Ein Soldat der syrischen Regierungstruppen nahe Aleppo (Archiv) © George Ourfalian/Reuters

Nach dem Sieg in der Stadt Kusair bereiten sich die Truppen des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad auf eine Offensive in der Millionenmetropole Aleppo vor. Oppositionelle berichteten am Montag, schiitische Kämpfer kämen aus dem Irak, um Assads Truppen zu unterstützen. Nach Angaben aus Militärkreisen werden Soldaten zum Flughafen von Aleppo und hinter die Front in ein Kurdengebiet geflogen. Auch zwei schiitische Enklaven nördlich von Aleppo würden verstärkt.  

Der Rebellenkommandeur Abu Taha sagte, Assad plane einen Zangengriff im Norden und versuche, wichtige Städte im Norden und Osten des Landes noch vor der für Juli geplanten Friedenskonferenz in Genf einzunehmen.

Die Aufständischen sollen unterdessen den Kontrollturm des Luftwaffenstützpunkts Minnigh in Aleppo erobert haben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London mit. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete dagegen, der Angriff sei zurückgeschlagen worden.

Experten gehen davon aus, dass der Kampf um Aleppo schwieriger als die Einnahme von Kusair werde und sich über Monate oder gar Jahre hinziehen könne. Die Rebellen drangen im vergangenen Jahr in die Handelsmetropole vor und kontrollieren mehr als die Hälfte der Stadt. Der Frontverlauf ist größtenteils stabil.

Durch das Eingreifen schiitischer Kämpfer aus dem Ausland entwickelt sich der Bürgerkrieg zunehmend zu einer Auseinandersetzung der Religionsrichtungen. Assad gehört der Minderheit der Alawiten an, die dem schiitischen Glauben nahesteht, während die Mehrheit der Syrer sunnitisch ist.

Israel sieht Assads Truppen im Vorteil

Die Gefahr steigt, dass Nachbarländer wie der Irak, der Libanon, Jordanien und Israel in den Konflikt hineingezogen werden. Nach Aussagen der israelischen Regierung könnte Assad den Krieg dank der Unterstützung aus dem schiitisch geprägten Iran und von der libanesischen Miliz Hisbollah gewinnen. 

Die USA und Russland hoffen immer noch auf eine friedliche Lösung: Gemeinsam planen sie eine internationale Friedenskonferenz in der Schweiz, die im kommenden Monat stattfinden soll. Die USA könnten unterdessen noch in dieser Woche entscheiden, ob sie Waffen an die Rebellen liefern, wie aus der Regierung verlautete. Assad wird vor allem von Russland und dem Iran unterstützt.