Ein Gericht in Nordkorea hat einen US-Bürger zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Ihm wurden "feindliche Akte" gegen das Land vorgeworfen, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete. Der 44-jährige Kenneth Bae war vor Gericht gestellt worden, weil er angeblich das Regime in Pjöngjang stürzen wollte.

Am 30. April sei Bae der Prozess gemacht worden. Nach offiziellen Angaben soll er die ihm vorgeworfenen Taten gestanden haben. Details wurden nicht genannt.

Bae hatte im November mit einer kleinen Touristengruppe die Stadt Rajin in Nordkorea besucht. Dort hatte ihn die Polizei festgenommen. Er sei mit einem gültigen Visum eingereist, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Bill Richardson, hatte sich Anfang des Jahres bei einem Besuch in Nordkorea vergeblich für Baes Freilassung eingesetzt.   

Angesichts der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wolle Pjöngjang den USA mit der Verurteilung Zugeständnisse abpressen, sagte Yang Moo Jin, Professor an der Universität für Nordkorea-Studien in Seoul. In der Vergangenheit waren in Nordkorea wiederholt US-Bürger festgenommen und nach Verhandlungen wieder freigelassen worden. 

Der Fall dürfte die Beziehungen zwischen dem Land und den USA weiter belasten. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist seit Längerem gespannt: Nach einer Verschärfung der UN-Sanktionen wegen des jüngsten Atomtests Nordkoreas im Februar hat die kommunistische Führung in Pjöngjang Südkorea, den USA und Japan mehrmals mit Angriffen gedroht.