Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit einigen Generälen in Pjöngjang © Reuters/KCNA

Die nordkoreanische Führung hat den USA erstmals wieder hochrangige Gespräche angeboten. Ziel solle sein, "Frieden und Stabilität in der Region zu sichern und die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu lockern", hieß es in einer Erklärung der nationalen Verteidigungskommission. Zeitpunkt und Ort könnten die USA bestimmen. 

Das wichtigste Entscheidungsgremium des kommunistischen Landes teilte mit, eine Denuklearisierung sei der unveränderte Wille der nordkoreanischen Streitkräfte und der Bürger. Zugleich machte die Kommission deutlich, dass Nordkorea nicht einseitig sein Atomprogramm abbauen will.

Es gehe um "die Denuklearisierung der gesamten koreanischen Halbinsel, einschließliche Südkoreas, und die gründlichste Denuklearisierung, die auf die Beseitigung der nuklearen Bedrohungen gegen uns durch die USA gerichtet ist", hieß es weiter. Es solle das "Ziel der USA sein, eine atomwaffenfreie Welt zu erreichen". 

Beobachter in Südkorea skeptisch

In Südkorea waren Beobachter skeptisch, ob die US-Regierung auf das Angebot eingehen wird. Die hatte Nordkorea in den vergangenen Monaten mehrfach aufgefordert, zunächst selbst konkrete Schritte zur Beendigung seines Atomwaffenprogramms zu unternehmen. Die nordkoreanische Führung hatte jedoch betont, dass ihre Atomwaffen nicht verhandelbar seien.

Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag waren eigentlich bereits hochrangige Gespräche zwischen Südkorea und Nordkorea angesetzt. Diese waren jedoch kurz zuvor wegen eines Streits um den Rang der Verhandlungsführer geplatzt. Es wären die ersten derartigen Gespräche auf Regierungsebene seit dem Jahr 2007 gewesen. Es sollte um die Normalisierung gemeinsamer Wirtschaftsprojekte und humanitäre Fragen gehen.

Der Atomstreit mit Nordkorea hatte sich seit dessen Nukleartest im Februar verschärft. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt, den USA einen atomaren Präventivschlag angedroht und den Kriegszustand mit Südkorea ausgerufen. Die koreanische Halbinsel befindet sich völkerrechtlich seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) noch immer im Kriegszustand, da bislang kein Friedensvertrag geschlossen wurde.