AfghanistanTaliban greifen Flughafen in Kabul an

Mit Granatwerfern und Maschinengewehren haben die Taliban den Hauptstadtflughafen angegriffen. Bei Gefechten mit Nato-Soldaten wurden alle Angreifer getötet.

Aus dem militärischen Teil des Hauptstadtflughafens in Afghanistan steigt Rauch auf. Die Taliban haben sich zu dem Anschlag bekannt.

Aus dem militärischen Teil des Hauptstadtflughafens in Afghanistan steigt Rauch auf. Die Taliban haben sich zu dem Anschlag bekannt.  |  © Massoud Hossaini/AFP/GettyImages

Kämpfer der radikalislamischen Taliban haben den militärischen Teil des Flughafens der afghanischen Hauptstadt Kabul angegriffen. "Es gab sieben Angreifer – zwei Selbstmordattentäter starben, als sie sich selbst in die Luft sprengten, und fünf weitere wurden in den Kämpfen getötet", sagte der Polizeichef von Kabul, Mohammed Ajub Salangi.

Unter den Sicherheitskräften habe es keine Opfer gegeben, teilte die Polizei mit. Angaben über mögliche zivile Opfer liegen nicht vor. Die Taliban bekannten sich über einen ihrer Sprecher zu dem Angriff. "Heute Morgen hat eine Gruppe von Mudschahedin den militärischen Teil des Flughafens von Kabul angegriffen", sagte Sabihullah Mudschahid der Nachrichtenagentur AFP.

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Die Angreifer hatten zwei Gebäude in der Nähe des Flughafens erobert und von dort aus den Flughafen beschossen. Nach Angaben des Taliban-Sprechers sei das Ziel der Stützpunkt der internationalen Afghanistan-Truppe Isaf gewesen. Der schwerbewachte Flughafen von Kabul wird neben militärischen Zwecken auch für den zivilen Luftverkehr genutzt.

Nach Angaben eines afghanischen Regierungsvertreters waren die Angreifer mit Granatwerfern und Maschinengewehren bewaffnet. "Sie beschießen alles, auch den Flughafen", sagte er. Der Flughafen wurde für alle Flüge gesperrt. Nato-Soldaten unterstützten die afghanischen Sicherheitskräfte beim Vorgehen gegen die Taliban-Kämpfer, wie ein Isaf-Sprecher mitteilte. Die US-Botschaft ließ ihren Alarm ertönen und warnte über Lautsprecher, dass es sich nicht um eine Übung handele.

Die radikalislamischen Taliban hatten Ende April ihre diesjährige "Frühjahrsoffensive" in Afghanistan gestartet und neue Anschläge angekündigt. Als Ziel wurden dabei unter anderem Militärflughäfen der NATO-geführten Truppe sowie diplomatische Einrichtungen genannt. Im Mai griffen Taliban-Kämpfer im Zentrum von Kabul ein Gebäude der Vereinten Nationen an. Bei den folgenden stundenlangen Kämpfen wurden sieben Menschen getötet.

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Leserkommentare
  1. "Zuletzt war stets von einer leichten Verbesserung die Rede, tatsächlich haben die Angriffe auf Soldaten und Zivilisten um fast 25 Prozent zugenommen. Der angebliche Fortschritt entpuppt sich als Schönfärberei."

    Die Taliban bestätigen den SPON-Bericht vom 29.5.2013.

    Quelle: http://www.spiegel.de/pol...

  2. zum Machtgewinn.Die Strategie vom 18.Januar 2010 wird so ausgeweitet. Wie man mit wenigen Personen eine Stadt von geschätzten 5-6 Millionen Einwohnern komplett lahmlegt,das demonstrierten damals gerade mal 12 „Aufständische“–auch „Taliban“–„Schüler“ genannt in Kabul.Mit zwei gestohlenen UN-Fahrzeugen passierten sie mühelos den „stählernen Ring“ der Polizeikontrollen am Morgen und ließen dann kurz vor 9 Uhr einen ersten Sprengsatz vor einem Tor zum hoch gesicherten Bezirk des Präsidentenpalastes hochgehen. Danach verstreuten sie sich schwer bewaffnet in mehrere Richtungen,stürmten unter anderem mit Brandsätzen ein Einkaufszentrum–warnten dort aber Passanten, den Ort zu räumen, um zivile Opfer zu vermeiden–schließlich will man ja mittel- und langfristig die Bevölkerung gewinnen und lieferten sich auf der Flucht über die Dächer der Altstadt Kabuls und zwischen dem zentralen Paschtunistan-Platz,dem Einkaufszentrum und dem Präsidentenpalast wilde Feuergefechte mit Polizei und Sicherheitskräften bis schließlich auch noch afghanische und ISAF-Truppen zu Hilfe kamen, um den Angriff niederzuschlagen.
    Gegen solche Strategien hilft kein noch so schwer bewaffneter Militärapparat. Man hat es 12 Jahre lang nicht geschafft, die Menschen zu gewinnen am Hindukusch. Die Frage eines befreundeten US-Marines Ende Sommer 2009, warum bei uns in D klappte, was dort nicht funktioniert-wir wissen inzwischen beide darauf zu antworten.
    http://ladurnerulrich.wor...

  3. bei "radikalislamistischen Kämpfern" ist die 'Deutung' ja heutzutage keineswegs eindeutig.

    Die Taliban hatten ja um 2001 den Opiumanbau verboten und zum erliegen gebracht, weswegen der 'Westen' da rein musste. Vielleicht wollten die nur einen Frachtflug voller harter Drogen verhindern und so der Aussenwelt einen riesen Gefallen tun?

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Wir wünschen uns eine differenzierte Diskussion. Danke, die Redaktion/jk

  4. 4. [...]

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, lab
  • Schlagworte Vereinte Nationen | AFP | Anschlag | Flughafen | Hauptstadt | Luftverkehr
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