Taksim-PlatzIstanbul erlebt die Nacht des Tränengases

Die Polizei räumt den Gezi-Park rücksichtslos, vertreibt Aktivisten mit Tränengas. Zwischen die Fronten gerät auch eine deutsche Politikerin. von 

Jemand zieht Claudia Roth an der Schulter, reißt sie mit, plötzlich schreien und rennen alle, aus der Lobby die Treppe hinunter in den Keller des Luxushotels Divan direkt am Istanbuler Gezi-Park. Weg vom Tränengas, weg von der Polizei, die Patronen direkt auf den Eingang schießt. Dicht ziehen die Schwaden herein, brennen in Augen, Nase, Mund. Die Parteichefin der Grünen hustet, kneift die Augen zusammen, stolpert halb die Stufen hinunter, wird schließlich von irgendwem auf eine der dick gepolsterten Samt-Bänke geschoben, die jetzt als Krankenlager dienen. Da sitzt sie nun, jemand drückt ihr Asthmaspray in den Mund. Als Roth sich wieder etwas erholt hat, sagt sie, mit aufgerissenen Augen: "Das ist doch Wahnsinn, das ist doch Krieg gegen die Menschen hier!"

Dies ist die Nacht, in der Claudia Roth, vor allem aber Tausende, wenn nicht Zehntausende Türken die Gewalt der türkischen Regierung zu spüren bekommen. Es ist die Nacht, in der Premier Recep Tayyip Erdoğan seine Drohung wahr macht: Man werde mit den Protestierenden "eine Sprache sprechen, die sie verstehen", hatte er gesagt. Es ist eine gewalttätige, tragische Nacht, die Schlimmes für die nächsten Tage befürchten lässt und dieses Land verändern wird.

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Es begann um kurz vor neun Uhr am Abend. Vom Taksim-Platz kam die Nachricht, die Polizei habe den Platz abgeriegelt, mit Wasserwerfern, die Tausende Menschen vertrieben. Die Staatsgewalt dringe nun in den Gezi-Park vor, in dem die Protestierenden seit Wochen ihre Zeltstadt bewohnen. Nur auf Umwegen kommt man auf den Platz, durch Nebenstraßen, durch die noch lückenhaften Absperrungen.

Zelte zerreißen wie Zeitungspapier

Schon auf dem Weg werfen Anwohner Atemmasken aus den Fenstern. Die Aktivisten bauen rasend schnell Barrikaden aus umgekippten Müllcontainern, Straßenschildern und Steinen. Auf dem Platz selbst eine merkwürdige Ruhe, freundliche Polizisten, die bitten, einen Tee trinken zu gehen, bis alles vorbei ist. Noch gespenstischer der Gezi-Park selbst: Wo zwei Stunden zuvor noch Hunderte Zelte standen, die Menschen diskutierten, feierten, ist nun nur noch vermüllte Leere. Die Polizei hat alle zur nördlichen Seite aus dem Park getrieben und nun reißen Mitarbeiter der Stadtverwaltung alles ab. Mit Baggern zerreißen sie die Zelte wie Zeitungspapier und kippen die Überreste in die bereitstehenden Mülltransporter. Sogar einen Krankenwagen haben sie umfunktioniert zur Müllabfuhr, um den Park so schnell wie möglich zu "säubern", wie Erdoğan es versprochen hatte.


Weiter Richtung Norden, wieder über Umwege, durch dunkle Parks und mithilfe freundlicher oder bei Ausländern nachsichtiger Polizisten zur Rückseite des Hotels Divan. An einer Ecke steht einer und wirft Steine in Richtung eines Wasserwerfers, auch das gehört zur Geschichte dieser Nacht. Ab hier ist auch das Tränengas so beißend, dass niemand mehr ohne Maske oder zumindest einem Tuch vor dem Gesicht herumläuft.

Hotel-Rezeptionisten mit Gasmasken

Dann, in der Lobby des Hotels sieht man Rezeptionisten mit Gasmasken und Hunderte Protestierende, die aus dem Camp hierher geflüchtet sind. Und eben Claudia Roth in Kleid und Lederjacke, zusammen mit der örtlichen Chefin der Heinrich-Böll-Stiftung und einem Mitarbeiter der Europa-Abgeordneten Barbara Lochbihler. Sie hat keine Gasmaske, natürlich nicht. "Heute Abend wollten wir uns eigentlich mit Intellektuellen treffen", sagt sie, "aber dann haben wir gehört, was los ist, und sind rausgegangen, um es zu sehen." 

So geriet sie mitten hinein in den Polizeiangriff, in das Gas. Nach der Flucht in den Keller steht sie irgendwann nur noch da und ist sprachlos angesichts der Szenen, die sich um sie herum abspielen. Schreiende Verletzte werden durch die großen Flügeltüren hereingetragen, jedes Mal kommt eine Wolke Tränengas mit in den Raum, der nun zum Bunker geworden ist. Jugendliche hängen an Sauerstoffflaschen, Sanitäter in Ganzkörper-Schutzanzügen rennen hin und her. Dutzende weinen, wegen des Gases und wegen des Schocks. "Einen Arzt, einen Arzt!", ertönt es immer wieder, aber es sind einfach nicht genügend Ärzte da, wie hätten sie auch vorbereitet sein sollen auf diese Situation.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Die Redaktion/au

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    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/au

    • bvdl
    • 16. Juni 2013 8:44 Uhr

    Was bitteschoen, macht Claudia Roth da? Ich halte es für unerträglich, dass sich Frau Roth da einmischt. Jetzt ist in meinen Augen wirklich eine Grenze überschritten. [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

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    • beute2
    • 16. Juni 2013 9:05 Uhr

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Die Redaktion/au

    Was hat das bitte mit Gutmenschentum zu tun? Nicht, dass dieser Kampfbegriff irgendwann einmal einen wirklichen Nährwert hatte - aber man muss ihn ja wenigstens so benutzen, dass er einen theoretischen Kontext hat.

    Wenn Sie ein persönliches Problem mit Claudia Roth haben, ist ihnen das ja unbenommen. Ganz ehrlich, mir geht diese Frau auch überwiegend auf den Keks!

    Aber wir leben in einem freien Land. Und zumindest theoretisch ist die Türkei das auch. Und wenn Frau Roth sich einen Eindruck vor Ort machen will (und es es genau darum ausschließlich oder überwiegend geht) dann ist mir das wesentlich lieber, als die Deichgrafen/ -gräfinnen, die nicht ohne Kamera den Friesennerz auspacken!

    Und dass das mit dem freien Land in der Türkei aussdrucksstark gerade nicht so ist, kann man ja in den letzten Tagen und um Zuge dieser Meldung sehr eindrucksvoll sehen!

    Und im Übrigen erscheint mir da eine Frau Roth so im Großen und Ganzen wesentlich reflektierter und differenzierter, als Sie! Die Grünen / Frau Roth befürworten den Türkeibeitritt, malen deshalb aber nicht alles rosarot, was von Erdogan kommt! Sie lesen Claudia Roth - und kübeln los, was das Zeug hält und reißen die, die Sie Gutmenschen nennen, in einem Abwasch auch noch mit rein.

    1.) Was geht es Sie an, wo Frau Roth sich aufhält? Beschämend ist daran einzig Ihr Kommentar.

    2.) Denken Sie einmal darüber nach, was das sprachliche Gegenteil von "Gutmensch" ist, wenn Sie nicht als Schlechtmensch gelten wollen.

    3.) Es ist vollkommen empathielos, sich angesichts eines Beitrags über das Leid von zahlreichen Menschen und angesichts der brutalen Vorgehensweise der türkischen Polizei lediglich mit den Reisegewohnheiten einer Politikerin zu beschäftigen.

    4.) Wenn Sie gestern Nacht in Istanbul gewesen wären oder die Übertragungen von CNN oder dem BBC aus Istanbul gesehen hätten, dann wüssten Sie, dass der Bericht objektiv geschrieben ist.

    In einem gebe ich Ihnen recht. Es ist eine Grenze überschritten. Und zwar dahingehend, dass es solche Kommentare wie Ihren gibt.

    Bestimmt ist es Ihnen lieber bzw. wichtiger wenn unsere aktuelle Regierung klammheimlich Rüstungsdeals abnickt bzw. fördert.
    Bestimmt ist es Ihnen lieber das deutsche Soldaten sinnlose, extrem gefährliche Auslandseinsätze machen müssen, um als seelische Wracks zurückzukehren.

    Aber wen wunderts.
    Unsere Politik mit solchen Grössen wie De Maiziere´nebst Chefin hat das Bewusstsein der deutschen Bevölkerung "umgedreht".
    Andernorts nennt man das Gehirnwäsche.

    Ich habe Angst, dass die Demokratie geopfert wird.
    Und da sind wir schon wieder bei Frau Roth. Und ihr Engagement für den Erhalt der Demokratie.

    Das sind dann auch immer die kleinen Hoffnungsschimmer.
    Welche hoffentlich am 22. Septembe 2013 belohnt werden !

    Ah ja. Der türkische Premiermenister benimmt sich seit Wochen unter aller Sau, knüppelt auf seinen eigenen Souverän ein und bringt sogar die eigene Polizei gegen sich auf. Jetzt hat er versucht, einen anscheinend weitgehend friedlichen Protest mit härtester Brutalität zu brechen. Dass jetzt aber Claudia Roth sich spontan entschieden hat, statt einem geplanten Treffen sich vor Ort ein Bild zu machen und davon dann auch noch berichtet, das schlägt für Sie dem Fass den Boden aus. Ich bitte Sie, das ist doch grotesk. Ich kann diese Reaktion auch nicht ansatzweise nachvollziehen, und ich bin wirklich kein besonderer Fan dieser Politikerin.

    weil sie sich vehement z.B. für den EU-Beitritt der Türkei einsetzte.
    Jetzt ist sie als Augenzeugin in Istanbul und muss nun buchstäblich am eigenen Leib spüren, dass dieses Land unter Erdogan nicht reif für die EU ist.

    Erdogans Staatsmacht geht mit allen Mitteln der Gewalt gegen den Teil seines Volkes vor, der sich nicht seinem Diktat beugt. Da sind Demonstranten noch nicht einmal in einem Hotel sicher. Wohin sollen sie denn noch fliehen vor Wasserwerfern und Tränengas ?
    Das sieht nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen aus. Längst geht es nicht mehr um einen Platz, Es geht um den Drang nach Freiheit nach westlicher Prägung, um die Zukunft einer jungen Türkei, die sehr wohl zu Europa gehört.

    Auch wenn Erdogan die letzten Wahlen gewonnen hat, das Recht Oppositionelle (er nennt sie Gesindel) mundtot zu machen hat er nicht.
    Entwickelt sich die Türkei zu einer Art gelenkten Demokratie wie Russland ?
    Da kann der Westen nicht wegschauen, da muss er sich mit allen Mitteln der Diplomatie, evtl. auch mit wirtschaftlichen Sanktionen einmischen.

    Heute ist wohl mit einem Aufmarsch seiner Anhänger zu rechnen. Wir nannten solche Leute früher "Jubelperser". Man kann nur hoffen, dass die Gewalt ein Ende nimmt und Erdogan sich die Forderungen der Demonstranten anhört und einlenkt.

    Eine Rüge an die ARD.
    Während andere nationale und internationale Sender längst live berichten, wird die "Stadelzeit" unerbittlich durch- und 30 Minuten überzogen.

    Wieso sind Sie derart entsetzt, dass auch deutsche PoltikerInnen am Taksimplatz dabei sind? Frau Roth war da gestern auch nicht die einzige. Auch Sevim Dagdelen und Heike Hänsel der Linken waren beispielsweise vor Ort, um eine Solidaritätserklärung zu verlesen, was meines Wissens aber durch die Polizei verhindert wurde. Der inständige Wunsch der Protestierenden nach mehr Demokratie und Transparenz wird seitens Demokraten und Demokratinnen anderer Länder unterstützt. Daran ist überhaupt nichts übertrieben, komisch oder verwerflich. Und es ist vielmehr sehr mutig mehr als nur einen Soli-Tweet zu verfassen und beim Rest darauf zu hoffen Mutti würde das im Zweifelsfall schon regeln.

    Claudia Roth ist ökölogisch korrekt mit dem Zug angereist. Nur bezweifle ich das.

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um eine differenzierte Sichtweise. Die Redaktion/au

    können sich aussuchen, wohin sie gehen, mit wem sie sich treffen und über was sie reden. Sie können frei entscheiden, ob sie leise oder laut ihre Meinung vertreten. Freie Menschen ...

    • waried
    • 16. Juni 2013 12:54 Uhr

    Entfernt. Bitte belegen Sie Zitate mit Quellen und verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/sam

    Ich bin nun wirklich kein ausgesprochener "Freund" von Claudia Roth u.auch keiner, der die Türkei aus Überzeugung in der EU haben möchte,
    (es sind ja wirklich schon genug grobe Fehler gemacht worden, die wir nun alle ausbaden müssen),
    aber welcher unserer Politiker hat den "A...... in der Hose" und schaut sich das alles mal so richtig live an um sich ein Bild zu machen ?
    Cl. Roth wird sicherlich nicht dorthin reisen, um einen wertvollen Teppich o.ä. möglichst günstig zu kaufen u. heimzuschmuggeln, sondern sie wird wie immer mitreden wollen. Und das kann sie ja wohl am besten, wenn sie selbst dort war.
    Das ist immer noch besser als vor heimischen Mikros Bedauern zu heucheln oder Waffenlieferungen vorzubereiten.

  2. Eine politikerin ist da wo es auch wehtun kann. Hut ab!!!

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    • toyak2
    • 16. Juni 2013 9:42 Uhr

    Frau Roth ist eine der mutigsten Politikerin in Deutschland. Sie heuchelt nicht, sondern begibt sich zum Ort. Sie macht sich selbst ein Bild.

    Und Sie beweist auch, dass die Erdogans Politik nicht unbedingt in jeglichen Hinsichten gutheißt.

    Manche Politiker wollen aber aus den Geschehnissen in der Türkei für die Wahlen in Deutschland Profit ziehen. Die Stammtischwähler brauchen ja Bilder.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unterstellende Äußerungen. Die Redaktion/au

    "Heute Abend wollten wir uns eigentlich mit Intellektuellen treffen" sagt sie, "aber dann haben wir gehört, was los ist, und sind rausgegangen, um es zu sehen".
    Von wegen dort zu sein, wo es weh tut. Sie saß im benachbarten Luxushotel und bekam es nur mit, weil die türkische Polizei die Hotellobby mit Tränengas geflutet hat.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik und bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/sam

    Entfernt. Wir würden uns über konstruktive Beiträge freuen. Danke, die Redaktion/sam

    • ribera
    • 16. Juni 2013 15:00 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/sam

  3. 4. [...]

    Der Kommentar, auf den Sie Bezug nehmen, wurde mittlerweile entfernt. Danke, die Redaktion/au

    Antwort auf "[...]"
    • bvdl
    • 16. Juni 2013 8:49 Uhr

    In meinen Augen wird der Ton, in dem über die Ereignisse dort gesprochen wird, unerträglich. Über was reden wir hier eigentlich? Mit welchem Recht wird hier in der Zeit der Eindruck erweckt, es würden dort quasi Massaker verübt, es würde eine Art Krieg geführt, es würden Massen mobilisiert? Wo bleibt denn bitteschön die objektive Distanz in der Berichterstattung?

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    • blue74
    • 16. Juni 2013 10:32 Uhr

    Wieso soll ein Augenzeugenbericht keine legitime journalistische Form sein?

    Dieser Artikel ist ein Tatsachenbericht von dem, was gestern dort abgelaufen ist. Objektive Distanz in einer dpa Meldung ist okay. Ich finde, der Autor hat eine großartige journalistische Leistung vollbracht, indem er sich vor Ort ein Bild von den Ereignissen gemacht hat und das auf diese Weise an die Leser weitergibt. Auch die zeitnahme Berichterstattung via Twitter fand ich sehr beeindruckend (nicht einmalig, ist aber leider noch zu selten, dafür, dass es die Möglichkeiten ja schon seit längerem gibt).

    Es ist ja nicht so, als würde Herr Jacobsen hier irgendwelche Tatsachen verdrehen.

    Eine gewisse Subjektivität gehört nunmal zu solch einem Bericht dazu.

    @bvdl: ich empfehle Ihnen mal einen kleinen Besuch in Istanbul zu machen und ich bin mir sicher, sie werden erschüttert sein. Es ist teilweise ein Massaker, was hier passiert. Ich bin zur Zeit vor Ort und es spielen sich Szenen vor meinem Fenster (ca. 500 Meter von Taksim-Platz entfernt) ab, die ich Ihnen gerne als Video gerne per Mail zukommen lassen kann. Aber vielleicht braucht es das auch gar nicht, denn es wird ja zur Genüge berichtet und Herr Erdogan scheint es ja auch völlig egal, dass die Medien seine Greueltaten in die Welt hinaustragen.

    • gonkox
    • 16. Juni 2013 16:23 Uhr

    Eine gewaltsam niedergeschlagene Protestwelle, bei der bislang neben tausenden Verletzten 5 Menschen gestorben sind, gleicht einem Massaker.

  4. Wird es scharfe Verurteilungen geben wie bei solchen Vorkommnissen In Tibet oder Russland?

    Wird es Aufforderungen geben, die Gewalt umgehend zu beenden?

    Wird es gar Unterstützung für die Protestierenden geben? Gasmasken, abhörsichere Kommunikatinsmöglichkeiten um den Protest zu organisieren...???

    21 Leserempfehlungen
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    Im Nachhinein muss man sagen das die ganze Kritik an Putin vielleicht etwas übertrieben ist, zumindest in Relation zu Erdogan.

    Hab gehört das auch in der Türkei die Leute in psycheatrischen Anstalten, bzw deren Vertreter wählen gehen. - In dem Fall kann man dem Putin auch nicht vorhalten weniger gewählt worden zu sein, vom manipulativen Wahlrecht und manipulativen Parteigründungshämmnissen und Presseeingriffen abgesehen.

    Wo ist also der Unterschied?

    PS: In Pressefreiheit ist die Türkei auf Platz 151, Russland auf Platz 148, also besser.

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich beim konkreten Artikelthema. Danke, die Redaktion/sam

    • fuhayo
    • 16. Juni 2013 8:53 Uhr

    Sie schreiben so als würde das Krieg herrschen?

    Berichten sie mal wie oft die Polizei aufgefordert hat das die Demonstranten den Park räumen sollen.
    Es war doch klar das der Park früher oder später geräumt werden wird.

    Sie schreiben so als wären diese LEute wirklich 50% der Bevölkerung aber das ist lächerlich wenn dem so wäre dann würde Bürgerkrieg in der Türkei herrschen und das haben nicht mal die Kurdischen Extremisten geschafft....:)

    Sie sollten auch berichten das die Demonstranten eben nicht Friedliche Power of Love Menschen sind sondern selber Randalieren.

    Claudia Roth sollte lieber mal für den Polizisten spenden der bei ihrer Eskorte vor paar Monaten ums leben gekommen ist.
    Unterstützt sie die Unverbesserlichen Capulcus?

    Es gibt Kräfte und da stimme ich Erdogan zu die eine starke Türkei fürchten,
    die es nicht ertragen das der Kranke Mann am Bosporus wieder zur alte Stärle findet. Diese Kräfte sind es die versuchen ihm mit neuen Krankheiten anzustecken, aber das Immunsystem wird dank der AKP es zu verhindern wissen.

    Ich bin stolz ein Türke zu sein!

    19 Leserempfehlungen
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    ...wachsen auf dem selben Holz - das sei am Rande erwähnt.

    Ich finde es doch erstaunlich, wie die Berichterstattung hier von "Land zu Land" variiert.
    Würde es sich hier um ein "feindliches" Land (z.B. Russland) handeln, würden wir wahrscheinlich lesen: "Putin bekämpft sein Volk mit Giftgas".
    Ähnliche Vorkommnisse in Frankfurt: "Polizei geht gegen Kriminelle und Autonome vor".

    usw.....

    P.S. Über die "Königin der Betroffenheit" brauchen wir kein Wort zu verlieren.

    Natürlich war klar, dass der Park geräumt werden muss. Aber zu einem Rechtsstaat gehört, dass er ANGEMESSEN reagiert! Tut er es nicht, ist es kein Rechtsstaat mehr.

    Menschen in die U-Bahnen zu verfolgen, sie dort einzukesseln und dort noch mit Tränengas zu beschießen - ist völlig jenseits irgendeiner Rechtsstaatlichkeit. Weil eine solche Maßnahme mit den Ziel, den Park zu räumen, nichts mehr zu tun hat. Gleiches gilt für die Attacken auf das Hotel. Gleiches gilt auch dafür, Tränengaspatronen gezielt als Geschosse einzusetzen, sowie die Mitte die man da versprüht!

    Gegen eine starke Türkei ist überhaupt nichts einzuwenden. Im Gegenteil. Ich finde das nicht nur nachvollziehbar, sondern sogar prinzipiell gut. Die Lage der Türkei ist geradezu prädistiniert dafür, eine wichtige Rolle im Ost-West-Spiel und nach Süden Richtung Afrika zu spielen.

    Nur: Was Erdogan, der anfangs wirklich großes geleistet hat - inzwischen verwechselt, weil ihm da einiges ganz offensichtlich zu Kopf gestiegen ist: Eine starke Türkei heißt nicht ein despotischer Staatsführer!

    Will Erdogan an der Spitze eines Staates oder an der Spitze eines demokratischen Staates stehen? Wenn er letzteres will, soll er sich schleunigst wieder so verhalten. Wenn er ersteres will, soll er es endlich aussprechen und dann sein Volk entscheiden lassen, ob sie das noch wollen.

    Gut, dass es noch solche Türken gibt.

    Ich strecke Ihnen die Hand (nicht der roten Klaudia).

    Immunsystem?! , "ich bin stolz ein Türke zu sein" ...

    Und DAS Ist nicht polemisch? Widerlich.

    "Es gibt Kräfte und da stimme ich Erdogan zu die eine starke Türkei fürchten,
    die es nicht ertragen das der Kranke Mann am Bosporus wieder zur alte Stärle findet. Diese Kräfte sind es die versuchen ihm mit neuen Krankheiten anzustecken, aber das Immunsystem wird dank der AKP es zu verhindern wissen."

    man muss sich diese Fascho_Sprache auf der Zunge zergehen lassen. "Zur alten Stärke" : Sie meinen die Zeiten des guten, gnädigen Sultan? Ohne die Griechen und Armenier wäre die "alte Stärke" nicht zu machen gewesen.
    "Neue Krankheiten"? Sie vergessen, dass die ländliche Bevölkerung immer noch zu einem großen Teil ohne Fließwasser und bitterarm ist.
    "Das Immunsystem" AKP? Das müssen Sie uns jetzt aber genauer erklären: Sie meinen Vetternwirtschaft, die Verleugnung de Genozids der Armenier, die Beseitigung sämtlicher Widersacher und Kritiker, die Diffamierung kritischer Stimmen, die Kriminalisierung kritischer Journalisten und Künstler, die Reglementierung des Privatlebens nach Erdogans Gnaden, während seine eigenen Kinder auf Harvard studieren? Sie meinen Doppelmoral, Gewaltverherrlichung, grobe Sprüche, Hass, Überwachung, Polemik?

    Zu Erdogan: Macht vernebelt die Köpfe, nichts Neues, aber schlimm.

    Zu Fuhayo: "Die" Türkei hat noch viel zu lernen, wenn sie als europäisch akzeptiert werden will. Ich hoffe sehr, sie schafft das auch. Mich erinnert das Vorgehen der türkischen "Ordnungskräfte" an die deutsche Polizei der 60er Jahre und leider auch noch später.

    [...]

    Glücklicherweise denken viele Ihrer Landsleute und viele Türkischtämmige in Deutschland ganz anders.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Provokation. Danke, die Redaktion/sam

    Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen differenzierten Kommentarstil. Danke, die Redaktion/sam

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unangemessene Provokation. Danke, die Redaktion/sam

    Bei manchen Kommentaren frage ich mich, ob man sich umfassend informiert hat.

    Die Demonstrationen sind sehr friedlich. Es ist eher eine "Festival"-Stimmung vorhanden. Bzw. diese war vorhanden.

    Die Menschen wollen endlich mehr Demokratie, mehr Rechte und nicht immer mehr Gesetzte und Regelungen wie im Mittelalter.

    Ich telefoniere nahezu täglich mit Bekannten in der Türkei. Diese waren auch mit ihren Kindern dort, weil es sehr friedlich war. Daher kann es keine Entschuldigung für die rohe Gewalt der Polizisten geben.

    Wer für seine Grundrechte eingesteht, sollte niemals so behandelt werden. Man bedenke dabei auch, dass sogar AKP-Wähler sich auf die Seite der Demonstranten stellen.

    Die Bilder sagen mehr als genug aus.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/sam

  5. 8. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik und bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

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  • Schlagworte Claudia Roth | Grüne | Istanbul | Heinrich-Böll-Stiftung | Polizei | Taksim-Platz
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