Türkei : Verdacht auf Pfefferspray in türkischen Wasserwerfern

Die Polizei soll am Wochenende Demonstranten mit schädlichen Substanzen besprüht haben, berichten Ärzte in Istanbul. Die Regierung spricht von harmlosen Medikamenten.
Demonstrantin in Ankara im Strahl eines Wasserwerfers © Dado Ruvic/Reuters

Die Istanbuler Polizei hat möglicherweise bei ihrem Einsatz gegen Demonstranten am Wochenende die Wasserwerfer mit einer Chemikalie versetzt. Menschen, die mit dem Wasser in Berührung gekommen seien, hätten eine allergische Reaktion gezeigt, sagte der Chef der Istanbuler Ärztekammer, Ali Çerkezoğlu, der Zeitung Hürriyet.  

Bei den vorigen Polizei-Einsätzen hätten die Ärzte keine solchen Symptome bemerkt. Zahlreiche Patienten hätten ein starkes Brennen beklagt, das etwa zwei Stunden angehalten hätte. Was das Wasser beinhalte, wisse die Ärztekammer aber nicht.

Eine allergische Reaktion ist typischerweise mit einer Rötung und Anschwellung der Haut verbunden. Auf Twitter gibt es mehrere Fotos von Menschen mit stark geröteten Hautstellen.

Die Zeitung veröffentlichte Fotos, auf denen Polizisten einen Wasserwerfer mit einem Zehn-Liter-Kanister mit der Aufschrift "Jenix" befüllen. Das ist der Markenname eines Pfeffersprays. Ähnliche Fotos kursieren auch in den sozialen Netzwerken. Die beschriebenen Symptome würden zu einem Kontakt mit Pfefferspray passen.

Der Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Avni Mutlu, bestritt, dass die Wasserwerfer mit Chemikalien versetzt worden seien. Vielmehr sei Wasser versprüht worden, das Medikamente enthalten habe. Demonstranten würden sich sogar freiwillig damit bespritzen lassen, sagte Mutlu der Hürriyet, der Mitglied der AKP ist, der Partei von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan.

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