Die ecuadorianische Botschaft in Moskau © Nikolay Asmolovskiy/Reuters

Im Ringen um Asyl für den Whistleblower Edward Snowden verzichtet Ecuador auf massive Zollerleichterungen in den USA. "Ecuador akzeptiert weder Druck noch Drohungen von irgendjemandem, und handelt nicht mit Prinzipien, noch unterwirft es diese Handelsinteressen, so wichtig sie auch seien", teilte Kommunikationsminister Fernando Alvarado mit.

Das südamerikanische Land prüft einen Asylantrag des Exgeheimdienstmitarbeiters Snowden. Die USA wiederum fordern dessen Auslieferung. Snowden befindet sich zurzeit wohl auf einem Flughafen in Moskau.

Ecuador hatte sich bis vor Kurzem für eine Verlängerung der Export-Erleichterungen zum Beispiel für Blumen, Artischocken und Brokkoli eingesetzt. Mit einem Volumen von mehreren Hundert Millionen Dollar pro Jahr machen diese Produkte einen wichtigen Posten der Ausfuhren in die USA aus. Insgesamt geht fast die Hälfte der Exporte des Landes dorthin.   

Die Zollerleichterungen wurden als Gegenleistung für eine Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Drogenhandels gewährt. Mittlerweile hätten sich diese Handelserleichterungen allerdings "zu einem neuen Erpressungsinstrument" entwickelt, hieß es in einer Erklärung.

USA machen Druck auf Ecuador

Das Abkommen war zuvor im US-Kongress infrage gestellt worden. Der Vorsitzende des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten im Senat, Bob Menendez, hatte gewarnt, dass er bei einem positiven Asylbescheid für Snowden selbst die Bemühungen anführen wolle, eine Verlängerung des Programms für Ecuador zu verhindern.

Snowden, der umfangreiche Ausspäh- und Überwachungsprogramme amerikanischer und britischer Geheimdienste öffentlich gemacht hatte, war von Hongkong nach Moskau geflohen. Dort hält er sich nach russischen Angaben im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo auf. Neben Ecuador prüft offenbar auch Venezuela, Snowden Asyl zu gewähren.

Die USA haben seinen Reisepass unterdessen für ungültig erklärt. Ecuador, das von dem linksgerichteten Präsidenten Rafael Correa regiert wird, hatte schon dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, politisches Asyl gewährt.