Anhänger der pro-westlichen Demokratischen Partei in Belgrad (Archivbild) © Daniel Berehulak/GettyImages

Die Europäische Union will Beitrittsverhandlungen mit Serbien aufnehmen. Das beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel, wie EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy twitterte.

Verhandlungen sollten spätestens im Januar kommenden Jahres beginnen. Die Staats- und Regierungschefs müssen gegen Ende dieses Jahres dem Verhandlungsrahmen noch einmal zustimmen, sagten Diplomaten. Die Gipfelrunde beschloss zudem Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit dem Kosovo. Dieses Abkommen ist eine Voraussetzung für spätere Beitrittsverhandlungen.  

Serbien solle ermutigt werden, die Normalisierung der Beziehung zum Kosovo fortzusetzen. Das Kosovo, von Belgrad als Teil Serbiens betrachtet, hatte sich Anfang 2008 für unabhängig erklärt.  

Im Mai schlossen die beiden Staaten ein Normalisierungsabkommen. Serbien hätte gern die EU-Beitrittsverhandlungen bereits im Herbst begonnen. Doch vor allem Deutschland hatte auf einen späteren Beginn gedrängt, damit die Umsetzung des Kosovo-Abkommens beobachtet werden kann.

Kroatien in drei Tagen EU-Mitglied

Das Nachbarland Kroatien ist bereits viel weiter: In drei Tagen wird der Staat der EU beitreten. Van Rompuy sagte, das sei ein "wahrhaft historischer Moment" für Kroatien und seine Bürger: "Das bedeutet neue Möglichkeiten, aber auch neue Verantwortung. Das bedeutet eine gemeinsame Zukunft."

An dem Gipfel in Brüssel nahm auch der kroatische Regierungschef Zoran Milanović teil, der sich für die Aufnahme seines Landes in die EU bedankte. Die "Brücke" hin zur EU-Mitgliedschaft sei "für uns ziemlich lang gewesen", sagte Milanović.