ja keiner Gedanken über eine US-Invasion in
> Nordkorea zu machen.

Vielleicht ist auch Ihre Naivität so unterhaltsam, in Aussagen Kims etwas Originelles und Neues zu sehen. Nochmal: Den Untergang haben schon viele Wissenschaftler, Medienvertreter und Politiker hierzulande festgestellt.

Mehr Information bitte

Dass jeder Raketentest einer Nation publiziert wird, die mit Krieg und Atomkrieg droht, ist selbstverständlich.

Inzwischen sollte aber mehr Information veröffentlicht werden: Weiß man das alles erst Sekunden nach Abschuss, oder schon davor, gibt es Satellitenfotos vom Transport an die Ostküste in Echtzeit, wo sind die Raketenfabriken, wo wird der Treibstoff hergestellt, wo die Steuerungssoftware?

Werden die Schiffe im Japanischen Meer vorgewarnt oder überrascht, wer sammelt die Raketentrümmer ein oder versinken sie, ist es völkerrechtlich erlaubt, außerhalb der nordkoreanischen Hoheitsgewässer solche Raketen abzufangen?