In der Affäre um illegale Wahlkampfspenden hat die französische Staatsanwaltschaft beantragt, das Verfahren gegen Expräsident Nicolas Sarkozy einzustellen. Dies gilt auch für fünf Mitbeschuldigte, unter ihnen der frühere Haushaltsminister Eric Woerth. Das gab die zuständige Staatsanwaltschaft in Bordeaux bekannt. Gegen sie gebe es kein Belastungsmaterial.     

Sarkozys Anwalt Thierry Herzog begrüßte die Entscheidung. Am Ende siege immer die Wahrheit, auch wenn Verleumdungen noch so heftig seien, sagte er. Letztendlich entscheiden müssen nun die zuständigen Untersuchungsrichter.

Für zwei Beschuldigte beantragte die Staatsanwaltschaft hingegen ein Strafverfahren. Bei ihnen handelt es sich um Patrice de Maistre, den ehemaligen Vermögensverwalter der L'Oréal-Erbin, Liliane Bettencourt, und den Künstler François-Marie Banier. Sie sollen den schlechten Gesundheitszustand der Milliardärin ausgenutzt und sich so bereichert haben.

In der sogenannten Bettencourt-Affäre geht es um den Vorwurf der illegalen Wahlkampffinanzierung. Sarkozy wird verdächtigt, sich von der heute 90-jährigen Milliardärin für seinen Präsidentschaftswahlkampf 2007 illegale Spenden erschlichen zu haben. Der Vorwurf lautet auf "Ausnutzung der Schwäche" Bettencourts, die laut ärztlichem Gutachten schon seit 2006 an Demenz leidet.

Im März hatte die Justiz ein formelles Anklageverfahren gegen Sarkozy eingeleitet. Der Exstaatschef bestreitet alle Vorwürfe. Er versicherte, die Familie Bettencourt habe ihm "nie einen Groschen gegeben".