US-Präsident Obama (l.) und sein russischer Amtskollege Putin nach ihrem Treffen auf dem G-8-Gipfel © Jewel Samad/AFP/Getty Images

Zur Lösung des Syrien-Konflikts zeichnet sich weiterhin keine gemeinsame Initiative der internationalen Gemeinschaft ab. Auch ein Gespräch zwischen US-Präsident Barack Obama und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf dem G-8-Gipfel in Nordirland brachte keine Annäherung:  "Unsere Positionen stimmen nicht vollständig überein. Wir haben unterschiedliche Sichtweisen auf das Syrien-Problem", sagte Obama nach dem gut zweistündigen Treffen.

Wie schlecht und unterkühlt das Verhältnis der beiden Präsidenten ist, zeigte sich auf der gemeinsamen Pressekonferenz. Mimik und Gestik beider Männer waren unterkühlt und von Distanz geprägt. Sie wirkten angespannt und würdigten sich kaum eines Blickes. Putin blickte die meiste Zeit zu Boden. 

Auch in ihren Äußerungen machten Obama und Putin keinen Hehl aus der angespannten Beziehung zwischen ihnen und der ihrer beiden Länder. Der US-Präsident nannte die Diskussion "nützlich", der Kreml-Chef "ehrlich". Obama sagte, beide Seiten müssten "die Denke des Kalten Krieges" hinter sich lassen.

Russland im Abseits

Schon vor dem Treffen der beiden hatte sich der Konflikt abgezeichnet. Putin hatte seine Unterstützung für den syrischen Machthaber Baschar al-Assad bekräftigt und etwaige Waffenlieferungen der USA, Frankreichs und Großbritanniens an die Aufständischen kritisiert. Damit hatte sich der russische Präsident auf dem Gipfel ins diplomatische Abseits manövriert.

Beide Seiten sind sich nur in einer Sache einig: der Forderung nach einem Ende der Gewalt. "Wir verfolgen beide die Absicht, die Gewalt zu beenden", sagte Obama und fügte hinzu: Dies soll "nach Möglichkeit" mit einer politischen Lösung erreicht werden. Auch Putin sprach davon, den Konflikt auf "friedliche Weise" zu lösen. "Wir stimmten darüber überein, die Parteien an den Verhandlungstisch zu drängen", sagte er mit Blick auf die gemeinsamen, bislang allerdings erfolglosen Pläne für eine Friedenskonferenz in Genf.

Trotz der Meinungsverschiedenheiten zwischen Obama und Putin wurde auf dem Gipfel in der Nacht weiter an einer gemeinsamen Erklärung zu einer solchen Friedenskonferenz gearbeitet. Eine Einigung wurde nicht ausgeschlossen – allerdings höchstens auf dem Niveau eines kleinen gemeinsamen Nenners. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Rande der Verhandlungen, sie wünsche sich ein Bekenntnis "zu einem politischen Prozess".

Konkreter wurde es beim gemeinsamen Abendessen der G-8-Mitglieder. Dort verkündete der US-Präsident, dass sein Land die humanitäre Hilfe für die Opfer des Syrien-Kriegs um 300 auf 800 Millionen Dollar (600 Millionen Euro) erhöhen wird. Das Geld soll unter anderem für Lebensmittel, Trinkwasserversorgung und Notunterkünfte ausgegeben werden. Auch Kanzlerin Angela Merkel kündigte eine Aufstockung der deutschen Hilfen an. Noch in diesem Jahr würden die bisherigen Mittel in Höhe von 190 Millionen Euro um 200 Millionen Euro verdoppelt.