Erstmals seit mehr als zwei Jahren sprechen Nord- und Südkorea wieder direkt miteinander. Das Treffen auf Arbeitsebene begann in dem Grenzort Panmunjom, wo vor 60 Jahren der Koreakrieg mit einem Waffenstillstandsabkommen beendet wurde.

Die Annäherung soll Gespräche auf Ministerebene vorbereiten, die am Mittwoch stattfinden sollen, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Ministeriums für Wiedervereinigung. Vertreter beider Länder hätten über den Ort, den Zeitpunkt und die Themen eines von Südkorea vorgeschlagenen Treffens verhandelt.

Wichtigstes Thema ist zunächst vermutlich die Zukunft der gemeinsam betriebenen Sonderwirtschaftszone Kaesong; dort steht der Betrieb seit zwei Monaten still. Auf der Agenda stehen außerdem die Wiederaufnahme gemeinsamer Wirtschaftsprojekte und die Zusammenführung von Familien, die durch den Krieg und die Teilung des Landes getrennt wurden.

Nordkorea war am Donnerstag überraschend auf Südkoreas Forderung nach Regierungsgesprächen eingegangen. Zudem aktivierte das kommunistische Land am Freitag eine wichtige Telefonverbindung in den Süden, die es im März gekappt hatte. Gespräche auf Arbeitsebene zwischen Seoul und Pjöngjang gab es zuletzt im Februar 2011. Die bisher letzten Kontakte auf Ministerebene fanden 2007 statt.

Nordkorea war auch eines der Themen während eines Treffens von US-Präsident Barack Obama und Chinas Präsident Xi Jinping in Kalifornien. Beide waren sich im Grundsatz einig im Umgang mit Nordkoreas Atomprogramm. Die Regierung in Pjöngjang müsse ihr Kernwaffenprogramm aufgeben, sagte der Nationale Sicherheitsberater der USA, Tom Donilon. Ein chinesischer Regierungsvertreter sagte, Xi sehe eine Übereinstimmung beider Staaten bei den "Positionen und Zielen".

Nach dem nordkoreanischen Atomtest im Februar hatte sich der Streit um das Atomprogramm des Landes zugespitzt. Nordkorea drohte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen mehrfach mit Krieg gegen Südkorea und die USA. Zudem schloss das kommunistische Regime des neuen Machthabers Kim Jong Un die Sonderwirtschaftszone Kaesong, in der sich seit 2004 mehr als 120 südkoreanische Firmen angesiedelt haben.