Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht während des G8-Gipfeltreffens in Enniskillen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, Großbritanniens Premierminister David Cameron und US-Präsident Barack Obama. © Stefan Rousseau/WPA Pool/Getty Images

Die G-8-Länder haben sich auf ihrem Gipfel im nordirischen Enniskillen darauf geeinigt, Steuerflüchtlingen das Leben schwerer zu machen. Die Gipfelteilnehmer bekannten sich in ihrer Abschlusserklärung dazu, dass international tätige Unternehmen künftig ihre Einkünfte nach Ländern getrennt ausweisen müssen. Das Verschieben von Gewinnen in Niedrigsteuergebiete soll erschwert werden. Zudem sollen Steueroasen Finanzbehörden künftig an Einblick in ihre Informationen geben.

Die zusätzlichen Einnahmen sollen direkt oder indirekt auch armen Ländern etwa in Afrika zugute kommen. Dazu wurden allerdings nur wenige konkrete Schritte verabredet.


Hilfsorganisationen äußerten sich enttäuscht, während Großbritanniens Premierminister David Cameron die Einigung lobte. "Wir haben uns auf eine Erklärung verständigt, die das Potenzial hat, die Regeln für Steuern und Transparenz neu zu schreiben – zum Nutzen von Ländern in aller Welt, auch für die ärmsten Länder der Welt", sagte Cameron.

Völlig anders bewertete die Hilfsorganisation Avaaz die Abschlusserklärung: "Die G-8-Regierungen behaupten, sie wollen Steuerschurken das Handwerk legen – doch dabei haben sie ihnen zu viel Spielraum gelassen, um weiterhin Löcher in Milliardenhöhe in unsere Staatskassen zu schießen." Vor allem die deutschen und kanadischen Gipfelteilnehmer haben ein starkes Abkommen verhindert.

Skeptisch äußerte sich auch die Entwicklungsorganisation Ofxam. "Die G8 haben all die richtigen Fragen gestellt, sind aber bei den Antworten dünn geblieben. Die Staats- und Regierungschefs müssen ihre Anstrengungen verstärken, um gegen den Skandal von Armut und Hunger in aller Welt vorzugehen", sagte der Oxfam-Exekutivdirektor Jim Clarken.